Das RIPE ist quasi endgültig leer was IPv4 angeht

lordgurke
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Das RIPE teilt mit, dass sie erwarten, Ende des Jahres keine /22-IPv4-Allocations (1.024 Adressen) mehr vergeben zu können.
Dann gibt es die 1024 Adressen nur noch in Form kleinerer nicht zusammenhängender Splitter-Allocations, was dann die BGP-Fulltable nochmal massiv aufbläht.
Und dann ist wirklich endgültig Schluss - ab dann gibt es bis zu 1.204 IPv4-Adressen nur noch über Warteliste und auch nur, wenn man ein neuer Provider ist, der noch nie zuvor eine Allocation bekommen hat.

Wer sich also bisher nie mit IPv6 beschäftigt hat, sollte spätestens jetzt seine Einstellung dazu überdenken face-wink
Denn ohne IPv4-Adressen werden sich die IPv6-Only-Inseln (die es bereits jetzt vereinzelt gibt) ausbreiten...

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Ausgedruckt am: 16.08.2022 um 15:08 Uhr

Mitglied: Lochkartenstanzer
Lochkartenstanzer 04.09.2019 um 16:13:45 Uhr
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Zitat von @LordGurke:

Wer sich also bisher nie mit IPv6 beschäftigt hat, sollte spätestens jetzt seine Einstellung dazu überdenken face-wink
Denn ohne IPv4-Adressen werden sich die IPv6-Only-Inseln (die es bereits jetzt vereinzelt gibt) ausbreiten...

Wird Zeit, den v4-Stecker zu ziehen. face-smile

Allerdings dachte man das schon um die Jahrtausendwende.

lks
Mitglied: Windows10Gegner
Windows10Gegner 04.09.2019 um 17:47:26 Uhr
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Leider unterstützen viele Provider immer noch kein IPv6.
Manche wollen es auch einfach nicht bei Altanschlüssen schalten, obwohl das technisch eigentlich kein Problem darstellt.
Man will es aber nicht.
Einige Business-Anbieter (z.B. Unitymedia-Business) bieten generell für Business-Kunden kein IPv6 an.
Solange das so weitergeht wird IPv4 noch lange leben.
Viele Firmennetzwerke haben es intern auch noch nicht implementiert.
Mitglied: bitnarrator
bitnarrator 07.09.2019 um 23:52:54 Uhr
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Also mein Provider gibt mir keine IPv6-Adresse...
Mitglied: Lochkartenstanzer
Lochkartenstanzer 08.09.2019 um 00:05:41 Uhr
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Zitat von @bitnarrator:

Also mein Provider gibt mir keine IPv6-Adresse...


Dann mußt Du halt den Provider wechseln oder Dir einen Tunnel graben.

Leider hat sixxs seinen Dienst eingestellt. Die haben lange Jahre zuverlässig v6-Konnektivität geboten, ohne einen Cent dafür zu verlangen.

lks
Mitglied: Windows10Gegner
Windows10Gegner 08.09.2019 um 07:25:52 Uhr
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Tunnel graben geht nicht zuverlässig, denn wenn sich die IPv4 ändert darf ich alle Einstellungen am Cisco wieder ändern und alle meckern "es geht kein Internet oder nur langsam".
Hier gibt es nur diesen Provider (zumindest von denen, die ihre Kunden nicht verarschen).
Mitglied: Dani
Dani 08.09.2019 um 21:28:27 Uhr
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Moin,
Einige Business-Anbieter (z.B. Unitymedia-Business) bieten generell für Business-Kunden kein IPv6 an.
Solange das so weitergeht wird IPv4 noch lange leben.
die meisten ISP haben noch genug IPv4 Adressen in Reserve. Gerade durch Fusionen/Übernahmen haben diese auch Zugriff auf andere RIRs.

Viele Firmennetzwerke haben es intern auch noch nicht implementiert.
Ist je nach Größe, Komplextität und Geräte auch nicht einfach einzuführen. Gerade, wenn dann noch Anwendungen zicken, wenn sie eine IPv6-Adresse finden zeigt wie "stur" die Softwareentwickler sind.

Wer sich also bisher nie mit IPv6 beschäftigt hat, sollte spätestens jetzt seine Einstellung dazu überdenken
Denn ohne IPv4-Adressen werden sich die IPv6-Only-Inseln (die es bereits jetzt vereinzelt gibt) ausbreiten...
Wir haben uns letzten Monat nochmals mit solch einem IPv4 Subnetz eingedeckt. Persönlich finde ich die Stratgie gegenüber den Kleinen nicht richtig. Aus geschäftlicher/wirtschaftlicher Sicht kann ich die Entscheidung nachvollziehen. Somit haben wir wieder für die nächsten 3-5 Jahre vorgesorgt und müssen uns nicht später mit Bürokratie und Tricks beschäftigen.

Solange nicht alls ISPs einen DualStack (Lite) anbieten ist es unmöglich Dienste unter IPv6 Only zu betreiben. Wir haben IPv6 für unsere Services, die vom Internet aus erreichbar sind, bereits seit einigen Jahren aktiviert. Auslöser war aber nicht die Knappheit der IPv4 Adressen. Sondern die Problematik bei vollen/überbuchten Uplinks bei einigen ISP in den Abendstunden oder am Wochenende. Wenn bei IPv4 fast nichts mehr geht, ist man via IPv6 weiterhin flott unterwegs.


Gruß,
Dani
Mitglied: LordGurke
LordGurke 08.09.2019 aktualisiert um 23:36:58 Uhr
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Zitat von @Dani:
Wir haben IPv6 für unsere Services, die vom Internet aus erreichbar sind, bereits seit einigen Jahren aktiviert. Auslöser war aber nicht die Knappheit der IPv4 Adressen. Sondern die Problematik bei vollen/überbuchten Uplinks bei einigen ISP in den Abendstunden oder am Wochenende. Wenn bei IPv4 fast nichts mehr geht, ist man via IPv6 weiterhin flott unterwegs.

Handhaben wir bei uns genauso. Bei uns war ein wenig der Vorteil, dass wir "erst" 2009 RIPE-Mitglied geworden sind und direkt größere Allocations bekommen konnten (da war noch direkt als erste Zuteilung 2x /18 drin - und man bekam auch noch ordentlich Nachschlag!).
Und weil wir auch mehr oder weniger ungefragt IPv6 oben drauf bekommen haben, haben wir uns auch damit beschäftigt und irgendwann 2012 ausgerufen, dass wir keinen neuen Dienst mehr online nehmen, der IPv4-Only ist.
Hat damals mit mancher Software nicht direkt geklappt, aber inzwischen haben wir 98% unserer Dienste per Dualstack laufen.
Heutzutage hat das nicht nur die angesprochenen Geschwindigkeitsvorteile, sondern ist auch schlicht zuverlässiger.
Bei CGNAT sterben langlebige Verbindungen hin und wieder mal weg, bei manchen Anbietern ändert sich auch mitten während der Verbindung die IP-Adresse dabei. Das hat mit VPN-Verbindungen echt Kopfschmerzen bereitet. Mit IPv6 bestehen diese Probleme schlicht nicht face-smile
Mitglied: bitnarrator
bitnarrator 09.09.2019 um 21:05:36 Uhr
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Zitat von @Lochkartenstanzer:
Dann mußt Du halt den Provider wechseln oder Dir einen Tunnel graben.

Leider der einzige, der mir hier gutes Internet liefern kann (über Richtfunk)... DSL nur 1 Mbit/s hier..

VG
Mitglied: Visucius
Visucius 18.09.2019 um 19:36:26 Uhr
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Ist Dyn-DNS bei IPV6 bzw. bei den Dyn-DNS-Anbietern noch ein Thema? Oder bleibt die IPV6 dauerhaft gleich?!

Kann die Fritzbox damit mittlerweile schon VPNs aufbauen?!

Bin da vor einigen Jahren recht schnell an (meine und der FB) Grenzen gestoßen.
Mitglied: Windows10Gegner
Windows10Gegner 18.09.2019 um 19:41:52 Uhr
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Die IPv6 bleibt bei manchen Providern auch nicht gleich.
Das kann aber auch durch bestimmte Einstellungen erzwungen werden.
Mitglied: LordGurke
LordGurke 02.10.2019 aktualisiert um 22:08:16 Uhr
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Uuuuund es ist soweit: Es gibt seit heute keine zusammenhängenden /22-Präfixe mehr!

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https://www.ripe.net/manage-ips-and-asns/ipv4/getting-ready-for-ipv4-run ...
Mitglied: LordGurke
LordGurke 22.11.2019 um 19:25:43 Uhr
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Das RIPE verkündet: Ab voraussichtlich Anfang nächster Woche gibt es IPv4 nur noch unter sehr engen Voraussetzungen und wenn man auf der Warteliste steht und noch ein bisschen IPv4-Space da ist.
Wenn es gut läuft, bekommt man dann soagr noch ein /22-Präfix (1024 zusammenhängede Adressen), wenn nicht wird irgendwas aus kleineren Netzen zusammenfragmentiert, was dann in Summe diese 1024 Adressen gibt. Wenn soviel frei ist. Und man laut Warteliste an der Reihe ist.

Wir können also mit einer gewissen Seriösität behaupten, dass es ab 2020 für Provider keinen Nachschub an IPv4-Adressen geben wird. Und dass neue Provider eigentlich kaum eine Chance haben, ihren Kunden IPv4 anzubieten.

Das bedeutet letztlich, dass man sich dringender denn je mit IPv6 beschäftigen muss, wenn man es bisher nicht getan hat face-wink


Dear colleagues,

With less than 100 IPv4 /22-equivalents remaining in our pool, we expect that we will announce run-out early next week. Ahead of this, we have published a table and graph which will show the number of /24 requests when the waiting list becomes active (both the table/graph will obviously remain at zero until then).

You can find this here:
https://www.ripe.net/manage-ips-and-asns/ipv4/ipv4-waiting-list

Because of the way we have implemented the waiting list, there is a small chance that some people will know we have reached IPv4 run-out before we do. While this is not overly important, to avoid confusion we thought it might be worth explaining why this could happen.

To ensure fairness, each request effectively "reserves" a /22 until the allocation can be made. Depending on the rate of IPv4 requests, it's possible that we might end a workday with only a handful of /22s remaining in our pool. If the number of requests we receive outside of office hours exceeds the number of remaining allocations, any further requests will be added to the waiting list automatically. This will generate an email notification for the LIR that submitted the request - thereby informing them that we are out of /22 allocations.

Of course, we would not have "officially" run out, as we would still have some (at least one) /22s waiting to be allocated when we returned to the office. We will make our announcement only once we have made the final /22 allocation.


Kind regards,

Nikolas Pediaditis
Registration Services and Policy Development Manager
RIPE NCC