Einstieg in die Linux Welt

Mitglied: simi2204

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17.09.2020 um 17:04 Uhr, 592 Aufrufe, 13 Kommentare

Hallo zusammen,

ich bin dieses Jahr im Juli mit meiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration fertig geworden und bin in meiner Firma übernommen worden.

Hier setzen wir bis auf ganz wenige Ausnahmen nur auf Windows Server und Windows Clients. Würde mich aber gerne auch mit Linux befassen (kann ja nicht schaden für die Zukunft). Betrieblich habe ich eigentlich keinerlei Möglichkeiten in diese Richtung etwas zu machen. Würde mich daher gerne Privat in meiner Freizeit hier weiterbilden.
Jetzt ergibt sich natürlich die Frage wo Anfangen. Gibt es Erfahrungswerte mit Online Kursen o. ä. Oder gibt es vieleicht Projekte die ihr zum Einsteigen in die Linux Welt empfehlen könnt?

Vielen Dank schon mal Vorab und einen schönen Feierabend.

Gruß

Simon
Mitglied: aqui
17.09.2020, aktualisiert um 17:11 Uhr
Als Allererstes einen RaspberryPi beschaffen !!
https://administrator.de/tutorial/netzwerk-management-server-raspberry-p ...
Heft kaufen:
https://www.heise.de/news/Sonderheft-c-t-RASPI-jetzt-im-heise-shop-erhae ...
Loslegen und Learning by Doing ! In einem Laden voller Winblows Knechte wo du jetzt bist umso wichtiger !
VirtualBox auf dem Winblows Rechner und ein Ubuntu dort installieren der andere Weg.
Anfänger Literatur gibt es wie Sand am Meer dazu...
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Mitglied: maretz
17.09.2020 um 18:01 Uhr
Moin,

das erste was du dir - mMn - überlegen solltest wäre: WAS willst du tun? Es bringt ja wenig wenn du einfach mal ne Linux-Büchse hinstellst und dann steht die da halt...

Du kannst damit ja div. Dinge machen:
- Sämtliche Serverdienste gibts da (Webserver, Application-Server, DNS, Fileserver,....)
- Firewall (und zwar ggf. mal ohne einfach nur ne pfSense runterladen und per web zusammenklicken... wenn man es lernen will kann man ja mal mittels iptables auch selbst tippen ;) )
- Arbeitsrechner als Windows-Ersatz
....

So - und wenn du dann jetzt auf die Idee kommst "hey, ich installiere es mir mal und morgen weiss ich wie es läuft" - lösch die Installation noch vorm Start... :P. Die ersten 4 Wochen wirst du normal fluchen, kotzen, schreien und das ding löschen wollen... Wenn du bei Windows halt gewohnt bist "ich mach nen klick auf Setup.exe" und dann gehts irgendwie (wenns nich grad dein System wieder zerlegt) - tja, gibbet nich... Paketmanager nehmen geht allgemein oder wenns ganz wild wird auch selbst übersetzen (und noch mehr kotzen weil wieder irgendwelche Lib's fehlen oder in der falschen Version da sind). Wo du bei Windows halt mal eben deinen Server unter \\servername findest kannst du da erst mal anfangen mit dem Protokoll (z.B. smb://servername ). Wenn du es aber einmal raus hast merkst du auch das es einige Vorteile hat.... Es is nur eben die ersten Wochen idR. so das man ganz neue Ebenen des Fluchens kennenlernt. Das is ähnlich wie von Win auf Mac wechseln ... und umgekehrt wenn man dann doch wieder an nem Windows sitzt...
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Mitglied: Looser27
17.09.2020 um 18:21 Uhr
....oder Du schnappst Dir ein paar Anleitungen aus dem Forum und baust Dir nen Radius Server oder nen Monitoring Server mit Nagios oder Zabbix. Gibt reichlich davon. Alles kein Hexenwerk, aber es wird Dich am Anfang viele Nerven kosten.
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Mitglied: erikro
17.09.2020, aktualisiert um 18:31 Uhr
Moin,

Zitat von simi2204:

Hallo zusammen,

ich bin dieses Jahr im Juli mit meiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration fertig geworden und bin in meiner Firma übernommen worden.

Herzlichen Glückwunsch!

Hier setzen wir bis auf ganz wenige Ausnahmen nur auf Windows Server und Windows Clients. Würde mich aber gerne auch mit Linux befassen (kann ja nicht schaden für die Zukunft).

Sehr lobenswert.

Jetzt ergibt sich natürlich die Frage wo Anfangen.

Na bei Slackware die Sourcen runterladen und kompilieren. Scherz beiseite. Wenn Du es wirklich zum Einsatz als Systemadministrator lernen willst, dann empfehle ich Debian. Wenn Du es leicht haben willst, dann installiere gleich eine GUI (für Windowsuser würde ich KDE empfehlen) mit. Wenn Du den härteren aber lehrreicheren Weg gehen willst, dann ein nackiges Debian ohne GUI und ohne Software. Im Serverbereich -und wenn, dann wird Linux professionell meist dort eingesetzt; Clients findet man eher selten- ist unter Linux vim die GUI. Maus? Ja, es gibt sogar ein Modul für Maus auf der bash. Aber, wer will das schon? Und wozu?

Gibt es Erfahrungswerte mit Online Kursen o. ä. Oder gibt es vieleicht Projekte die ihr zum Einsteigen in die Linux Welt empfehlen könnt?

Bau Dir für zuhause einen Dömancontroller mit Samba 4 (dazu gehört dann auch Kerberos, DHCP und DNS; nebenbei lernt man da auch eine Menge über die Funktionsweise des AD), einen Fileserver und ssh für den Fernzugriff mit Authentifizierung via pre shared key. Dann konfigurierst Du das Ganze so, dass root sich nicht mehr anmelden darf (ein Backup des bis hierhin Erfolgten ist jetzt hilfreich ) und sich nur die Gruppe sudoers root-Rechte mit sudo verschaffen kann. Beim harten Weg darfst Du dann die GUI installieren. Aber das willst Du dann nicht mehr.

Viel Spaß!

Liebe Grüße

Erik
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Mitglied: Lochkartenstanzer
17.09.2020 um 18:53 Uhr
Zitat von simi2204:

Jetzt ergibt sich natürlich die Frage wo Anfangen. Gibt es Erfahrungswerte mit Online Kursen o. ä. Oder gibt es vieleicht Projekte die ihr zum Einsteigen in die Linux Welt empfehlen könnt?

Setz Dir einfach einen Linux-Desktop statt Windows auf und arbeite damit zuhause. Damit bekommst Du Erfahrung.

Noch besser ist es, alle Windows-Kisten zuhause zu verbannen und zu versuchen alles mit LInux, (Open)Solaris oder netBSD zu lösen. Dann bekommst Du ganz viel Erfahrung auf die Dauer.

lks
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Mitglied: erikro
17.09.2020 um 19:00 Uhr
Zitat von Lochkartenstanzer:
Setz Dir einfach einen Linux-Desktop ... auf

Und das von Dir. Ich rate dem jungen Kollegen zum harten Weg über die Konsole und dann ... Mein Debian in der VM in der Firma schämt sich immer, weil es das einzige Linux mit GUI im ganzen Netz ist. Und der einzige Grund dafür ist, dass es einfach bei >10 offenen Konsolen praktisch ist, wenn da auf dem Reiter steht, zu welchen Server die gehören.
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Mitglied: Lochkartenstanzer
17.09.2020 um 19:06 Uhr
Zitat von maretz:

Wenn du bei Windows halt gewohnt bist "ich mach nen klick auf Setup.exe" und dann gehts irgendwie (wenns nich grad dein System wieder zerlegt) - tja, gibbet nich...

Doch gibt es genug: Der Dreisatz make config; make, make install funktioniert bei den meisten Paketen problemlos.

Paketmanager nehmen geht allgemein ...

Funktioniert besser, als irgendwelche Download unter Windows zu holen und zu insallieren.

... oder wenns ganz wild wird auch selbst übersetzen (und noch mehr kotzen weil wieder irgendwelche Lib's fehlen oder in der falschen Version da sind).

Naja, durch sorgfältige Analyse läßt sich das i.d.R. schnell beheben.

Wo du bei Windows halt mal eben deinen Server unter \\servername findest ...

Wirklich? Schon oft genug erlebt, daß Windows seien Server so nicht findet, weil irgendein Dödel das DNS verbockt hat. .

... kannst du da erst mal anfangen mit dem Protokoll (z.B. smb://servername ).

Das ist ganz einfach Syntax lernen.

Wenn du es aber einmal raus hast merkst du auch das es einige Vorteile hat.... Es is nur eben die ersten Wochen idR. so das man ganz neue Ebenen des Fluchens kennenlernt.

Wenn man fluchen muß, hat man sich einfach nicht mit der Dokumentation beschäftigt. Lesen bildet.

Das is ähnlich wie von Win auf Mac wechseln ... und umgekehrt wenn man dann doch wieder an nem Windows sitzt...

Da muß man überhaupt nicht fluchen. Ich wechsel dauernd zwischen Mac, Linux, BSD, Windows in allen Geschmacksrichtugen hin und her. Fluchen muß ich höchstens bei Windows, weil das System ungenügend dokumentiert ist udn fehlermeldungen oft nichtssagend sind.

lks
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Mitglied: Lochkartenstanzer
17.09.2020 um 19:07 Uhr
Zitat von erikro:

Zitat von Lochkartenstanzer:
Setz Dir einfach einen Linux-Desktop ... auf

Und das von Dir. Ich rate dem jungen Kollegen zum harten Weg über die Konsole und dann ... Mein Debian in der VM in der Firma schämt sich immer, weil es das einzige Linux mit GUI im ganzen Netz ist. Und der einzige Grund dafür ist, dass es einfach bei >10 offenen Konsolen praktisch ist, wenn da auf dem Reiter steht, zu welchen Server die gehören.

Naja, die GUI erleichtert den Einstieg.

lks
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Mitglied: WienersC
17.09.2020, aktualisiert um 20:55 Uhr
"ich bin dieses Jahr im Juli mit meiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration fertig geworden und bin in meiner Firma übernommen worden."

"Setz Dir einfach einen Linux-Desktop statt Windows auf und arbeite damit zuhause. Damit bekommst Du Erfahrung.

Noch besser ist es, alle Windows-Kisten zuhause zu verbannen und zu versuchen alles mit LInux, (Open)Solaris oder netBSD zu lösen. Dann bekommst Du ganz viel Erfahrung auf die Dauer."

Wie man einem Berufsanfänger allen Ernstes empfehlen kann, sich zuhause dann nur noch Linux zu installieren und sein Haupt-Handwerkszeug zum GELDVERDIENEN völlig links liegen zu lassen und sich damit privat nicht mehr zu beschäftigen, kann ich nicht begreifen. Wie verbohrt kann man bitte sein, solche Empfehlungen auszusprechen?
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Mitglied: Lochkartenstanzer
17.09.2020, aktualisiert um 21:08 Uhr
Zitat von WienersC:

Wie man einem Berufsanfänger allen Ernstes empfehlen kann, sich zuhause dann nur noch Linux zu installieren und sein Haupt-Handwerkszeug zum GELDVERDIENEN völlig links liegen zu lassen und sich damit privat nicht mehr zu beschäftigen, kann ich nicht begreifen. Wie verbohrt kann man bitte sein, solche Empfehlungen auszusprechen?

Er will auch mit Linux Geld verdienen. Und mit Windows sammelt er Erfahrung "auf Arbeit". Wenn er nicht konsequent mit Linux arbeitet, wird er da keine Erfahrung sammeln können, weil das eben "auf Arbeit" gar nicht vorkommt.

lks

PS: Meine "Hauptarbeitskisten" sind LInux-Kisten. Mit Windows muß man sich schon bei den Kunden oft genug "rumärgern".
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Mitglied: WienersC
17.09.2020, aktualisiert um 21:24 Uhr
"Und mit Windows sammelt er Erfahrung "auf Arbeit". "

Er ist aus der Ausbildung raus. Wenn er sich damit nur auf der Arbeit beschäftigt, werden sich Kunden und Arbeitgeber aber "freuen". Meine Erfahrungen mit solchen Kollegen sind da leider sehr negativ.
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Mitglied: maretz
17.09.2020 um 21:32 Uhr
Zitat von Lochkartenstanzer:

Zitat von maretz:

Wenn du bei Windows halt gewohnt bist "ich mach nen klick auf Setup.exe" und dann gehts irgendwie (wenns nich grad dein System wieder zerlegt) - tja, gibbet nich...

Doch gibt es genug: Der Dreisatz make config; make, make install funktioniert bei den meisten Paketen problemlos.

Stimmt...wenn man dann die ganzen Compiler installiert hat, die Libs in den richtigen Versionen da sind usw...


Paketmanager nehmen geht allgemein ...

Funktioniert besser, als irgendwelche Download unter Windows zu holen und zu insallieren.

Das kommt ja ganz aufs Paket an... Klar gibts auch welche die komplizierter sind - aber die meisten laufen ja dann "einfach" (dann is das Setup durch - ggf. danach noch Anpassungen is was anderes).


... oder wenns ganz wild wird auch selbst übersetzen (und noch mehr kotzen weil wieder irgendwelche Lib's fehlen oder in der falschen Version da sind).

Naja, durch sorgfältige Analyse läßt sich das i.d.R. schnell beheben.

Stimmt - wenn man dazu die Zeit und die Lust hat. Und dann muss man die halt noch in der richtigen Version installieren,... Deshalb ja am liebsten einfach vom Paketmanager, da passts idR. - genauso wie bei Windows: Man KANN dort theoretisch auch alles selbst übersetzen wo es sources zu gibt, will man aber idR eben auch nicht...


Wo du bei Windows halt mal eben deinen Server unter \\servername findest ...

Wirklich? Schon oft genug erlebt, daß Windows seien Server so nicht findet, weil irgendein Dödel das DNS verbockt hat. .

Das is aber dann nich nur unter Windows so sondern überall ... ich hätte aber auch \\ip nehmen können...


... kannst du da erst mal anfangen mit dem Protokoll (z.B. smb://servername ).

Das ist ganz einfach Syntax lernen.

Stimmt - und grad am Anfang wird DAS eben das Problem sein... Das is wie beim Programmieren - da sinds auch nur nen paar Kommandos aber bis man die alle hat dauerts eben...


Wenn du es aber einmal raus hast merkst du auch das es einige Vorteile hat.... Es is nur eben die ersten Wochen idR. so das man ganz neue Ebenen des Fluchens kennenlernt.

Wenn man fluchen muß, hat man sich einfach nicht mit der Dokumentation beschäftigt. Lesen bildet.

Klar - und natürlich liest jeder auch gleich alle Handbücher, Dokus usw... zuerst ... Ich weiss ja nich - ggf. bin ich ja nen sonderfall aber bei mir kann ich die meisten Geräte auch nach 5 Jahren noch mit ner neuwertigen und ungelesenen Doku abgeben ;). Und auch da: Grad zum Anfang is ja das erste Problem schon rauszufinden WELCHE Doku man braucht und welche Suchbegriffe man verwenden kann...


Das is ähnlich wie von Win auf Mac wechseln ... und umgekehrt wenn man dann doch wieder an nem Windows sitzt...

Da muß man überhaupt nicht fluchen. Ich wechsel dauernd zwischen Mac, Linux, BSD, Windows in allen Geschmacksrichtugen hin und her. Fluchen muß ich höchstens bei Windows, weil das System ungenügend dokumentiert ist udn fehlermeldungen oft nichtssagend sind.

Ich wechsel auch häufiger, mein Hauptgebiet is eben Mac/Linux, muss aber ab und an eben auch mit Windows arbeiten... Und allein wenn ich dann mal wieder bei Win10 den Kram machen muss hab ich schon vorher keine Lust mehr... Nich weils technisch schwerer is - sondern weil mich das Suchen nach den Funktionen schon nervt ;).
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Mitglied: aqui
18.09.2020 um 11:41 Uhr
Der Dreisatz make config; make, make install funktioniert bei den meisten Paketen problemlos.
Na ja, im Zeitalter von apt install xyz ist das ja schon etwas antik und nur was für Source code Junkies was der TO ja de facto (erstmal) nicht ist....
Bleibt also dabei: Raspberry oder Ubuntu und einfach mal loslegen... Der Rest kommt ganz von allein mit dem Aufgaben die der TO sich und seinem Linux dann stellt....
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