soso2222
Goto Top

Backup von Röntgenaufnahmen PACS

Hallo Kommunity,

bei uns in der Klinik wird Backup von Röntgenaufnahmen / PACS auf Blue Rays realisiert. Ich wollte es auf die Externe Festplatten umstellen. Spricht was dagegen? Müssen die Backups seitens Gesetzgeber auf Blue Rays /DVDs erfolgen, oder ist das den Betreiber der Röntgenanlage überlassen? Kollege von mir meint, dass Backups auf eine nicht wieder beschreibbares Medium wie DVD oder Blue Ray erfolgen muss???

Vielen Dank und LG Josef

Content-Key: 21105565048

Url: https://administrator.de/contentid/21105565048

Printed on: March 1, 2024 at 01:03 o'clock

Member: mayho33
mayho33 Oct 13, 2023 at 17:19:56 (UTC)
Goto Top
Hi,

Wo, wie und auf welchen Datenträger würde ich bei eurer Rechtsabteilung erfragen. Medizinische Daten unterliegen anderen Bestimmungen als z.B. Röntgenaufnahmen in der Industrie.

Prinzipiell ist eine DVD oder ähnliches als Backup-System nur für kurze Zeit sinnvoll. Die Beschichtung löst sich über die Jahre und die Disk wird unleserlich.

Siehe dazu auch:
https://forschungsdaten.info/themen/speichern-und-rechnen/datenspeicheru ...

https://archium.org/Langzeitarchivierung.html
Member: soso2222
soso2222 Oct 13, 2023 at 17:27:25 (UTC)
Goto Top
Die Rechtsabteilung konnte mir darauf leider keine Antwort geben und im Netzt finde ich nirgendwo, dass es vorgeschrieben sein sollte, die Röntgen-Backups auf Blue Rays oder DVDs zu machen! Es wird Aufbewahrungszeitraum von 10 bis zu 30 Jahre vorgeschrieben und auch Verlustfreies Archivieren sonst nichts!
Member: em-pie
em-pie Oct 13, 2023 at 17:27:46 (UTC)
Goto Top
Moin,

Man sollte zwischen Backup- und Archivsystem separieren.

Ein Backup muss man nicht 15 Jahre aufbewahren.
Ein Archivsystem hingegen muss die gesetzlichen Erfordernisse erfüllen. Das Archivsystem wiederum sollte man aber auch ins Backupsystem aufnehmen.


Zu den Medien: als Backup kann man HDDs nutzen. Man sollte aber am Ende auch immer eine Version haben, die man nicht so schnell manipulieren/ löschen kann…
Member: soso2222
soso2222 Oct 13, 2023 at 17:33:05 (UTC)
Goto Top
So ungefähr "die man nicht so schnell manipulieren/ löschen kann…" hat der Kollege auch gemeint. Also müssen wir paralel weiter Blue Rays brennen! 🙈
Member: em-pie
em-pie Oct 13, 2023 at 17:49:45 (UTC)
Goto Top
Ohne selbst in der Medizinischen IT unterwegs zu sein und eure konstrukte zu kennen, aber liegen sollten die Aufnahmen in einem Archivsystem liegen, was spricht dagegen, dieses System täglich auf Band zu sichern und dieses „wegzusperren“?
Member: soso2222
soso2222 Oct 13, 2023 at 17:54:21 (UTC)
Goto Top
Ja, könnte man auch machen aber ich habe gehofft, dass es viel einfach mit einen externen Festplatte auch geht....
Member: mayho33
mayho33 Oct 13, 2023 at 17:54:54 (UTC)
Goto Top
Zitat von @soso2222:

Die Rechtsabteilung konnte mir darauf leider keine Antwort geben
Okaaaayyyyy....

Es wird Aufbewahrungszeitraum von 10 bis zu 30 Jahre vorgeschrieben und auch Verlustfreies Archivieren sonst nichts!
Schau dir dazu meinen 2. Link an. Da stehts ganz genau.
Member: soso2222
soso2222 Oct 13, 2023 at 18:08:30 (UTC)
Goto Top
Ja, vielen Dank! Sind super informative Links! 👍
Member: StefanKittel
StefanKittel Oct 13, 2023 updated at 20:27:57 (UTC)
Goto Top
Hallo,

schaut Euch auch mal die M-Disc an.
Ist technisch Blueray bis 100 GB aber mit längerer Lebenszeit.
https://de.wikipedia.org/wiki/M-DISC

Sonst sollte man vermutlich LTO-Bändern verwenden. Die sind für lange Lagerzeiten zertifiziert.

Gegenfrage: Braucht man ein extra Archiv zur Datensicherung wenn man einen Bereich auf dem Server hat der nicht geändert werden kann und in der täglichen Sicherung enthalten ist?

In den meisten kleinen Zahnarzt- und Allgemeinarzt-Praxen (<20 PCs, 1Server) gibt es "nur" eine Datensicherung.
Meist auf ein NAS, dazu USB HDDs und/oder Cloud. Einige auch nur HDDs und in einigen auch einfach gar keine Sicherung.


Selbst WORMs kann man manipulieren. Den Inhalt auf eine HDD kopieren, ändern und auf eine neue WORM brennen.

Stefan
Member: SebiL1979
Solution SebiL1979 Oct 13, 2023 at 20:19:28 (UTC)
Goto Top
Hallo Josef,


Ich arbeite selber als Administrator im Healthcarebereich.

Wir benutzen zur Speicherung von Archiv Daten diese WORM-Lösung hier,
Welche den aktuellen Anforderungen entspricht:

https://www.fast-lta.de/de/produkte/silent-brick-system

Liebe Grüße,

Sebastian
Member: O.Gensch
O.Gensch Oct 13, 2023 at 22:06:52 (UTC)
Goto Top
Member: Vision2015
Vision2015 Oct 14, 2023 at 04:19:25 (UTC)
Goto Top
Moin..
Zitat von @soso2222:

So ungefähr "die man nicht so schnell manipulieren/ löschen kann…" hat der Kollege auch gemeint. Also müssen wir paralel weiter Blue Rays brennen! 🙈
Ja, so sieht es der Gesetzgeber vor!

Frank
Member: soso2222
soso2222 Oct 14, 2023 at 04:25:08 (UTC)
Goto Top
Hallo Sebastian,

Perfekt! Vielen Dank! Das klingt sehr gut! face-smile
Member: Roland567
Roland567 Oct 16, 2023 at 08:35:05 (UTC)
Goto Top
Zitat von @soso2222:

Die Rechtsabteilung konnte mir darauf leider keine Antwort geben ...........

Also wenn dir die Rechtsabteilung hier keine Ahnung hat, sind die vermutlich auch etwas etwas falsch am Platz. face-smile

Bei solchen Dingen ist meines Wissens der Verwaltungsrat in der Pflicht und muss dafür gerade stehen.
Also könnte schlimmstenfalls jemanden den Kopf in der obersten Riege kosten, wenn hier etwas völlig falsch läuft.
Mit dem Hintergrund kannst du eventuell die Rechtsabteilung in die Gänge bringen. face-smile face-smile face-smile face-smile
Member: sangria68
sangria68 Oct 16, 2023 at 09:06:05 (UTC)
Goto Top
Hallo Soso...
Röntgen- bzw. MRT/CT-Bilder von U18-jährigen müssen lt. Gesetzgebung 15 Jahre aufbewahrt werden, von Ü18-jährigen "nur" 10 Jahre. Für eine Langzeitarchivierung empfehlen sich nach wie vor Bänder, da nur diese laut Spezifikation für die Langzeit-Archivierung freigegeben sind. (m.E.n. Schwachsinn, aber gut)
Blu-ray Discs erfüllen hier eigentlich nicht die Vorgaben, auch wenn es selbstverständlich funktionieren würde. Problem ist nur, dass Du sicherstellen müsstest, eine geeignete technische Umgebung zur Verfügung aufrecht zu halten, da keiner weiß, ob es Blu-ray-Player in 10-15 Jahren noch gibt. (Wovon nicht immer auszugehen ist.)
Alternativ kannst Du Dir über das Auslagern in eine Cloud Gedanken machen. Auch das wäre eine Lösung, wenn auch sicher nicht immer die günstigste.
HG
Sangria
Member: SebiL1979
SebiL1979 Oct 16, 2023 at 09:33:11 (UTC)
Goto Top
Zitat von @sangria68:

Hallo Soso...
Röntgen- bzw. MRT/CT-Bilder von U18-jährigen müssen lt. Gesetzgebung 15 Jahre aufbewahrt werden, von Ü18-jährigen "nur" 10 Jahre. Für eine Langzeitarchivierung empfehlen sich nach wie vor Bänder, da nur diese laut Spezifikation für die Langzeit-Archivierung freigegeben sind. (m.E.n. Schwachsinn, aber gut)
Blu-ray Discs erfüllen hier eigentlich nicht die Vorgaben, auch wenn es selbstverständlich funktionieren würde. Problem ist nur, dass Du sicherstellen müsstest, eine geeignete technische Umgebung zur Verfügung aufrecht zu halten, da keiner weiß, ob es Blu-ray-Player in 10-15 Jahren noch gibt. (Wovon nicht immer auszugehen ist.)
Alternativ kannst Du Dir über das Auslagern in eine Cloud Gedanken machen. Auch das wäre eine Lösung, wenn auch sicher nicht immer die günstigste.
HG
Sangria

Hallo Sangria,

dass ist nicht ganz richtig, das oben von mir genannte System von "Fast" ist komplett zertifiziert als WORM DS Archivsystem,
kann redundant im Rechenzentrum einfach in einen Serverschrank gehängt werden, und erlaubt im Gegensatz zu Bändern jederzeit einen Zugriff über das verwendete Archivsystem. (Bei uns z.B. Pegasos von Nexus/Marabu).

LG Sebastian
Member: sangria68
sangria68 Oct 16, 2023 at 09:49:45 (UTC)
Goto Top
Servus Sebastian...
Ich möchte Dir nur bedingt widersprechen... Es geht um Langzeitarchivierung. Im schlimmsten Falle 15 Jahre... Das könnte u.U. mit jeder Hardware-Lösung schwierig werden. Ansonsten ist das Archivsystem nicht schlecht und auch nicht zu verachten. In jedem Fall sollte eine Offsite-Backuproutine dafür sorgen, dass die Bilder nicht nur onprem liegen, sofern Du mit "Rechenzentrum" nicht Deinen eigenen Serverraum meinst. face-wink
HG
Marco
Member: CKScrum
CKScrum Oct 16, 2023 at 10:30:52 (UTC)
Goto Top
Hallo Josef,

im radiologischen Bereich findet man oft mediDOK-Server vor. Der Hersteller verweist auf eine Zertifizierung nach dem MPG und gibt auf seiner Homepage Informationen, insbesondere auch zur rechtlichen Situation. Ganz so einfach mit einer externen Festplatte erfüllt man die Voraussetzungen sicherlich nicht.

medidok.de/revisionssichere-archivierung/ (hier auch das verlinkte PDF lesen!)

Sicherlich gibt es auch Beratung und Informationen von der Bundesärztekammer.

Kriterien für eine wie auch immer geartete Lösung sind:
1. Haltbarkeit der Speichermedien bzw. deren Auffrischung.
2. Revisionssicherheit (muss nicht zwingend eine WriteOnce-Medium sein).
3. Erfüllung der gesetzlichen bzw. medizinischen Richtlinien.

Viele Grüße,

CK
Member: emeriks
emeriks Oct 16, 2023 updated at 13:15:30 (UTC)
Goto Top
Hat heutzutage nicht jeder Anbieter von PACS-Systemen auch eine eigene Lösung für Langzeitarchivierung im Angebot?

Was nützt es mir, die Bilder zu sichern, wenn ich diese später nicht mehr oder nicht einfach/schnell genug zuordnen kann? Die Bilder gehören jeweils zu min. einem Datensatz. Also müssen diese doch auch zusammen archiviert werden?
Member: Vision2015
Vision2015 Oct 16, 2023 at 15:17:04 (UTC)
Goto Top
Moin....
Zitat von @emeriks:

Hat heutzutage nicht jeder Anbieter von PACS-Systemen auch eine eigene Lösung für Langzeitarchivierung im Angebot?
natürlich, aber BR-RW ist da noch günstig... die armen Praxen und Ärzte haben doch kein Geld! face-smile

Was nützt es mir, die Bilder zu sichern, wenn ich diese später nicht mehr oder nicht einfach/schnell genug zuordnen kann? Die Bilder gehören jeweils zu min. einem Datensatz. Also müssen diese doch auch zusammen archiviert werden?
die Bilder sind natürlich mit bezeichnungen versehen, so das diese mit einem Datensatz verbunden werden können!
Frank
Member: sangria68
sangria68 Oct 16, 2023 at 15:31:41 (UTC)
Goto Top
Zitat von @emeriks:
Was nützt es mir, die Bilder zu sichern, wenn ich diese später nicht mehr oder nicht einfach/schnell genug zuordnen kann? Die Bilder gehören jeweils zu min. einem Datensatz. Also müssen diese doch auch zusammen archiviert werden?

Die Bilder werden in sogenannten Study-Ordnern zusammen mit den notwendigen Dicom-Dateien abgelegt. Der Pfad zu den Studys wird in einer Datenbank gespeichert. Es bleibt also immer alles beieinander, solange man nicht vergisst, auch die DB zu sichern.

HG
Sangria