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Auswahl eines Routers

Hallo allerseits und schönen Nachmittag,

ich bin Serveradministrator in einem kleinen Team, muss jetzt jedoch vertretungsweise auch Netzwerk machen. Folgende Situation:

Eine neue Außenstelle wird für den Zugriff auf unsere Netzlaufwerke etc. an die Zentrale per EthernetConnect 2.0 mit 100 MBit/s angebunden. Die Außenstelle hat einen eigenen Internetanschluss mit 1 GBit/s, dieser ist im Moment nicht verbunden.

Nun soll dazwischen ein Router, der Anfragen an unsere Server über die EthernetConnect leitet und Anfragen ans Internet eben über den Internetanschluss.

Welchen Router (Rackeinbau) kann man hier empfehlen? Es wird nicht besonders viel Traffic erwartet, in der Außenstelle sitzen 3-5 Mitarbeiter.

Bitte verzeiht mir meine Inkompetenz in Sachen Netzwerk und fehlende Informationen, diese liefere ich natürlich nach.

Danke für eure Antworten
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Printed on: February 21, 2024 at 04:02 o'clock

Member: commodity
commodity Dec 07, 2023 at 13:14:39 (UTC)
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Hallo,
RB5009, wenn Du redundantes NT willst: CCR2004 - beide to much für den usecase, aber feines Gerät. Wenn man es bedienen kann face-smile

Viele Grüße, commodity
Member: Visucius
Visucius Dec 07, 2023 at 13:43:22 (UTC)
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https://mikrotik.com/products/group/ethernet-routers?filter&s=c

Such Dir was aus. Ich denke ja, der L009 täts auch schon und hat die selben Funktionalität (bei weniger Leistung) wie die oben genannten.
Member: router-newbie
router-newbie Dec 07, 2023 at 14:28:20 (UTC)
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Vielen lieben Dank für eure Vorschläge. Der L009 wird's wohl werden.
Member: commodity
Solution commodity Dec 07, 2023 updated at 15:24:03 (UTC)
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Der L009 wird's wohl werden.
Wird er hoffentlich nicht.

Mit dem L009 bekommst Du realistisch kein Gbit WAN hin. Im Betrieb sind realistisch dann um 300 MBit, je nachdem, was noch an Firewalling läuft und wie sauber Du konfigurierst. Als newbie wirst Du da auch noch nicht so optimal konfigurieren. Und bei IPsec o.ä. wirds dann ganz traurig.
Oben steht doch klar:
Die Außenstelle hat einen eigenen Internetanschluss mit 1 GBit/s,
1 Gbit Leitung, 300 Mbit Router? Wirklich? Klar, der Bedarf in der kleinen Außenstelle wird real vielleicht nicht so wahnsinnig sein, aber wenn die Leute bislang 1Gbit nutzen konnten, könnte es sein, dass sie die Drittelung merken face-wink Da wegen 70 EUR am Router zu sparen halte ich für außerst fragwürdig. Viel Spaß dann beim Erläutern.

Der L009 ist kein schlechtes Gerät, aber eher für den Leistungsanspruch von Familie Meyer zuhause, nicht für's Business. Der 5009 kostet nicht mal das Doppelte, bei einem Vielfachen der Leistung. Und kostet auch nur 1/10 eines schrottigen LANCOM. Also vielleicht nochmal nachdenken - und: Auch ein newbie kann Test-Results lesen (lernen). Die sind bei Mikrotik sehr korrekt, aber nicht jeder versteht sie. Deinen konkreten Realbedarf kannst nur Du selbst einschätzen.

Vor einer Entscheidung solltest Du auch überlegen, ob RouterOS wirklich etwas für Dich ist. Da wäre ich nämlich vorsichtig face-wink

Viele Grüße, commodity
Member: router-newbie
router-newbie Dec 07, 2023 updated at 15:35:53 (UTC)
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Danke. Dann wohl doch der RB5009.

Re: RouterOS, das wird schon klappen. Ich muss das Dingen ja nur einmal einrichten.
Im Prinzip muss nur ein Ziel-IP-Bereich auf die EthernetConnect, der Rest ins Internet. Viel mehr muss der nicht machen.

Danke nochmal.
Member: commodity
commodity Dec 07, 2023 at 15:44:55 (UTC)
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Viel mehr muss der nicht machen.
Firewalling, VPNs, Netztrennung gibt es nicht bei Euch?

Viele Grüße, commodity
Member: router-newbie
router-newbie Dec 07, 2023 at 15:49:43 (UTC)
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Firewalling, VPNs, Netztrennung gibt es nicht bei Euch?
Korrekt. Frag lieber nicht.
Member: Visucius
Visucius Dec 07, 2023 updated at 16:03:39 (UTC)
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@commodity hat schon Recht. Ich hatte nur in Erinnerung, dass er auch ipsec featured aber wenn ich das folgende lese ist das wohl wirklich nix für Dein Umfeld:

"L009 is up to 4 times faster than RB2011 in most cases and setups, from simple fast path routing to complex bridge filters. And L009 IPsec hardware encryption ensures lower CPU usage without measurable performance degradation compared to the regular driver. You can expect around 60-90 Mbps throughput using a 1400 byte packet size."

Und auch bei den Testresults bricht er schon bei 512 byte rabiat ein. Wird schon Gründe haben, warum die ipsec-Werte dort gar nicht mehr gelistet werden.

Da war ich wohl etwas optimistisch face-wink
Member: commodity
commodity Dec 07, 2023 updated at 16:10:07 (UTC)
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Schon ok. Natürlich ist das schön, nutzt aber nicht viel, wenn es eh 1000 andere Baustellen gibt. Hier wird das oft viel zu verspannt (und realitätsfern) gesehen. Mit dem Mikrotik seid Ihr aber für mögliche Verbesserungen gut aufgestellt face-smile

Ich weiß gerade nicht, wie die Lieferlage in D ist, aber bei Bedarf kannst Du bedenkenlos hier kaufen:
https://www.getic.com/
Ich habe gerade erst am Montag ein paar Geräte bestellt und das Paket ist jetzt schon in HH. Mit DHL. Früher haben die günstiger per UPS geliefert, da ging dann binnen zwei, drei Tagen.

Viele Grüße, commodity

Edit:
Da war ich wohl etwas optimistisch
Na, bei 3 Arbeitsplätzen reicht der natürlich. Nur die Leitung hat mich stutzig gemacht. Und ich finde das Wertverhältnis schräg. Der 5009 ist zu billig face-wink

P.S.: Nicht das Rackmount-Set bei der Bestellung vergessen! Ist IMO bei dem Gerät nicht dabei. Kostet aber nur ein paar EUR.

Edit 2: Der kleine Schlumpf sieht dann natürlich im Rack recht verloren aus, mit den großen Ohren. face-big-smile
Member: Visucius
Visucius Dec 07, 2023 updated at 16:04:57 (UTC)
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Und aktuell auch der günstigste Preis:
https://www.idealo.de/preisvergleich/OffersOfProduct/201670755_-rb5009ug ...

(meinen habe ich auch von getic)
Member: router-newbie
router-newbie Dec 07, 2023 updated at 16:12:30 (UTC)
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Leider mangelt es hier hart an Fachpersonal. Grobe Zusammenfassung:

Kommunalverwaltung, 3 IT-Mitarbeiter, 200 zu betreuende Mitarbeiter.
Einer macht Leitung, der andere Helpdesk und Netzwerk (Ist jetzt für die nächsten paar Wochen ausgefallen) und ich bin neu dabei mit Helpdesk und Server/Clients. Keiner von uns ist ausgebildeter Informatiker, die anderen beiden sind Verwaltungsfachleute, ich auch Quereinsteiger.

Ist halt schwierig mit der Entgeltgruppe 9a gutes Fachpersonal zu bekommen, aber läuft ja irgendwie...

Immerhin konnte ich einige Seminare besuchen.
Member: commodity
commodity Dec 07, 2023 at 16:22:10 (UTC)
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Eieiei, ÖD. Gilt da nicht die DSGVO auch? Stichwort TOM?
Aber Wunsch und Wirklichkeit sind in der IT eben doch sehr verschieden. Behalte wenigstens die Datensicherung im Blick... Stichwort Offsite. Ich kämpfe an vergleichbarer Front, aber nicht ÖD.
? Leitung? Bei IT für 200 MA? Das muss ein ruhiges Leben sein. face-big-smile


Wenn Du plötzlich Spaß am Networken bekommst (Du wirst der King im Laden face-wink):
https://www.youtube.com/@SebastianPhilippiTV
Und/oder Mikrotik für kleines Geld: https://mynetworktraining.com/p/mikrotik-bundle-update
(gibt's auch gelegentlich sehr günstig bei der Udemy).

Bei Fragen zu RouterOS bist Du hier nicht allein face-smile

Viele Grüße, commodity
Member: aqui
aqui Dec 07, 2023 updated at 17:15:27 (UTC)
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Mit einem Cisco 921-4P oder einem 1111-4P machst du nichts falsch.
Diese Router sind dedizierte Firmenrouter und haben eine stateful Firewall onboard. Guckst du dazu auch HIER.

Kommunalverwaltungen können bekanntlich immer über den Cisco Rahmenvertrag des BMI einkaufen ohne Ausschreibung! face-wink
Bei Fragen zu Cisco IOS bist du hier auch nicht allein. face-smile
Mitglied: 8585324113
8585324113 Dec 07, 2023 at 17:02:31 (UTC)
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Willst Du nicht verraten welcher Router schon im Einsatz ist an der CC100?

Und ja, wie vom Fachpersonal erwähnt. Die Mikrotiks haben an der Stelle nichts zu suchen.

Öffentliche Verwaltung? LANCOM ist vermutlich der günstigste Ansprechpartner um für einige Jahre eine zulässige Verbindung haben zu können.
Oder bei der Telekom als Service kaufen und über deren besondere Netze abwickeln lassen. Ähnlich wie NDB oder DFN-Vernetzungen.
Member: commodity
commodity Dec 07, 2023 at 17:42:14 (UTC)
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Und ja, wie vom Fachpersonal erwähnt. Die Mikrotiks haben an der Stelle nichts zu suchen.
Was für ein fundierter Kommentar. Platzt geradezu vor lauter Details, dicker Hose und sachlicher Befassung mit der Aufgabenstellung.
Klar, für einen Router für 3-5 MA muss die öffentliche Hand 1800 EUR ausgeben. Am besten noch + 2.500 für eine Schulung für die bislang nur angelernte IT face-big-smile

cui bono?
Ich hoffe, Du gehörst dann nicht zu den Leuten, die ständig über ihre hohe Steuerlast klagen.
Viele Grüße, commodity
Mitglied: 8585324113
8585324113 Dec 07, 2023 at 19:24:49 (UTC)
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Es gibt Regeln für Hardware im öffentlichen Bereich.
Mikrotik hat keine Zulassung und versucht nciht mal in die Richtung was zu machen.

LANCOM ist der günstigste Einstieg in diesem Bereich.
Member: commodity
commodity Dec 07, 2023 updated at 21:53:29 (UTC)
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Es gibt Regeln für Hardware im öffentlichen Bereich.
Pauschaler geht's nicht? Und ist öffentlicher Bereich öffentlicher Bereich?
Wir haben hier den Bund, die Länder, die Kreise, die Kommunen. Alle Regeln gleich? Im föderalen Staat? Interessant.

Der TO wird die Regeln in seiner Kommune kennen. Ansonsten kann er den Justitiar befragen. Du hingegen kennst (wie wir alle anderen) nicht einmal die Kommune. Nicht einmal den Kreis, das Bundesland - sprichst aber von "Regeln".

Nach meiner Kenntnis sind die Positionen des BSI nur empfehlender Natur. Fallen also raus. Sie werden dann bindend, wo sie in Verwaltungsvorschriften gegossen werden. Hast Du da ein Beispiel für eine so kleine Kommune?
Bleibt IMO noch die EVB-IT, die Du sicher auch meinst. Wie Du als Fachpersonal fraglos weißt, gilt diese nur nach Maßgabe der haushaltsrechtlichen Verwaltungsvorschriften und da gibt es beachtliche Unterschiede. Insbesondere für Kommunen haben die EVB-IT zu allermeist nur, wenn überhaupt erfasst, empfehlenden Charakter. So aber auch zB für die Behörden im Bundesland Thüringen. Einige weitere Länder sehen ausdrücklich Ausnahmen vor oder bezeichnen die Anwendung nur als "grundsätzlich", d.h. man kann Ausnahmen machen, muss sie aber angemessen begründen.
Ansonsten gibt's noch das Vergaberecht, aber nicht für solche Minianschaffungen.
Ergänze gern, wenn ich was vergessen habe - wir sprechen hier über eine Minikommune, aber das ist ja vielleicht auch an anderer Stelle interessant.

Zu den allerdings auch für eine Kommune verbindlich geltenden Regeln der öffentlichen Hand gehören insbesondere die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Einen Hersteller auszugrenzen, der aus der EU stammt, dürfte auch europarechtlich nicht ganz ohne sein. In der Sache peinlich wird es, wenn dessen Router weltweit ein hohes Renommé genießen, in Rechenzentren ebenso wie im Office von Großunternehmen (z.B bei Google) verwendet werden und primär wohl deutscher Habitus und die Bequemlichkeit der Satten und/oder der Protektionismus von Lobbyisten einer sachgerechten Entwicklung im Wege stehen. Genau dem entgegen zu wirken und mal zum Versuch einen anderen Weg zu beschreiten wäre übrigens eine feine Ausnahmebegründung für den individuellen Verzicht auf die Anwendung der EVB-IT face-wink

Nun, wir kennen ja alle hier Gründe dafür, warum deutschlands Digitalisierung sich so vorbildlich vital entwickelt. Da haben wir es an sich auch gar nicht nötig, ins Baltikum zu gucken face-smile Denn wir haben ja, Du schreibst es: - Fachpersonal -. Das regelt das schon für uns face-wink

Viele Grüße, commodity
Member: aqui
aqui Dec 07, 2023 at 21:36:07 (UTC)
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LANCOM ist der günstigste Einstieg in diesem Bereich.
Dürfte sich mit Cisco über die Public Sector Rahmenverträge und entsprechende Rabatte die Waage halten und in dem Falle wäre Cisco da immer erste Wahl vom Featureset.
Member: Visucius
Visucius Dec 07, 2023 at 21:54:12 (UTC)
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Member: aqui
aqui Dec 07, 2023 at 21:56:19 (UTC)
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Nur dümmliche Admins exponieren ein HTTP Interface offen ins Internet. Mehr muss man dazu sicher nicht sagen.
Member: commodity
commodity Dec 07, 2023 updated at 22:03:20 (UTC)
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Leute, der Fred ist längst gelöst. Es geht hier nicht um den tollsten und besten Router oder wer den längsten hat. Einzig die bislang unbelegten Pauschalbehauptungen zu etwaigen rechtlichen Rahmenbedingungen sind bestenfalls noch von Interesse.

Ich habe keinerlei Zweifel, dass der Kollege @aqui das RB5009 für die vom TO geschilderten Voraussetzungen aus fachlicher Sicht ebenfalls für mehr als angemessen hält face-smile

Viele Grüße, commodity
Mitglied: 8585324113
8585324113 Dec 08, 2023 at 03:03:44 (UTC)
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Zitat von @aqui:

LANCOM ist der günstigste Einstieg in diesem Bereich.
Dürfte sich mit Cisco über die Public Sector Rahmenverträge und entsprechende Rabatte die Waage halten und in dem Falle wäre Cisco da immer erste Wahl vom Featureset.

Dafür müsste man über "Kaufhaus des Bundes" beziehen können. Das wird hier nicht der Fall sein und aus Erfahrung kassiert Cisco Kommunen und Gemeinden heftig ab und lockt sie in Software-Fallen.
Mitglied: 8585324113
8585324113 Dec 08, 2023 at 15:00:50 (UTC)
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Zitat von @commodity:

Leute, der Fred ist längst gelöst. Es geht hier nicht um den tollsten und besten Router oder wer den längsten hat. Einzig die bislang unbelegten Pauschalbehauptungen zu etwaigen rechtlichen Rahmenbedingungen sind bestenfalls noch von Interesse.

Ich habe keinerlei Zweifel, dass der Kollege @aqui das RB5009 für die vom TO geschilderten Voraussetzungen aus fachlicher Sicht ebenfalls für mehr als angemessen hält face-smile

Viele Grüße, commodity

Ja, dann führe mal bitte aus.

für das allgemeine Rechtsverständnis. Eine Gemeinde oder Kommune bekommt vom Land Recht des Bundes oder der EU in das Landesrecht überführt, dass vom Bundes- oder EU-Recht abweicht?
Und die Auditoren haben dann auch noch andere Maßstäbe für diese Telegram-Quer-Admins?

Oder ist es das verfassungsrechtliche Selbstverwaltunsgrecht, dass die Standards beliebig macht?

Und bevor Du jetzt weiter spinnst, es geht nicht darum was man machen kann und was nicht selten gemacht wird, sondern was einer Überprüfung auf die Anforderungen standhalten würde. Ganz besonders mit Blick auf die Verschärfung der Gesetze in 2023 und in Kürze.

Und ja, ich finde Mikrotik auch toll. Aber es ist Spielzeug und hat in einer öffentlichen Verwaltung nichts zu suchen, weil der ISB seiner Arbeit nicht nachgehen könnte, an den Geräten samt deren Software.
Member: commodity
commodity Dec 08, 2023 at 16:57:22 (UTC)
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... bevor Du jetzt weiter spinnst ...

Der Kollege @2423392070 (unbelanglos) ist auferstanden! face-big-smile Und wird gleich wieder ausfallend. Wie schade, das Forum war zwischenzeitlich sehr konstruktiv-sachlich.

Hint1: Hergebracht wird physische oder verbale Gewalt als Zeichen intellektueller und/oder charakterlicher Defizite gesehen. Ich fürchte, das wird langsam anders, dann ist Dein Dein Style wieder im Trend. Bis dahin: Versuche doch bitte sachlich zu bleiben, egal, wie herausforderd die Situation sich für Dich darstellt.
Nicht nur ich wünsche mir hier Fachkompetenz. Bringe sie ein, wenn Du sie hast, bitte nicht aber durch pauschale/unerläuterte Einwürfe und Pöbelei. Dicke Hose bringt keinen weiter. Danke.

Hint2: Nur weil Du meinst, fachliches Können zu besitzen, heißt das nicht, das andere hier nicht auch fachliches Können besitzen. Das ist nicht immer deckungsgleich - aber wir profitieren hier voneinander, nicht gegeneinander. Auch deswegen sind begründete Fakten plumpen Beleidigungen vorzuziehen face-smile

Wir haben ja eigentlich einen kommunalen Beschäftigten als TO, der könnte Dir das Thema (für die Kommune) vielleicht noch besser erklären, aber ich versuche es mal:

Was darf nun die Kommune? Kurzer Ausflug ins bundesdeutsche Staatsrecht:
(Europa können wir hier außen vor lassen - Europarecht wirkt nicht unmittelbar sondern wird binnenstaatlich umgesetzt)

Wir haben in Deutschland keine Durchreichung bundesrechtlicher Normen aufs Landes- oder Kommunalrecht. Das widerspräche komplett dem in D geltenden Prinzip des Föderalismus. Es gilt vielmehr eine Art Bereichsautonomie. Zugleich gilt das Prinzip des Vorrangs höherrangigen Rechts, z.B. bricht Bundesrecht (widerstreitendes) Landesrecht. Dieses Prinzip greift aber nur dann, wenn es widerstreitende Regeln in einem Kompetenzbereich gibt und das höherrangige Organ zum Erlass von Regeln auch zuständig ist. Diese Zuständigkeit wird auf höchster Ebene durch die Verfassung bestimmt. Für die Bundesländer durch Art. 30 GG:

Die Ausübung der staatlichen Befugnisse und die Erfüllung der staatlichen Aufgaben ist Sache der Länder, soweit dieses Grundgesetz keine andere Regelung trifft oder zulässt.

Als anschauliches Beispiel möge das Polizeirecht dienen. Das ist qua Verfassung Ländersache. Der Bund kann also gar keine Regeln erlassen, die bestimmen, wie die Länder ihr Polizeirecht gestalten sollen. Das machen die Länder selber. Der Bund hingegen kann das für die Bundespolizei, für die er (als übergreifende Ausnahme) zuständig ist. Gibt nun der Bund vor, dass die Bundespolizei rosa Uniformen trägt, ist das für die Länder völlig egal. Die können weiter in blau, grün, lila oder was auch immer rumlaufen, eben so wie das Landesparlament das regelt.

Bei den Kommunen ist das ähnlich. Dort heißt es kommunale Selbstverwaltung und ist in Art. 28 des Grundgesetzes geregelt:
Den Gemeinden muß das Recht gewährleistet sein, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln.
Das Prinzip gilt für "alle" Angelegenheiten der örtlichen Verwaltung (sog. "Allzuständigkeit"). Die IT-Ausstattung gehört hier fraglos dazu. "Im Rahmen der Gesetze" heißt hier nichts anderes als, wenn es eine vorrangige gesetzliche Regelung gibt, muss die Gemeinde sie beachten. Dann - und nur dann. Wenn ein Bundesland für seine Kommunen Regeln schaffen möchte, braucht es zunächst eine gesetzliche Grundlage, diese ist oft eher allgemein gehalten. Die Einzelheiten werden dann in Verwaltungsvorschriften (teils auch Ausführungsvorschriften genannt) geregelt.

Genau deshalb habe ich Dich, der sich ja offenbar zu den "Fach-"leuten im Thema kommunale IT zählt und sich damit gar von anderen hier abzugrenzen sucht, nach der dieser Aussage
Es gibt Regeln für Hardware im öffentlichen Bereich.
zugrunde liegenden Regelung gefragt. Die wirst Du ja kennen, wenn Du hier so etwas in Bezug auf den Thread, wo eine Kommune einen Router kaufen möchte, postest. Sonst wäre der Post ja nur heiße Luft und die brauchen wir hier bestenfalls zum Haare trocknen face-smile

Also bitte gern, benenne die Rechtsgrundlage, die hier für die Kommune gelten soll. Sachen, die Dich offenbar fordern wie
mit Blick auf die Verschärfung der Gesetze in 2023 und in Kürze
mögen in Deinem Bereich gelten. Das kann, wie hoffentlich ausführlich genug dargelegt, auch auf die Kommunen durchschlagen - wenn es gesetzlich geregelt wird. Nun hatten wir ja erst kürzlich hier den Fall, dass Kommunen sogar von spezifischen IT-Sicherheitsvorgaben befreit werden sollen. Ob und wohin die perspektivische Regelungslage sich entwickelt ist für unseren Fall aber ohnehin völlig egal. Heute gilt, was heute gilt und nicht, was morgen vielleicht gilt.

Ich habe ja schon ein paar beispielhafte Ideen zu möglichen Regelungen geäußert, vermag aber die von Dir suggerierte Rechtsgrundlage nicht zu erkennen. Du hast etwas als Fakt dargestellt, sei doch so nett und belege Deine Aussage (statt in beachtlichem Unverständnis bundesdeutscher Staatsorganisation mich zu fragen, wie es dazu kommen kann, dass eine Kommune eigene Rechte hat face-smile) Entweder bist Du so alt, dass Du noch Staatsbürgerkunde und Wandtafel genossen hast und danach ist nicht mehr viel passiert oder Du hast in der Schulzeit zu viel am PC gesessen und Politische Weltkunde völlig verpennt. Das ist Stoff 8. oder 9. Klasse, wenn ich mich recht erinnere. Und wenn man mit dem Bund zu tun hat oder dort beschäftigt ist, bekommt man diese Prinzipien eigentlich auch ständig serviert. Nun ja.

Wenn Du keine Rechtsgrundlage für die Kommune mehr für uns hast, gilt wohl das bereits in meinem Vorpost Gesagte: Die EVB-IT gilt für ein Bundesland nur, wenn das Land sich dies für sich haushaltsrechtlich selbst verankert (der Landeshaushalt ist Sache des Landes) und für die Kommunen spezifisch vorgibt. Ansonsten kann die Kommune Netgear oder gar Unifi kaufen (bitte beides nicht) und dennoch kommt nicht die Kommunalaufsicht und dreht frei. Ob und wie Audits in Gemeinden geregelt sind (und ob es sie überhaupt gibt), entzieht sich meiner direkten Kenntnis. Auch dies wäre aber eine Sache der kommunalen Selbstverwaltung ("Allzuständigkeit") und könnte rein gar nichts an der fiskalischen (Einkaufs-) Hoheit der Gemeinde ändern, es sei denn die Kommune regelt das für sich selbst. Es ist nämlich allein ihre Sache.

Soweit Du den ISB (erneut völlig pauschal offenbar als "Hilfsargument" reingeworfen) anführst, liegt IMO ein weiteres Missverständnis vor. Der ISB arbeitet nicht an Geräten und deren Software. Die Aufgaben des ISB sind in erster Linie beratend und koordinierend. Das ist vorwiegend konzeptionelle Tätigkeit. Der muss RouterOS nicht konfigurieren. Es wäre ja nun ein Armutszeugnis für die öffentliche IT schlechthin, wenn deren Entwicklung an allen Orten vom Umfang der Kompetenzen des zuständigen ISB abhängen würden face-big-smile Mehr Innovationsbremse ginge ja kaum. Auch hier geht (bis zu einer entgegen stehenden gesetzlichen Verbindlichkeit) die Autonomie der Kommune vor.
Auch im Bereich des ISB gilt, wie überall in der IT:
Weiterbildung und Offenheit der Standards sind gefragt. Aber das weißt Du ja alles, bist ja vom "Fach".

Nach all dem siehst Du vielleicht, dass
> für das allgemeine Rechtsverständnis. Eine Gemeinde oder Kommune bekommt vom Land Recht des Bundes oder der EU in das Landesrecht überführt, dass vom Bundes- oder EU-Recht abweicht?
diese - bereits etwas wirr formulierte - Frage ein beachtlich fehlerhaftes Grundverständnis der bundesdeutschen Staatorganisation ausdrückt. Ich hoffe, das ist nicht der Standard bei deutschen Führungskräften und freue mich sehr, wenn ich etwas Licht ins Dunkel bringen konnte.

Viele Grüße, commodity
Member: Visucius
Visucius Dec 08, 2023 at 19:16:00 (UTC)
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Aus gegebenem Anlass:

Gibt es eigentlich eine maximale Beitragslänge? ­čśé
Member: commodity
commodity Dec 08, 2023 at 20:03:24 (UTC)
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face-big-smile Gibt es: Die Zeile,
Sorry für den langen Text, die Bundesrepublik ist leider nicht in zwei Zeilen erklärt
passte nicht mehr hin face-wink

Ich hätte auch einfach schreiben können,
Wahlfähigen Staatsbürgern in D ist das ja in den wesentlichen Grundzügen bekannt.
aber der Kollege unbelanglos @8585324113 hat ja so nett gefragt, da wollte ich es auch verständlich gestalten face-smile

Viele Grüße, commodity
Mitglied: 8585324113
8585324113 Dec 09, 2023 at 02:42:39 (UTC)
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So muss es dann sein.

Ich habe WiBa beim BSI zum Löschen vorgemerkt und gebeten dich als Präsident einzustellen.

Für mich als persönliches Interesse. Welche Hardware, günstiger als Lancom wird 5-7 Jahre die aktuellen und gültigen Anforderungen an IT Sicherheit erfüllen?
Das war der Kern der Aussage und dann musste jemand dein Bier halten.

Die andere Frage die sich stellte war, was Rat man einen unerfahren Vertretungs-ITler ohne nennenswerte Netzwerkkenntnisse als Hardware.
Surprise: Mikrotik

Ich denke zwei Fritzboxen waren sogar der bessere Rat gewesen.

Welche Daten dort übertragen werden würden, hast du natürlich auch gleich noch mit geklärt.

Deine Vorstellungen wie höheres Recht in die Länder gelangt und dort von den Trägern, angewandt wird, könntest Du an einer Telegram-Uni lehren. Man hängt da an deinen Lippen. Garantiert.
Es gibt nur eine Möglichkeit Bundesrecht nicht durch den Bund selbst zur Anwendung zu bringen.

Fakt ist, 2025/26 hatte jede Gemeinde ihren Besuch vom Auditor und dann ist die Tabelle sehr sehr rot und wer bezahlt dann die neue Hardware?
Member: commodity
commodity Dec 09, 2023 updated at 12:34:01 (UTC)
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Nun, lieber "Kollege", Dein Brett wird nicht dicker.

Keine Kenntisse über die Organisation der Bundesrepublik zu haben, aber im selben Atemzug "Telegram" in den Mund zu nehmen wirft ein fragwürdiges Licht auf Deine Person. Das hattest Du doch gar nicht nötig. Argumente, gleich ob technischer, juristischer oder politischer Art habe ich bislang noch keine von Dir gelesen. Bei "Fach-"leuten kannte ich das bislang anders. Außer bei den "Fach-"leuten, die sich hier als solche bezeichnen, ohne welche zu sein.
So fehlt hier zB immer noch die fachkundige benannte Rechtsgrundlage für Deine Aussage
Es gibt Regeln für Hardware im öffentlichen Bereich.
bezogen auf die Kommunen. Aber egal.

Wer das Schicksal des Landes an die Routerauswahl der Kommunen knüpft hat eine so bemitleidenswert begrenzte zentralistische (und leider verfassungsferne) Perspektive, dass wir da sicher nicht zusammen kommen.

Ich bin mir auch ganz sicher, Estland (auch EU, hoppla) wird 2025/2026 untergehen, weil sie da im niederen Verwaltungssektor nicht auf den überteuerten, featurearmen und innovationsfernen, weil total proprietären Krempel von LANCOM setzen. Gell? Oder Spanien, Portugal, Griechenland ... Und alles nur, weil Fachleute wie Du dort nicht die Zügel in der Hand halten. Wie schade!

Viele Grüße, commodity