Zuviel Speicher ist ungesund. :-)

Mitglied: Lochkartenstanzer

Lochkartenstanzer (Level 5)

19.08.2019, aktualisiert 23.08.2019, 2682 Aufrufe, 18 Kommentare, 2 Danke

Moin Kollegen,

Heute hatte ich ein ungewöhnliches Aha-Erlebnis:

Über das Wochenende habe ich einen einen 6 Jahre alten Bare-Metal W20008R2 in eine VM auf einem aktuellen Server (W2009-HyperV) umgezogen und dieser VM in meinem jugendlichen Leichtsinn 64 GB RAM verpaßt, ohne dran zu denken das der W2008R2-Standard auf "nur 32GB" kastriert ist, auch wenn er mehr Speicher ansprechen kann und sieht.

Ergebnis war, daß die Kiste (=VM) sehr langsam, der "verfügbare" Hauptspeicher (32GB) komplett belegt und swapping losging. Irgendetwas hat den RAM "gefressen" und die Kiste wurde ein paar Sekunden nach dem Booten "unbedienbar".

Nachdem ich testweise den RAM der VM auf 30GB begrenzt habe, rannte die Kiste wieder wie ein junger Hirsch und der "RAM-Verbrauch" hielt sich in vernünftigen Grenzen (ca. 8GB von 30).

Ich weiß jetzt nicht, ob das Microsofts Methode ist, den Leuten mehr "Datacenter"-Server anzudrehen, weil die "unkastriert" sind.

lks

PS: Wenn jemand Hintergründe für diese Verhalten weiß, immer her damit.
PPS: In einer ruhigen Minute werde ich versuchen, das ganz mal mit kontrollierten Randbedingungen auf einer Testmaschine nachzustellen.
Mitglied: Vision2015
19.08.2019 um 11:04 Uhr
Moin...

(W2009-HyperV)
klingt gruselig...

Frank
Mitglied: Lochkartenstanzer
19.08.2019, aktualisiert um 11:08 Uhr
Zitat von Vision2015:

Moin...

(W2009-HyperV)
klingt gruselig...


Irgendeiner muß das ja mal irgendwann ausprobieren.

lks
Mitglied: Penny.Cilin
19.08.2019 um 12:16 Uhr
Zitat von Lochkartenstanzer:

Zitat von Vision2015:

Moin...

(W2009-HyperV)
klingt gruselig...


Irgendeiner muß das ja mal irgendwann ausprobieren.
Unn, ist doch erst 10 Jahre her.
Die Kiste rennt bestimmt noch 30 Jahre, falls Sie nicht vorher verschimmelt.

lks
Gruss Penny.

P.S. Gerade einen Auftrag bekommen, eine alte Kiste mit OS/2 und einer Spezialanwendung, welche es nicht für Windows gibt, muss reaktiviert werden.
Mitglied: fisi-pjm
19.08.2019 um 12:20 Uhr
Zitat von Penny.Cilin:


P.S. Gerade einen Auftrag bekommen, eine alte Kiste mit OS/2 und einer Spezialanwendung, welche es nicht für Windows gibt, muss reaktiviert werden.

Man soll nich meinen wie viele Unternehmen noch "unverzeichtbare" "spezialsoftware" einsetzen, die aber leider so speziell ist, das sie nur unter Windows NT, 16 bit, mit einem 14 Zoll Röhren Monitor bei 30 Hz im 2.OG bei geöffnetem Fenster und 21,5 °C Außentemperatur bei 70 % Luftfeuchtigkeit läuft.
Würg
Mitglied: Penny.Cilin
19.08.2019 um 12:26 Uhr
Zitat von fisi-pjm:

Zitat von Penny.Cilin:


P.S. Gerade einen Auftrag bekommen, eine alte Kiste mit OS/2 und einer Spezialanwendung, welche es nicht für Windows gibt, muss reaktiviert werden.

Man soll nich meinen wie viele Unternehmen noch "unverzeichtbare" "spezialsoftware" einsetzen, die aber leider so speziell ist, das sie nur unter Windows NT, 16 bit, mit einem 14 Zoll Röhren Monitor bei 30 Hz im 2.OG bei geöffnetem Fenster und 21,5 °C Außentemperatur bei 70 % Luftfeuchtigkeit läuft.
Würg
Ist aber so, stellenweise sind auch noch reine DOS Anwendungen dabei, für welche es keine äquadente Nachfolgeprodukte gibt. Oder wenn, dann nur zu überteuerte preise und noch nicht mal mit dem gleichen Funktionsumfang.
Mitglied: VincentGdG
19.08.2019 um 12:26 Uhr
Da fällt mir gerade ein Kommentar auf heise.de ein, in welchem ein Admin(?) meinte, man solle doch die "ollen Kisten" einfach vom Azubi durch neue ersetzen lassen.
Mitglied: Lochkartenstanzer
19.08.2019, aktualisiert um 12:53 Uhr
Zitat von Penny.Cilin:

Zitat von Lochkartenstanzer:

Zitat von Vision2015:

Moin...

(W2009-HyperV)
klingt gruselig...


Irgendeiner muß das ja mal irgendwann ausprobieren.
Unn, ist doch erst 10 Jahre her.

Sehe gerade den Tippfehler, den ich aber nicht mehr korrigiere.

Die Kiste rennt bestimmt noch 30 Jahre, falls Sie nicht vorher verschimmelt.

Habe ich auch im Kundenstamm: Kiste auf denen noch nie ein Windows gelaufen ist, weil es Windows damals nicht gab.

lks

P.S. Gerade einen Auftrag bekommen, eine alte Kiste mit OS/2 und einer Spezialanwendung, welche es nicht für Windows gibt, muss reaktiviert werden.

Kann man nur hoffen, daß man die in eine VM stecken kann, weil die Software nicht auf die Hardware angewiesen ist. wenn die noch PS/2-Steckkarten brauchen, wird wirklich stressig.
Mitglied: Penny.Cilin
19.08.2019 um 12:58 Uhr
Zitat von Lochkartenstanzer:

Kann man nur hoffen, daß man die in eine VM stecken kann, weil die Software nicht auf die Hardware angewiesen ist. wenn die noch PS/2-Steckkarten brauchen, wird wirklich stressig.
Aus diesem Grunde habe ich noch ein umfangreiches Ersatzteillager für PS/2 Komponenten.

Gruss Penny.
Mitglied: broecker
19.08.2019 um 18:44 Uhr
Ein kleinerer Grund für Langsamkeit wäre das hier schon häufiger diskutierte NUMA, wenn sich die Maschine den RAM und CPUs mit anderen VMs teilt, ist der RAM bei z.B. 64GB und zwei Sockeln je zu 32 GB und der Zuweisung von nur einem Sockel nur zur Hälfte schnell erreichbar, die anderen 32GB nur langsam über den anderen Sockel, dabei können sich also VMs gegenseitig ausbremsen.
Das Swappen erklärt das natürlich nicht.
HG
Mark
Mitglied: GrueneSosseMitSpeck
19.08.2019, aktualisiert um 19:15 Uhr
P.S. Gerade einen Auftrag bekommen, eine alte Kiste mit OS/2 und einer Spezialanwendung, welche es nicht für Windows gibt, muss reaktiviert werden.

Man soll nich meinen wie viele Unternehmen noch "unverzeichtbare" "spezialsoftware" einsetzen, die aber leider so speziell ist, das sie nur unter Windows NT, 16 bit, mit einem 14 Zoll Röhren Monitor bei 30 Hz im 2.OG bei geöffnetem Fenster und 21,5 °C Außentemperatur bei 70 % Luftfeuchtigkeit läuft.
Würg

Ich bin auch mal über den Unimog-Konfigurator vom Dr. Unfug von Merzedes gestolpert, der nur unter OS/2 lief... da ich doch tatsächlich über ein OS/2 Warp Zertifikat aus dem Jahre 94 verfüge wurde ich da immer hingeschickt wenn mit dem OS/2 was war, was für ein Mist, dann war das im Jahr 1999 nicht Y2K fähig, aber immerhin hat OS/2 eine damals gängige Funkuhr-Karte für das DCF77 Signal nativ unterstützt.... am Ende hatten wir im Lager so um die 20 von diesen alten 386DX Gurken (94 war gerad der Pentium 60 erschienen) falls biem Kunden mal was kaputtgeht damit der Kunde seinen Konfigurator weiter betreiben konnte. Das war ja auch echt wählerisch bei Festplattencontrollern, MFM is nich, SCSI nur mit dem Adaptec 1542 ISA controller, am besten aber ATAPI IDE, aber dann bitte nur mit dem Mitsumi IDE Rom für die IBM-CD, oder mit ca. 30 Disketten. Die Version 3.0 Warp vom OS2 konnte dann endlich mal generische IDE-CDroms... konnte das aber in der deutschen Version wegen einem Lokalisierungsfehler dann doch nicht ansprechen, aber der SCSI Port auf einer Soundkarte, ja der ging. Warum auch immer...

2002 kam dann endlich mal das VMWARE ESX raus, und was für ein segen es war das OS/2 endlich mal virtualisiert und noch viel besser endlich mal in einer ausfallsicheren Umgebung und 2-3 Jahre später gabs dann endlcih mal ein Smalltalk unter Linux mit dem der Konfigurator dann weiter ohne das praktsich unwartbare OS/2 lief.
Mitglied: Lochkartenstanzer
19.08.2019 um 19:58 Uhr
Zitat von broecker:

Ein kleinerer Grund für Langsamkeit wäre das hier schon häufiger diskutierte NUMA, wenn sich die Maschine den RAM und CPUs mit anderen VMs teilt, ist der RAM bei z.B. 64GB und zwei Sockeln je zu 32 GB und der Zuweisung von nur einem Sockel nur zur Hälfte schnell erreichbar, die anderen 32GB nur langsam über den anderen Sockel, dabei können sich also VMs gegenseitig ausbremsen.
Das Swappen erklärt das natürlich nicht.
HG
Mark

Host ist Hyper-V 2019 mit 128GB RAM und hexacore single socket. Die W2008R2 -VM war die einzige und hatte 54GB zugewiesen bekommen..

Keine anderen VMs aktiv.

lks
Mitglied: GrueneSosseMitSpeck
20.08.2019, aktualisiert um 08:23 Uhr
ist nicht best practice VM mit Numa Spanning zu betreiben es sei denn Vmware reicht das dann durch und emuliert Numa in der VM. Aber wenn auf dem Paker std steht dann ist dann gibts nur 32 Gb besorg dir mal nen generischen Enterprise edition Key und laß mal den Slui ran...
Mitglied: 1st1
20.08.2019, aktualisiert um 11:30 Uhr
"Habe ich auch im Kundenstamm: Kiste auf denen noch nie ein Windows gelaufen ist, weil es Windows damals nicht gab. "

Das muss von vor 1985 sein. Da erschien nämlich Windows 1.0.

"Kann man nur hoffen, daß man die in eine VM stecken kann, weil die Software nicht auf die Hardware angewiesen ist. wenn die noch PS/2-Steckkarten brauchen, wird wirklich stressig."

Jojo Dat! Zeig mir mal diese PS/2 Steckkarten! (Oder meinst du MCA / Microchannel?)
Mitglied: hushpuppies
20.08.2019, aktualisiert um 14:11 Uhr
Ich erinnere mich noch an den Verkäufer meines ersten Schneider-PCs...der meinte, als ich eine Festplatte mit heroischen 20 MB dazu bestellen wollte, "Das brauchen Sie nie!".
Ironischerweise kam dann irgendwie kurz darauf Windows raus und zack war die halbe Platte voll

Und OS/2 Warp war seiner Zeit weit voraus und echt nicht schlecht - aber es gab halt kaum Software dafür...

Kennt noch einer Channel Videodat?

@Penny: Ich hab glaub im Keller noch ein Robotron Laufwerk für 12" Disketten - falls du noch mehr historisches Zeugs brauchst

On topic: Wenn eine Firma heute noch geschäftskritische Anwendungen auf so alten Möhren betreibt und mit Kosten für eine aktuelle Lösung argumentiert, dann haben sie den Schuss nicht gehört. Entweder es ist geschäftskritisch und dann spielt Geld (fast) keine Rolle oder es ist nur Faulheit und Bequemlichkeit, was dann horrende Kosten verursacht, wenn es unvermittelt den Geist aufgibt und kein Ersatz zu bekommen ist.
Siehe die Fortran und Cobol Programmierer zur Zeit der Jahrtausendwende - da kenne ich alleine schon zwei, die sich ihren Lebensabend auf einer Südseeinsel versüßen
Oder mittelständische Firmen, deren "Server" Rechner von Aldi waren und sich dann wunderten warum es ständig Probleme und Ausfälle gab...
Mitglied: GrueneSosseMitSpeck
21.08.2019 um 07:59 Uhr
Zitat von hushpuppies:

On topic: Wenn eine Firma heute noch geschäftskritische Anwendungen auf so alten Möhren betreibt und mit Kosten für eine aktuelle Lösung argumentiert, dann haben sie den Schuss nicht gehört. Entweder es ist geschäftskritisch und dann spielt Geld (fast) keine Rolle oder es ist nur Faulheit und Bequemlichkeit, was dann horrende Kosten verursacht, wenn es unvermittelt den Geist aufgibt und kein Ersatz zu bekommen ist.

tja vor ein paar Jahren sah ich mal eine schwarze Kiste im Flur eines Kunden. "das ist unser Warenwirtschaftsserver, eine IBM As/400 von 95 a liegt auch unser Fileshare drauf für die Benutzer". Die hatten Windows PCs mit einer AS400 Clientsoftware drauf die dann ein Laufwerk auf der schwarzen Kiste emulierte....die Ausfalleicherheit war ein 2GB Dat Streamer....
Mitglied: Lochkartenstanzer
21.08.2019 um 08:10 Uhr
Zitat von 1st1:

Jojo Dat! Zeig mir mal diese PS/2 Steckkarten! (Oder meinst du MCA / Microchannel?)

Sorry, Mein Alzheimer hat mir da einen Streich gespielt. Natrürlich meinte ich den Microchannel. Aber inzwischen muß man ja auch schon aufpassen, sich ein paar PS/2-Mäuse und -Tastaturen rechtzeitig beiseitezulegen, um die bei Bedarf griffbereit zu haben. Sonst passiert dasselbe wie bei AT-Tastaturen und seriellen Mäusen, daß man keine "originale" hat und die PS2/USB-Dinger mit Adapter nicht funktionieren.

lks
Mitglied: Penny.Cilin
21.08.2019 um 08:39 Uhr
Zitat von hushpuppies:

Und OS/2 Warp war seiner Zeit weit voraus und echt nicht schlecht - aber es gab halt kaum Software dafür...
Es gab schon Software dafür. Die war halt nur teurer. Und die Win-OS/2 Emulation war stabiler als das originale Windows.
Es ist auch heute noch seiner Zeit voraus.

Beispiel:
Man nehme den Editor und verschiebe das Exe-File in eine anderes Verzeichnis oder Laufwerk. Dann startet man die Verknüpfung des Editors. Und es funktioniert. OS/2 passt automatisch / dynamisch den Pfad an. Weil es ein objektorientiertes Betriebssystem war / ist.

Wenn ich unter Windows die Notepad.exe in ein anderes Verzeichnis / Laufwerk verschiebe und dann die Verknüpfung starte, bekommt man eine Fehlermeldung.

@Penny: Ich hab glaub im Keller noch ein Robotron Laufwerk für 12" Disketten - falls du noch mehr historisches Zeugs brauchst
Das ist doch ein DDR-Laufwerk oder irre ich mich? Und was soll ich mit 12"" Disketten? Gab es die überhaupt? Mir sind die 8" Zoll Floppies bekannt.
Welche man auch noch für IBM Bildschirmsteuereinheiten bzw. für DTA im Bankenumfeld in den 80er / 90er benutzt hat.

On topic: Wenn eine Firma heute noch geschäftskritische Anwendungen auf so alten Möhren betreibt und mit Kosten für eine aktuelle Lösung argumentiert, dann haben sie den Schuss nicht gehört. Entweder es ist geschäftskritisch und dann spielt Geld (fast) keine Rolle oder es ist nur Faulheit und Bequemlichkeit, was dann horrende Kosten verursacht, wenn es unvermittelt den Geist aufgibt und kein Ersatz zu bekommen ist.
Das stimmt so nicht. Ich kenne etliche Firmen, welche noch ihre AS400 (jetzt iSeries) betreiben, weil die Maschinen fast unverwüstlich sind. Zudem bieten diese im kleinen Format LPARs (Logical Partitions) an, was aus dem Mainframebereich kommt.
Siehe die Fortran und Cobol Programmierer zur Zeit der Jahrtausendwende - da kenne ich alleine schon zwei, die sich ihren Lebensabend auf einer Südseeinsel versüßen
Fortran und Cobol Programmierer werden auch heute noch gesucht. Ich habe selbst in den 80er Fortran und Cobol gelernt und programmiert. Cobol hat den Vorteil daß der Code im Prinzip fast die Dokumentation des Programmes ist.
Oder mittelständische Firmen, deren "Server" Rechner von Aldi waren und sich dann wunderten warum es ständig Probleme und Ausfälle gab...
Das ist das Prinzip Geiz ist geil. Wird auch heute noch so praktiziert. Wir wollen / brauchen IT, es soll aber nichts kosten und trotzdem ausfallsicher sein.

Gruss Penny.
Mitglied: GrueneSosseMitSpeck
26.08.2019 um 23:33 Uhr
Zitat von 1st1:
...
"Kann man nur hoffen, daß man die in eine VM stecken kann, weil die Software nicht auf die Hardware angewiesen ist. wenn die noch PS/2-Steckkarten brauchen, wird wirklich stressig."

Jojo Dat! Zeig mir mal diese PS/2 Steckkarten! (Oder meinst du MCA / Microchannel?)

da steckt ein Fünkchen Wahrheit drin - Windows 7 ist da genauso konservativ wie OS/2 bis 3.0 - die Installationsroutine kennt z.B. noch kein USB Eingabegeräte, also was machen ältere Boards? Sie emulieren zwei PS2 Ports, einen für die Tastatur und einen für die Maus. Bzw. VMware, aber das kann man da ja einstellen. Konnte man neulich mal in einem Artikel "wie installiere ich ein Windows 7 auf einem aktuellen Intel NUC" nachlesen.
Titel: Zuviel Speicher ist ungesund. :-)
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Art des Inhalts: Erfahrungsbericht
Ausgedruckt am: 21.10.2019 um 04:33:30 Uhr
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