WLAN Verbindung über Richtantenne aufbauen

Mitglied: bosser

bosser (Level 1)

21.12.2016 um 11:56 Uhr, 2008 Aufrufe, 11 Kommentare, 1 Danke

Hallo zusammen,

folgendes Szenario:
ich möchte über eine Richtantenne von Gebäude A zu Gebäude B (eine Scheune) eine WLAN Verbindung aufbauen.
(Ca. 90m freie Sicht)

Gebäude A verfügt über einen Router und Internetzugang.

Ich möchte jetzt an Gebäude B eine Richtantenne als Empfänger des WLANs von Gebäude A aufbauen,
diese möchte ich über ein Koaxialkabel an einem AcessPoint verbinden.


Frage:

1.) Ist dies so umsetzbar, wenn ja wie kann ich jetzt das empfangene WLAN-Signal des AccessPoints in Gebäude B verbreiten?

2.) Kann ein AccessPoint mit zwei Antennen über eine extern angeschlossene Antenne das WLAN Signal empfangen und über die zweite das WLAN Signal weiter verbreiten?

3.) Oder wie liese sich das sonst umsezten?
(Ich denke leichter wäre es wenn man an Gebäude A einen AccessPoint mit Richtantenne installiert und das Signal zu Gebäude B sendet, dies möchte mein Bekannter aber nicht, deshalb muss ich an Gebäude B die Richtantenne als Empfänger installieren.)

Mögliche Komponenten:
Richtantenne welche bei Gebäude B installiert werden soll: "ELBOXRF TetraAnt_2_19_20 | 2.4 GHz WLAN Panel Richtantenne | Wetterfest, 19dBi"
Richtantenne ELBOXRF TETRAANT_2_19_20

Accecspoint an dem die Richtantenne über Koaxial angeschlossen werden soll: "TP-Link TL-WA801ND | 2.4 GHz WLAN Access Point, 2x2 MIMO, 300 MBit"
TP-Link TL-WA801ND | 2.4 GHz WLAN Access Point

Vielen Dank für die Hilfe vorweg
bosser
Mitglied: aqui
21.12.2016, aktualisiert um 12:26 Uhr
1.)
Ja, das ist simpler Standard
2.)
Ja, das hängt aber von der Hardware ab (Hersteller) Meist wird das Emfangene über die gleiche Antenne auch gesendet. Aber auch bei einem AP mit nur einem HF Antennen Anschluss kannst du einen Splitter verwenden und das Signal auf 2 Antennen verteilen. Dann aber synchron für RX und TX
Deine obige Auswahl ist billigster Chinakram unterster Kategorie. Was erwartest du da also ?? Den geländegängigen Ferrari ?
3.)
Wenn das Linkbudget (HF Feldstärke) ausreicht, dann muss an A auch keine Richtantenne vorhanden sein. Das musst du schlicht und einfach testen. 90m ist aber sicher kein Thema !
Auf alle Fälle solltest du keinesfalls das vollkommen überfüllte 2,4Ghz WLAN nehmen sondern immer eine Gebäudevernetzung ausschliesslich mit 5Ghz WLAN machen.
Ausnahme wenn beide Gebäude auf einer einsamen Alm oder hintern Nordseedeich ohne störende Nachbar WLANs sind.

Entsprechende Antennen und Pigtails findest du hier:
http://wimo.de/uebersicht-wlan-antennen_2_d.html
Beispiele aus der Praxis:
http://wimo.de/wlan-beispiele_d.html
Ein sinnvoller AP (WLAN Bridge) mit dem es zu machen ist:
http://varia-store.com/Wireless-Systeme/Fuer-den-Aussenbereich/MikroTik ...
http://varia-store.com/Wireless-Systeme/MikroTik-RouterBoard/Mikrotik-R ...
Dieser Mikrotik AP hat den entscheidenden Vorteil das Richtantenne, AP und alles in einem wetterfesten gehäuse sind. Du musst das also nur mit einer Schlauchschelle irgendwo festklemmen und einzig und allein nur das Ethernet Kabel anschliessen. Auch die Stromversorgung kommt via Ethernetkabel per PoE. Das erspart dir die Frickelei mit Kabel und externen Antennen. Ebenfalls eliminiert es die erhebliche Dämpfung des Signals bei 2,4 oder 5 Ghz auf dem Antennenkabel.
Wenn du keine störenden 2,4 Ghz WLANs in der Umgebung hast, dann kannst du natürlich auch die 2,4 Ghz Variante verwenden:
http://varia-store.com/Wireless-Systeme/Fuer-den-Aussenbereich/MikroTik ...
Du solltest unter keinem Umständen billigste Indoor Chian HW verwenden wie du es vorhast, das geht auf Dauer ganz sicher in die Hose und verbrennt sinnlos Geld.
Ubiquity NanoStation ist da auch eine richtige Wahl, die hat die gleichen Eigenschaften wie die oben genannten MTs
http://varia-store.com/Wireless-Systeme/Fuer-den-Aussenbereich/2x-NanoS ...
Mit Indoor China Billigkram vom Blödmarkt wirst du ganz sicher scheitern !

Ein Tutorial was das alles im Detail beschreibt:
https://www.administrator.de/wissen/wlan-zwei-lan-ip-netzwerke-verbinden ...

Wichtig:
Bedenke hier immer das du sinnvollerweise routest zwischen den beiden Gebäuden und KEINE simple Bridge aufbaust !!
Bei einer Bridge würde der gesamte Broad- und Multicast Traffic mit über den WLAN Link übertragen werden und diesen massiv in der Performance belasten.
Hier gilt ganz besonders der goldene Netzwerker Grundsatz: "Route wherever you can, bridge where you must !"
Sind i Gebäude A und der Scheune B allerdings nur je 3 oder 4 Endgeräte spielt das keine Rolle, dann kannst du auch bridgen.

Weitere Tips zum störungsfreien WLAN Design:
https://www.administrator.de/contentid/239551
Eine Auswahl kostenlose WLAN Scanner zum Messen des Umfeldes findest du hier:
https://www.administrator.de/wissen/inssider-kostenlos-231231.html
Mitglied: shadynet
21.12.2016, aktualisiert um 12:09 Uhr
Hi,

1. Mit einem weiteren Accesspoint. Dein TP-Link hat nur ein Radio, kann also nur die Richtfunkstrecke bedienen und nicht weiter verteilen.
2. Siehe 1.
3. Ubiquiti NanoStation Loco M5 an beiden Gebäuden, fertig. Oder was von Mikrotik. Oder was von Dings, oder Bums. Gibt so viel, was klein und halbwegs unsichtbar ist.

Du kannst nicht nur auf einer Seite eine Richtantenne verwenden, ist ja schön wenn das Haus die Scheune aufgrund der Richtantenne "hört", die Scheune das Haus aber nicht, da die Antenne zu schwach bzw. zu ungerichtet sendet.

Edit: Etwas langsam, dafür 2 unterschiedliche Meinungen zum gleichen Thema ich sehe schon, RiFu spaltet die Meinungen
Mitglied: aqui
21.12.2016 um 12:23 Uhr
Wieso spaltet ??
Ist doch beides mal die gleiche Empfehlung. Ob er VW oder Opel nimmt ist da ja eher kosmetisch
Mitglied: shadynet
21.12.2016 um 12:37 Uhr
Ja nein fast ein paar Unterschiede in Punkt 1 und 2 existieren schon, der TP-Link hat ja schließlich kein Dual-Radio, kostet dafür nicht viel wenns nochmal einer von der Sorte sein soll. Routen kann der jedoch nicht. Ich bin ja eher der VW-Fan in dem Fall, der rostige Corsa, der wenns gut läuft 11Mbit über sonstwas für Rückfälle auf 11b bringt ist dann doch nicht meins ich nutze ja sogar für 25 Meter die Nanostations...zumal die wetterfest außen anbringbar sind.
Mitglied: aqui
21.12.2016 um 13:50 Uhr
Dual Radio braucht er ja nicht wenn er die Scheune B nur an ein WLAN in Gebäude A anflanschen will per WISP oder Bridge/Routing.
Wenn der gruselige TP-Link mit DD-WRT flashbar wäre, wäre es noch eine Alternative aber die Frickelei dann mit externer Antenne und ob die überhaupt abnehmbar ist usw. disqualifiziert den Mist schon von vorn herein.
Sinnvoll für die Scheune ist nur ein MT oder eben die Ubiquity NanoStation.
Das wird mit beiden auch ohne RiFu an A zu B klappen. Vorausgesetzt der RSSID Wert des WLAN Netzes in A ist nicht Grasnarbe.
Sinnvoller wäre aber ein Pärchen zu nutzen um da genügend Redundanz im HF Linkbudget zu haben wenn man das Netz in der Scheune verlässlich betreiben will.
Mitglied: 108012
21.12.2016 um 14:00 Uhr
Hallo,

wie immer fehlen uns folgende Daten;
- Wie groß ist das Budget dafür?
- Welche Dienste sollen darüber laufen?
- Für wie viele Klienten soll das riechen?
- Welche Datenrate (Durchsatz) wird hier angepeilt bzw. soll erzielt werden?

UBNT NanoBeam
UBNT NanoStation
Netgear GS105E oder GS108E für die Seite wo kein Router vorhanden ist!

Die Controller Software gibt es von UBNT kostenlos dazu und dann passt das wenigstens auch alles richtig zusammen.

Gruß
Dobby
Mitglied: aqui
21.12.2016, aktualisiert um 14:57 Uhr
Wie groß ist das Budget dafür?
Dobby sieht dir die HW an die der TO dafür ursprünglich ausgewählt hat, das beantwortet diese Frage
Controller ist überflüssig bzw kontraproduktiv hier für simple 2 Geräte die die Verbindung herstellen. Ggf. reicht ja auch nur ein einziges.
Die NanoStations brauchen auch keinen Controller.
Mitglied: bosser
29.12.2016 um 17:03 Uhr
Hallo zusammen,
erstmal vielen Dank für die ratschläge und Tipps.


- Budget beläuft sich auf etwa 120Euro
- Es ist lediglich für 2-3 Clients mit der Möglichkeit der privaten reibungslosen Internetnutzung vorgesehen
- Die Richtantenne in Gebäude B kann auch hinter einem Fenster im innenbereich angebracht werden, was mir persönlich sogar lieber ist.

-> Der letzte Eintrag von jk
auf dieser Seite: http://wimo.de/wlan-beispiele_d.html">http://wimo.de/wlan-beispiele_d.html ganz unten,
hat ja das gleiche Problem mit der Flachantenne PA-13R ( Flachantenne PA-13R ) gelöst, da ich ja auch nicht die Möglichkeit habe an Gebäude A in dem die WLAN Wolke erzeugt wird eine Richtantenne zu installieren, sondern nur an Gebäude B werde ich mir die besagte Antenne mal bestellen und versuchen das WLAN Singal zu empfangen und einen AccessPoint dazu mit dem ich das Signal dann in Gebäude B weiter verbreiten/aussenden werde.

Ich tendiere aktuell dazu den AccessPoint als Bridge einzustellen, da es ja nur für 2-3 Clients ist.
Werde auch erstmal versuchen über die 2,4GHz das Singal zu empfangen, falls es zu Verbindungsproblemen kommen sollte, kann ich ja immer noch die 5GHz versuchen.

"From: jk
Sent: Saturday, July 03, 2004 4:56 PM
To: wimo
Subject: Beitrag für WLAN Bilderalbum

Hallo WIMO
[...]
Ich nutze die Flachantenne PA-13R um mich als Student in die WLAN Wolke
meiner FH Pforzheim einzuloggen. Wie auf dem Bild zu sehen ist, steht das
Technikergebäude eine recht weite Strecke weg, doch ich habe trotzdem ein
kräftiges Signal
Gruß
Jan Koutny"
siehe: http://wimo.de/wlan-beispiele_d.html">http://wimo.de/wlan-beispiele_d.html


Ich werde dann nochmals berichten wenn ich die Hardware getestet habe.

Gruß
bosser
Mitglied: aqui
29.12.2016, aktualisiert um 19:20 Uhr
sondern nur an Gebäude B werde ich mir die besagte Antenne mal bestellen und versuchen das WLAN Singal zu empfangen und einen AccessPoint dazu mit dem ich das Signal dann in Gebäude B weiter verbreiten/aussenden werde.
Nein !
Das wäre komplett der falsche Weg wie es dir oben ja auch schon mehrfach erklärt wurde.
Lass das bleiben mit einer separaten Antenne und einem Billig AP. Damit wirst du garantiert Schiffbruch erleiden, denn die hohe Kabeldämpfung bei 2,4 Ghz an der externen Antenne wird dir das schon schwache Signal aus dem Gebäude A dann ganz töten.

Mach es wenn dann gleich richtig und besorge dir Richtantenne und AP in einem Gehäuse !!
Damit eliminierst du komplett die Kabeldämpfung, hast den AP gleich im Antennengehäuse und die Stromversorgung geht zudem noch über das Ethernetkabel.
Besser kannst du es also an Gebäude B doch gar nicht haben.
Investier also richtig und beschafft dir dem Mikrotik:
http://varia-store.com/Wireless-Systeme/Fuer-den-Aussenbereich/MikroTik ...

Damit hast du eine wetterfeste Ideallösung mit Richtantenne und AP in einem für Gebäude B die mit Sicherheit funktionieren wird und zudem noch kostengünstig ist.
Mit dem Gefrickel von Billigst AP externer Antenne und Steckernetzteil wirst du ganz sicher nix !
Mitglied: bosser
03.01.2017 um 11:57 Uhr
@aqui, erstmal Danke für die Hilfe.

Hab mir das ganze nochmals durch den Kopf gehen lassen und angesichts der genannt Vorteile für den MikroTik RouterBoard SXT Lite2, RBSXT-2nDr2, 2.4 GHz, RouterOS L MikroTik Router entschieden.
Im Endeffekt ist es ja auch nicht mal teurer, da ja Richtantenne und AP in einem sind.

Jetzt muss ich aber nochmal nachfragen, da es mir aus den zuvor geschriebenen Posts nicht eindeutig klar wird:

Benötige ich jetzt noch einen AP um das Signal in Gebäude B (Scheune) zu verbreiten und dort eine WLAN Wolke zu erzeugen oder ist dies mit dem in AP/Router der im MikroTik integriert ist möglich???
Laut zu vorigen Posts verstehe ich es so, das der AP sowohl empfangt als auch gleichzeitig Aussendet, somit wäre kein zweites Gerät notwendig.


Vielen Dank für die Unterstützung, habe leider in diesem Bereich bisher wenig Erfahrung.

Gruß
bosser
Mitglied: aqui
03.01.2017 um 12:50 Uhr
Im Endeffekt ist es ja auch nicht mal teurer, da ja Richtantenne und AP in einem sind.
Eine weise Erkenntniss und der richtige Schritt !!
Benötige ich jetzt noch einen AP um das Signal in Gebäude B (Scheune) zu verbreiten
Ja ! Den brauchst du wenn du dort auch WLAN machen willst.
Der SXT arbeitet ja als WLAN Client und verbindet sich mit dem bestehenden Router in Gebäude A um das WLAN dort an seinen Kabelanschluss zu bringen.
Der WiFi Standard verbietet das Client Mode und Infrastructure Mode (AP Mode) zusammen auf einer Hardware existieren.
Du brauchst also noch einen WLAN AP der dir dann das WLAN in der Scheine wieder verteilt.
Hier kannst du dann wieder dein TP-Link Billigkram nehmen. Z.B. 841N
Wenn die Scheune allerdings nicht geheizt und quasi offen ist dann solltest du in jedem Falle einen Outdoor AP nehmen wegen der Lebensdauer.
Hier kommen dann wieder die Ubiquity APs ins Spiel in Form der genannten NanoStation Loco von oben !
Du hättest dir dann fast das Pärchen bestellen sollen, denn die NanoStation macht quasi das was der SXT macht nur nicht mit einer so stark bündelnden Antenne. Da hat der SXT etwas die Nase vorn und hlt mehr Linkreserve raus.
Die Nano Sation kann man wie den SXT entweder im Client, Bridge oder auch AP Mode betreiben.
habe leider in diesem Bereich bisher wenig Erfahrung.
Das merkt man leider schmerzlich !!
Vielleicht solltest du dir nur mal so als Tip noch jemanden an die Hand nehmen, der weiss was er da tut und nicht im freien Fall raten muss wie du... ?!
Du bist aber auf dem richtigen Wege das du es gewuppt bekommst.
Titel: WLAN Verbindung über Richtantenne aufbauen
Content-ID: 324433
Art des Inhalts: Frage
Ausgedruckt am: 01.06.2020 um 09:20:00 Uhr
URL: https://administrator.de/contentid/324433