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RDP Performance schlecht (WinSRV2019)

Hallo,

ich betreibe mit VMWare einen Virtualisierten Windows Server 2019 auf einem Dell PowerEdge R720:
2 x Intel Xeon E5-2695V2 (12cores each)
128GB DDR3
12TB HDD Raid10 als Backup Storage
1TB 980 Pro mittels PCIe Adapter verbunden (Storage der WinSRV2019 VM)

Die VM wird von mehreren Nutzern als Arbeitsplatz per RDP verwendet.
Genutzt werden folgende Programme:
Datenbank Software
Microsoft Office 365 inkl. Teams (als reiner Chatkanal)
Acrobat Reader DC
Google Chrome (für normales Browsing)

Häufig höre ich Beschwerden, dass alles ziemlich schleppend und langsam läuft.
Sei es das öffnen vom Explorer oder eine winzige PDF.
Dies passiert ebenfalls, wenn nur wenig (2-3 Benutzer) online sind.
Bei 7-9 Nutzern ist es noch etwas schlimmer.

Die VM ist mit folgenden Specs bestückt:
32 Cores
48GB RAM
500GB NVME Storage.

Beim Blick in den Taskmanager, fällt kein Bottleneck auf.
Alles ist unter 60% Auslastung. Liegt es vielleicht an der Single Core Performance?


Vielen Dank im Voraus!

LG aus Kassel

Content-Key: 4006551107

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Ausgedruckt am: 25.09.2022 um 12:09 Uhr

Mitglied: LauneBaer
LauneBaer 21.09.2022 um 09:53:41 Uhr
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Guten Morgen,

was ist denn das für eine Datenbank Software? Läuft die DB auf dem RDP Server?
Du hast halt "nur" 24 echte Kerne und die VM hat 32 Kerne zugeordnet, eventuell hast du hier ein Bottleneck. (Stichwort NUMA)
Oben drauf kommt, dass die CPUs jetzt nicht die schnellsten sind. (2,4 GHz Base Clock)

Ich würde mir das ganze mal über den Tag mitloggen und schauen ob es irgendwo Auslastungsspikes gibt.

Grüße

P.S.: Chrome hat viel Hunger auf RAM ;)
Mitglied: NoAiming
NoAiming 21.09.2022 aktualisiert um 10:05:24 Uhr
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Hallo NiedrigeBitrate,
habe ich das richtig verstanden, dass du nur eine VM hast?
Ich denke die 32 Kerne für die eine VM sind überflüssig, vll. sogar störend, da die CPUs über die NUMA-Node Grenze hinweg gehen und somit miteinander reden müssen. Falls möglich würde ich das wie folgt aufbauen: Je eine VM für "Domain-Controller", "Datenbank-Server", "File-Server" und eine "Terminal-Server" und noch was für Backup "VM mit Veeam B&R". Dann pro VM 2-4 Kerne. Der TS darf pro User erstmal 2-4GB bekommen. Der DB-Server ruhig etwas mehr, der Rest 4-8GB.
Ich weiß, dass redet sich leicht daher - aber wäre sicherlich der schönere Ansatz. Als erste Maßnahme würde ich aber anraten, der VM maximal so viele Kerne zu geben, wie eine CPU hat - aber eigentlich sollten als All-in-One VM 8-16 Kerne reichen. Was ist denn das für eine DB Software? Falls DATEV, dann tuts mir leid. face-wink
Grüße
Edit: Wie sieht es denn mit den Performance Einstellungen auf dem ESXi aus? Bloß nicht auf "Ausbalanciert" oder sowas lassen, immer "Höchstleistung". Gleiches gilt für die Energiespareinstellungen der VM unter Windows. Zudem guck mal, auf die Netzwerkadapter Treiber deiner VM. Falls es E1000 ist bitte auf VMXnet ändern. Vielleicht ist es ja ein Netzwerk-Problem und "sieht nur so aus" als wenn die VM träge ist.
Mitglied: ukulele-7
ukulele-7 21.09.2022 um 10:08:28 Uhr
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Definitiv erstmal das Overprovisioning der CPU beenden, dazu am besten nicht mehr als 12 pCore für die VM nutzen, dann wird auch NUMA keine Bremse. Aber vor allem erstmal weg von den 32 Kernen das ist viel zu viel da nicht real vorhanden und der Scedular so nur ###e laufen kann - ich wusste nicht mal das das einstellbar ist in VMware oder sind es durch Hyperthreading 48 Kerne für den ganzen Host?

Welche VMware Version?
Mitglied: NiedrigeBitrate
NiedrigeBitrate 21.09.2022 um 10:19:43 Uhr
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Hallo LauneBaer,

vielen Dank für deine Antwort!

Es läuft eine Software namens Svoove (postgresql).
Prinzipiell kann ich in VMWare auch 48 Core vergeben. Hier denke ich, dass es sich um die Threads handelt.
RAM habe ich bereits geloggt, sieht über mehrere Tage unauffällig aus.
Die Kerne sind jedoch auf 2 Sockets verteilt. Vielleicht macht dies auch noch einen Unterschied.
Anbei ein Screenshot von VMWare. Vielleicht fällt dir/euch noch etwas ein oder ich sollte die Kerne mal runterschrauben.

Vielen Dank face-smile
administrator
Mitglied: NiedrigeBitrate
NiedrigeBitrate 21.09.2022 um 10:25:41 Uhr
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Zitat von @NoAiming:

Hallo NiedrigeBitrate,
habe ich das richtig verstanden, dass du nur eine VM hast?
Ich denke die 32 Kerne für die eine VM sind überflüssig, vll. sogar störend, da die CPUs über die NUMA-Node Grenze hinweg gehen und somit miteinander reden müssen. Falls möglich würde ich das wie folgt aufbauen: Je eine VM für "Domain-Controller", "Datenbank-Server", "File-Server" und eine "Terminal-Server" und noch was für Backup "VM mit Veeam B&R". Dann pro VM 2-4 Kerne. Der TS darf pro User erstmal 2-4GB bekommen. Der DB-Server ruhig etwas mehr, der Rest 4-8GB.
Ich weiß, dass redet sich leicht daher - aber wäre sicherlich der schönere Ansatz. Als erste Maßnahme würde ich aber anraten, der VM maximal so viele Kerne zu geben, wie eine CPU hat - aber eigentlich sollten als All-in-One VM 8-16 Kerne reichen. Was ist denn das für eine DB Software? Falls DATEV, dann tuts mir leid. face-wink
Grüße
Edit: Wie sieht es denn mit den Performance Einstellungen auf dem ESXi aus? Bloß nicht auf "Ausbalanciert" oder sowas lassen, immer "Höchstleistung". Gleiches gilt für die Energiespareinstellungen der VM unter Windows. Zudem guck mal, auf die Netzwerkadapter Treiber deiner VM. Falls es E1000 ist bitte auf VMXnet ändern. Vielleicht ist es ja ein Netzwerk-Problem und "sieht nur so aus" als wenn die VM träge ist.

Vielen Dank für deine Antwort! face-smile

Ich werde die Kerne mal runtersetzen, die CPU Auslastung ist sowieso unter 20%.
Auch über die WebConsole von VMWare ist es träge, somit schließe ich ein Netzwerkproblem vorerst aus.
Den Power Mode im ESXI habe ich noch nicht umgestellt, auch eine sehr gute Idee.
Windows Server läuft bereits auf Performance.

Ich werde alles mal testen und berichten face-smile

LG
Mitglied: NiedrigeBitrate
NiedrigeBitrate 21.09.2022 um 10:29:44 Uhr
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Zitat von @ukulele-7:

Definitiv erstmal das Overprovisioning der CPU beenden, dazu am besten nicht mehr als 12 pCore für die VM nutzen, dann wird auch NUMA keine Bremse. Aber vor allem erstmal weg von den 32 Kernen das ist viel zu viel da nicht real vorhanden und der Scedular so nur ###e laufen kann - ich wusste nicht mal das das einstellbar ist in VMware oder sind es durch Hyperthreading 48 Kerne für den ganzen Host?

Welche VMware Version?

Vielen Dank für deine Antwort face-smile

Das Overprovisioning werde ich sofort beenden.

VMWare ESXI Version: 7.0 Update 3

Ich werde später berichten, wenn ich das System neustarten kann um alles umzustellen face-smile

LG
Mitglied: ukulele-7
ukulele-7 21.09.2022 um 10:34:55 Uhr
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Ja Kerne bitte auf maximal 12 runter, besser klein Anfangen und wenn dann später erhöhen. Du kannst dir das Problem im Betrieb angucken:
https://kb.vmware.com/s/article/1005362

In jeder Betrachtung müssen aber alle VMs auf dem Host berücksichtigt werden, da machst du überhaupt keine Angaben. Läuft da alles (auch die Datenbank?) auf der einen VM?

Powermode ist auch best practice.
Mitglied: anteNope
anteNope 21.09.2022 aktualisiert um 11:15:31 Uhr
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Beim Blick in den Taskmanager, fällt kein Bottleneck auf.
Alles ist unter 60% Auslastung. Liegt es vielleicht an der Single Core Performance?

Ein E5-2695v2 ist jetzt wahrlich keine Rakete ... der liefert gerade mal so viel Leistung wie ein AMD Ryzen 5300GE mit seinen 4 Kernen!!!. Die Single-Core Performance ist mit 2,4 GHz wirklich mies!

Zudem ist vermutlich nur eine virtuelle GPU vorhanden und keine physikalische. Sprich jegliche Animation oder selbst simples Scrollen belastet die CPU enorm. Und alles läuft extrem zäh.

Kauf / bau dir einen PC
  • AMD 5700X, 5800X, 5900X je nach benötigter Leistung
  • ASUS Pro B550M-C Mainboard
  • Ausreichend RAM, wenn "nötig" nimm ECC
  • PCIe Grafikkarte RTX 3050, GTX 1050 oder gar eine GT 710 reicht prinzipiell

Klatsch das OS direkt drauf und fertig ist der potente, stromsparende RDS-Server mit dedizierter Grafikbeschleunigung.