2 Gebäudeteile mittels Glasfaser verbinden

fnbalu
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Hallo zusammen.
Ich betrete Neuland.

Bisher habe ich alles mit normalem Cat7 etc. verkabelt.

Nun möchte ich einen anderen Gebäudeteil optisch anbinden, alleine wegen der galvanischen Trennung.

Ich möchte beidseitig mit einem Medienwandler von RJ45 auf die Faser gehen und aktuell reichen da 1 Gigabit, die da rüber müssen.


Nun habe ich schon etwas gelesen wegen SingleMode und MultiMode, Singlemode soll teurer sein bei den Wandlern usw.
Aber was sollte ich da kaufen? Ich kenne das Kabel von der Deutschen Glasfaser bei mir zu Hause, Singlemode mit einem Stecker vereinfacht gesagt.
Auf Arbeit habe ich Multimode gesehen, welches so einen Doppelstecker besitzt.

Puh, alles weitere entzieht sich meiner Kenntnis.

Ich werde ein 70 oder 100 Meter kabel fertig konfektioniert kaufen wie es aussieht.

Geschaut habe ich da bisher bei Amazon. ich hoffe hier verlinken zu dürfen ohne Werbung zu machen.
https://www.amazon.de/gp/product/B08L5N1D8X/ref=ox_sc_act_title_4?smid=A ...
https://www.amazon.de/gp/product/B08DL5Y6RJ/ref=ox_sc_act_title_3?smid=A ...

Bin ich damit auf dem Holzweg?

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Ausgedruckt am: 01.07.2022 um 17:07 Uhr

Mitglied: LordGurke
LordGurke 22.06.2022 aktualisiert um 00:42:56 Uhr
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Singlemode oder Multimode hat erstmal nichts mit der Anzahl der Fasern oder dem Duplexmodus zu tun sondern damit, wie viele Wellen (physikalisch: Moden) sich im Kern der Faser bewegen.

Multimode-Technik ist ein bisschen billiger, dafür hat sie auch den Nachteil, dass die Kabel nicht so lang sein dürfen, resp. dass die Geschwindigkeiten mit der Kabellänge recht schnell abnehmen. Und auch, dass du nicht alle Wellenlängen in den Kabeln übertragen kannst.
Bei Multimode ist z.B. die Grenze für 10 Gbit bei 100m Kabellänge schon erreicht und du wirst über diese Kabel, Dämpfungen durch Kabel, Stecker, Optokoppler, u.s.w. 10G nicht stabil übertragen können.

Kurz gesagt: Wenn du jetzt neu verkabelst, würde ich direkt Singlemode-Fasern legen (lassen).
Die Technik dazu ist nicht wesentlich teurer und du kannst problemlos in den kommenden Jahren auf 10 oder 40 Gbit/s aufrüsten (oder noch schneller), wenn es nötig wird.
Auch kannst du über SM-Fasern entweder Duplex (zwei Stecker, einer pro Richtung) arbeiten oder du kannst BiDi (eine Faser, pro Richtung eine andere Wellenlänge) arbeiten und damit theoretisch sogar Fasern einsparen.
BiDi funktioniert aber nur auf Singlemode-Fasern.
Mitglied: unbelanglos
unbelanglos 22.06.2022 um 00:51:48 Uhr
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Ein Switch mit GBic oder SFP ist nicht vorhanden?
Mitglied: fnbalu
fnbalu 22.06.2022 um 00:52:53 Uhr
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Also ich dachte ja ich nehme da was fertig konfektioniertes und stecke das dann nur zusammen. Klar, die Stecker müssen dann mit durch Bohrungen...
Mitglied: Dobby
Dobby 22.06.2022 um 01:11:00 Uhr
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Hallo,

Bin ich damit auf dem Holzweg?
Nicht unbedingt, nur wäre schon gut zu wissen wo Du das Kabel genau verlegen willst?
Ich hoffe nicht in der Erde oder im Außenbereich einfach so auf den Hof legen.

Geht das Kabel in ein Rohr rein, das schon verlegt wurde?
Führt es über eine Wiese, einen Hof oder wo liegt das Kabel genau?

Wäre gut mehr zu wissen, denn dann kann man auch besser auf den Punkt kommen.
Ich denke auf beiden Seiten wäre da ein Switch oder aber ein Router nicht schlecht.

Ist dort kein Leeerrohr verlegt worden und soll das Kabel in die Erde rein gelegt werden
würde ich zusätzlich zu einem Wellrohr raten wollen.

- 80 cm tief eingraben und in einer leichten "S" Kurve verlegen
Wegen der Frostgefahr.

Dobby
Mitglied: maretz
maretz 22.06.2022 um 06:12:35 Uhr
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Naja - es hört sich bei "einfach durchbohren" ja eher nach 2 Gebäuden an die an sich verbunden sind. Ich würde hier nur zumindest wenns Gewerblich ist kurz nen Fachmann anrufen und fragen ob das so einfach geht (wg. Brandschutz). Wäre etwas blöd wenn du zwar die dicken Feuerschutztüren usw. hast - und daneben dann einfach Löcher in die Wand machst. Bei jeder Prüfung dürfte dir sowas um die Ohren fliegen... Es MUSS nicht zwingend ein Problem sein, daher einfach mal z.B. beim Hausmeister fragen wer zuständig ist und Anrufen... Im besten Fall hast du 5 min deiner Zeit verschwendet - im dümmsten viel Arbeit gespart weil du rausfindest das es eben nicht einfach "mal eben die Hilti schnappen und los" ist.
Mitglied: DerMaddin
DerMaddin 22.06.2022 um 09:03:29 Uhr
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Kann man machen, wenn man auf LWL-Patchfelder ganz verzichten kann. Singlemode wird in Gebäuden kaum eingesetzt da auch wesentlich teurer als Multimode. Übrigens die Aussage von LordGurke, dass bei Multimode bei 10G 100m Ende ist, ist Blödsinn. Multimode gibt es in verschiedenen Standards (OM1 bis OM5 aktuell). Selbst das schon ältere OM3 (haben wir im Einsatz) erlaubt 10G bis 300m und 40/100G bis 100m. Wir nutzen 10G in mit einer Faserlänge von 170m ohne Probleme.

Bei einer Länge von bis zu 100m reicht OM3 aus aber wenn du sicher gehen möchtest, dann nimm OM4.
Mitglied: yoppi1
yoppi1 22.06.2022 um 09:09:04 Uhr
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Du bist mit Deinen beiden Amazon-Produkten nicht auf dem Holzweg ;-) face-wink

Ich nutze selbst im mobilen Einsatz (bei Kunden oder auf Veranstaltungen) die Kombination aus Mediaconverter und Glasfaserstrippe. Ich hab allerdings die Lösung mit den zwei Strippen.

Ich habe verschiedene Längen der Glasfaserleitung vorkonfektioniert gekauft: 10m, 50m und 70m. Im Gegensatz zu LAN mit Kupferkabeln ist die Länge von Glasfaser bis zu physikalischen Grenzen fast egal und die Glasfaserkabel tragen nicht so dick auf, deshalb nutze ich das. Die Anwendung ist narrensicher, außer, man kauft Leitungen mit den falschen Steckern.

Um zwei Gebäudeteile zu verbinden dürfte Deine vorgestellte Kombination wohl ausreichen. Hinsichtlich der Betriebssicherheit bei "Freiflugverdrahtung" solltest Du einen Elektriker fragen. Weil es sich um Glasfaser handelt, dürfte es wohl keine Probleme mit Potentialunterschieden bzw. -ausgleichen geben.
Mitglied: fnbalu
fnbalu 22.06.2022 aktualisiert um 14:49:46 Uhr
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Also. Das ist ein Bestandsgebäude. Brandschutz war da nie ein Thema und wenn es das mal wird, dann ist bei dem alten Gemäuer ganz anders wichtiger.

Das ganze ist wie ein U.
Ich verlege jetzt sowieso gerade Netzwerkkabel, da der Bestand mit WLAN ausgestattet werden soll. In dem einen Zipfel des u zieht die Gemeindeverwaltung ein, das ist quasi ein Anbau an das Bestandsgebäude. Ein teil wird von dem alten mitgenutzt, ein kleiner Teil neu gebaut. Da das alles Gemeindeeigentum ist, war mein Vorschlag, dass man nicht zwei Anschlüsse der deutschen Glasfaser bezahlen müsse, zumal es sowieso Business Anschlüsse sind und entsprechend teuer. Nur möchte ich das natürlich dann galvanisch getrennt, deshalb Glasfaser.
Ich werde auch noch einen Switch besorgen müssen, da muss ich schauen wegen SFP. Auf der zweiten Seite, wird jedenfalls eine weitere Fritzbox als eierlegende Wollmilchsau verbaut werden. Diese dann in ein anderes Subnet und somit ist das abgesichert und getrennt.

Ich möchte also an das bestehende jetzt ran und mittels RJ45 an den WAN der Fritzbox 2, da also wenn ein Switch, dann später.

Das Kabel wird aufputzt durch das bestehende Gebäude gezogen, eventuell kann man es sogar noch einputzen. Aber das widerspricht sich dann wahrscheinlich bei einem fertigkonfektionierten Kabel, da wäre ein Leerrohr besser, jedoch Bedarf das einen teuren Techniker.
Ich hatte da ja sogar schon einen fertigkonfektioniertes Kabel mit einer dickeren Ummantelung und Drahtgeflecht in schwarz rausgesucht, das ließe sich recht gut kaschieren.

Bei dem Umbau muss ich sowieso mal nachfassen, ob da Netzwerk eingeplant ist so etwas wird von älteren Herrschaften gerne mal vergessen. Hier geht es jetzt allerdings erstmal um die Zuleitung. Wie gesagt ob Kabelkanal oder Rohr steht noch nicht fest, durch Wände kann ich bohren, je kleiner umso besser keine Frage




Bezüglich Switch: Ich selber habe zu Hause Cisco SG300 und kenne die Smartmanaged Funktionen mit VLAN usw.
Man muss allerdings bei dem Projekt jetzt auch etwas auf das Geld achten.
Für die Unifi AccessPoints der 6er Reihe benötige ich sowieso ein POE Switch, da ist ja nichts mehr dabei.

Kann man da bedenkenlos auch zu Zyxel greifen?
https://www.amazon.de/8-Port-Gigabit-Managed-Switch-Budget/dp/B09QGQWQMR ...
Das hätte in dem Fall sogar 2x SFP für das Nebengebäude. Wird da ein Schuh draus?
Mitglied: fnbalu
fnbalu 23.06.2022 um 15:51:48 Uhr
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Was ist denn nun mein Weg, der nicht unsummen an Finanzmittel, die ja knapp bemessen sind, verbrauht werden.

Selbst konfektionieren ohne teures Werkzeug ist denke ich kaum sinnvoll, oder?

Kann zu der Switchbaureihe jemand etwas negatives berichten?
Mitglied: LeReseau
LeReseau 23.06.2022 um 16:47:16 Uhr
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Mit dem Switch machst du nichts falsch, der deckt alles ab was du benötigst.
Vergiss die SFP Optiken nicht:
https://www.fs.com/de/products/75332.html?attribute=947&id=285789
oder wenn du Monomode 6µ verlegen solltest:
https://www.fs.com/de/products/75326.html?attribute=949&id=285894
Selbst konfektionieren ohne teures Werkzeug ist denke ich kaum sinnvoll, oder?
Wenn du fertig konfektioniertes Kabel problemlos verlegen kannst dann nicht. Bestelle dir ein LC zu LC Standardkabel je nach benötigter Länge.
https://www.fs.com/de/c/custom-fiber-patch-cords-2866?fasertyp=20591& ...
Mitglied: fnbalu
fnbalu 23.06.2022 aktualisiert um 23:51:09 Uhr
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Danke vorerst für Deine ausführliche Hilfe.

Demnach kosten die optiken ja fast nichts. Monomode ist eine Faser und nicht 2, ja?

OM4 Biegeunempfindlich wäre aber sonst das Kabel der Wahl, ja?

Die eine Seite kommt ja in das switch.
Die Gegenseite soll ja nur 1xRJ45 haben für Wan der Fritzbox.
Geht dann da so ein einfacher Umsetzer?
Mitglied: DerMaddin
DerMaddin 24.06.2022 um 07:52:19 Uhr
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https://www.conrad.de/de/p/tp-link-mc220l-lan-sfp-netzwerk-medienkonvert ...

So etwas wird benötigt und ein entsprechendes SFP Modul (hier 1 GB/s). Monomode ist nur ein andere Begriff für Singlemode. Es werden in der Regel immer zwei Fasern für die Verbindung benötigt. Eine Sende- und die andere Empfangsrichtung.
Mitglied: LeReseau
LeReseau 24.06.2022 aktualisiert um 12:14:35 Uhr
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Monomode ist eine Faser und nicht 2, ja?
Nein! @DerMaddin hat es schon gesagt.
Das sind auch immer Duplex Fasern also immer 2. Der Name ist hier etwas verwirrend. Richtig ist auch eigentlich "Single Mode" was aber nicht weniger verwirrend ist.

Es gibt auch SFP Optiken mit Simplex Fasern. Das sind sog. "BiDi" (Bidirectional) SFP Optiken.
Dort wird dann der RX und TX Zweig auf unterschiedliche Wellenlängen sprich Lichtfarben gelegt. Also quasi TX=blaues Licht und RX=rotes Licht. Somit benötigst du dann nur noch eine einzige Faser pro Verbindung, musst aber immer zwingend darauf achten das du die richtigen Pärchen hast!
Logisch, denn die eine Optik muss Blau senden und Rot empfangen und die gegenüberliegende Optik Rot senden und Blau empfangen.

Die Verwendung dieser BiDi SFP Optiken hat einen Riesenvorteil wenn man z.B. wie bei dir begrenzte Faserkapazitäten hat aber große Bandbreite benötigt. 2 Fasern mit 1Gig kann man so z.B. als LACP LAG über die Switches nutzen um so die Bandbreite auf 2Gig zu verdoppeln.
Mit diesen SFP Optiken verdoppelt man also physisch seine Faseranzahl.

Diese BiDi Optiken sehen dann z.B. so aus:
https://www.fs.com/de/products/75340.html?attribute=1802&id=309005
und das Pendant dazu
https://www.fs.com/de/products/75339.html
(Man achte auf die gedrehte RX/TX Wellenlänge! ;-) face-wink )