Systemadmin Gehalt

lukas91
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Hallo alle zusammen!

Ich bin relativ neu hier und hoffe das mir eventuell einige von euch ein paar gute Tipps geben können.

Vor ca. 4 Jahren habe ich in einer Mittelständiger Firma als VBA Entwickler angefangen. Es war nur ein Teilzeitjob den ich neben meiner Ausbildung gemacht hab. Vor ca. 2 Jahren hat mir der Chef angeboten diverse Aus und Weiterbildungen im Bereich Windows Server/Client Netzwerken zu finanzieren. Das habe ich natürlich angenommen und durchgezogen.

Die Idee dahinter ist das ich nach diversen Ausbildungen, eventuell einigen MS Zertifizierungen die komplette IT übernehme.

Unser jetziger Systembetreuer ist ein Externer Dienstleister. Ich mache seit ca. 1 Jahr diverse Tätigkeiten im IT Bereich in der Firma. Einige Punkte für die wir eigentlich den Dienstleister Monatlich zahlen habe ich mittlerweile komplett übernommen, in ganz seltenen Fällen brauche ich noch Unterstützung. Dazu kommt noch das viele Neue Projekte von mir geplanten und umgesetzt werden und nicht vom Dienstleister.

Nach meiner Rechnung würde ich der Firma ca. 35k/Jahr Sparen wenn wir unseren Vartungsvertrag mit den Dienstleister so anpassen das die Punkte die sowieso ich mittlerweile mache revidieren.

Jetzt würde mich interessieren was den so ein durchschnittlicher Systemadmin verdient? Zurzeit habe ich ein Brutto/Jahr einkommen von ca. 39k ( mittlerweile Vollzeit). Mir ist schon klar das ich nicht verlangen kann das die gesparten 35k auf einmal auf mein Gehalt aufgeschlagen werden. Aber wie weit kann ich da gehen?

Vielen dank an alle die hier mit mir ihre persönlich Erfahrungsberichte teilen.

Liebe Grüße
Lukas

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Ausgedruckt am: 24.05.2022 um 20:05 Uhr

Mitglied: maretz
maretz 04.05.2022 um 06:23:51 Uhr
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Moin,

nun - das erste was relevant ist wäre der Standort. Bei mir hier z.B. in der Gegend wirst du für 39k keinen Admin bekommen, da wärst du froh wenn du nen Lagerhelfer bekommst der grad wirklich die Fähigkeit hat nen Karton von A nach B zu tragen. Alles darüber hinaus wird teurer - dafür kostet aber die Wohnung eben auch schnell mal 1000e/monat kalt. Bist du dagegen irgendwo aufm Dorf können 39k viel sein.

Der zweite Punkt ist: Wieviele Leute seid ihr in der Abteilung? Denn deine Rechnung ist ja schon falsch. Klar, wenn du es immer machst DANN sparst du der Firma Geld. Nur: Jetzt nimmst du - nur um mal was zu sagen - das Anlegen eines Benutzers im AD raus weils ja wirklich keine grosse Arbeit ist. Leider hast du nächsten Monat 3 Wochen Urlaub, unterwegs brichst du dir noch nen Bein und bist damit 6-8 Wochen raus. Wenn du ALLEIN in der IT bist -> dann muss die Firma ja trotzdem das Backup haben. Somit sparen die nicht - die zahlen jetzt also fürs Anlegen des Benutzers "out of scope" -> und d.h. wenn 2 Leute anfangen bist du schnell nen paar 100 Euro extra los. Dasselbe wenn du eben "ganz selten" die Unterstützung brauchst -> wenns z.B. 1x pro Woche ist und das je 1 Manntag als Berechnung ist (-> hängt von eurem Vertrag ab!) dann sind das schnell mal 4000E/Monat wenns OOS ist. Weiterhin hängt es davon ab was die Firma für euch macht - z.B. nen Monitoring um Dinge zu machen BEVOR es knallt. Bei mir wissen die Kollegen oft gar nicht das da ein Problem war weils bereits behoben wurde BEVOR es eine Auswirkung entwickelt.

Und natürlich hängt es auch von eurem Betrieb ab. Bei meinem aktuellen Job hab ich z.B. ehrlich gesagt vergessen übers Gehalt überhaupt mal zu reden (und mein Chef auch) da wir beide wussten das es sicher für beide Seiten kein Problem ist und mir der Spass am Job wichtiger ist. Das Gehalt wurde dann kurz später beim Anruf geklärt weils halt aufgefallen is das wir das beide vergessen hatten ;). Der nächste Chef kann aber eben auch jemand sein der eher aufs Geld als auf die Leistung guckt. Umgekehrt können wir DICH ja auch nich einschätzen - weder Persönlich noch vom Umfeld. Willst du wirklich jeden Cent rauskitzeln? Oder willst du z.B. eher auch weitere Schulungen machen bzw. ggf. sogar deinen Job als "Weiterbildung" mit richtigen Abschluss machen (so wie sich das anhört ist deine Ausbildung in nem anderem Bereich). Lebst du z.B. allein ist das Geld natürlich nen ganz anderes Kriterium als wenn da bereits ne Familie dran hängt - du kannst nich sagen "mir sind 1000E/Monat egal für den Spass" wenn zuhause jemand sitzt der eben auch Abends mal ausgehen will ;).

Du siehst - es ist keine Frage die man einfach beantworten kann. Auch bei nem Projekt kommt es drauf an WAS für welche? Ein Projekt kann bei einigen Leuten sein nen Drehstuhl von einem Büro ins andere zu rollen. Andere machen Projekte bei denen schnell mal mehrere Millionen Euro auf dem Tisch liegen. DAS hat natürlich auch Auswirkungen auf das Gehalt ;)
Mitglied: NordicMike
NordicMike 04.05.2022 um 07:09:39 Uhr
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Full ACK, was maretz schreibt.

Und selbst dann, wenn alle Eventualitäten abgedeckt sind, existiert erst einmal der Fall, dass der Arbeitgeber in dich investiert hat. Er zahlt Schulungen und Gehalt. Das muss sich erst einmal armotisieren, bis er dir ein Bonus ausgeben kann.
Mitglied: lukas91
lukas91 04.05.2022 um 07:28:29 Uhr
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Zitat von @maretz:

Moin,

nun - das erste was relevant ist wäre der Standort. Bei mir hier z.B. in der Gegend wirst du für 39k keinen Admin bekommen, da wärst du froh wenn du nen Lagerhelfer bekommst der grad wirklich die Fähigkeit hat nen Karton von A nach B zu tragen. Alles darüber hinaus wird teurer - dafür kostet aber die Wohnung eben auch schnell mal 1000e/monat kalt. Bist du dagegen irgendwo aufm Dorf können 39k viel sein.

Der zweite Punkt ist: Wieviele Leute seid ihr in der Abteilung? Denn deine Rechnung ist ja schon falsch. Klar, wenn du es immer machst DANN sparst du der Firma Geld. Nur: Jetzt nimmst du - nur um mal was zu sagen - das Anlegen eines Benutzers im AD raus weils ja wirklich keine grosse Arbeit ist. Leider hast du nächsten Monat 3 Wochen Urlaub, unterwegs brichst du dir noch nen Bein und bist damit 6-8 Wochen raus. Wenn du ALLEIN in der IT bist -> dann muss die Firma ja trotzdem das Backup haben. Somit sparen die nicht - die zahlen jetzt also fürs Anlegen des Benutzers "out of scope" -> und d.h. wenn 2 Leute anfangen bist du schnell nen paar 100 Euro extra los. Dasselbe wenn du eben "ganz selten" die Unterstützung brauchst -> wenns z.B. 1x pro Woche ist und das je 1 Manntag als Berechnung ist (-> hängt von eurem Vertrag ab!) dann sind das schnell mal 4000E/Monat wenns OOS ist. Weiterhin hängt es davon ab was die Firma für euch macht - z.B. nen Monitoring um Dinge zu machen BEVOR es knallt. Bei mir wissen die Kollegen oft gar nicht das da ein Problem war weils bereits behoben wurde BEVOR es eine Auswirkung entwickelt.

Und natürlich hängt es auch von eurem Betrieb ab. Bei meinem aktuellen Job hab ich z.B. ehrlich gesagt vergessen übers Gehalt überhaupt mal zu reden (und mein Chef auch) da wir beide wussten das es sicher für beide Seiten kein Problem ist und mir der Spass am Job wichtiger ist. Das Gehalt wurde dann kurz später beim Anruf geklärt weils halt aufgefallen is das wir das beide vergessen hatten ;). Der nächste Chef kann aber eben auch jemand sein der eher aufs Geld als auf die Leistung guckt. Umgekehrt können wir DICH ja auch nich einschätzen - weder Persönlich noch vom Umfeld. Willst du wirklich jeden Cent rauskitzeln? Oder willst du z.B. eher auch weitere Schulungen machen bzw. ggf. sogar deinen Job als "Weiterbildung" mit richtigen Abschluss machen (so wie sich das anhört ist deine Ausbildung in nem anderem Bereich). Lebst du z.B. allein ist das Geld natürlich nen ganz anderes Kriterium als wenn da bereits ne Familie dran hängt - du kannst nich sagen "mir sind 1000E/Monat egal für den Spass" wenn zuhause jemand sitzt der eben auch Abends mal ausgehen will ;).

Du siehst - es ist keine Frage die man einfach beantworten kann. Auch bei nem Projekt kommt es drauf an WAS für welche? Ein Projekt kann bei einigen Leuten sein nen Drehstuhl von einem Büro ins andere zu rollen. Andere machen Projekte bei denen schnell mal mehrere Millionen Euro auf dem Tisch liegen. DAS hat natürlich auch Auswirkungen auf das Gehalt ;)

Hallo @maretz

Vielen Dank für deine Antwort!

Da hast du schon einige Punkte aufgezählt die ich nicht bedacht habe. Standorte sind Pasau und Umgebung da mehrere Standorte, daher lebensstandard mitte würd ich sagen, günstig ist es nicht aber es geht auch deutlich teuerer. Unterstützung würd ich sagen wenige Stunden pro Monat 2-4. Die 35k ersparnis/Jahr sind schon abzüglich eines 100 Stunden-Kontigent im Jahr die wir für die Zwecke kaufen würden wenn ich nicht weiterkomme (und das ist schon sehr aus dem Fenster gelent), Urlaub und Krankenstand habe ich da nicht bedacht, das muss ich zugeben.
Natürlich muss ich nicht jeden Cent rausholen mir geht es eher darum Verantwortung ist übernommen worden, es wird gute Arbeit geleistet daher was realistisch wäre aus meiner Sicht zur verlangen...

Projektmässig bsp. Neue OU Struktur mit agdlp da vorher überhaupt keine vorhanden war incl. ca. 20 neuer Gruppenrichtlinien, Druckserver & alle Drucker über den bereitgestellt. Unternehmen bei Microsoft als non-profit Registriert und Genehmigt gekriegt da der Dienstleister nicht wusste das sowas geht. Diverse Skripts geschrieben für bsp. Verteilung unserer neuer Antiviren Software, ein namenssystem für unsere ganzen Clients für ca. 70 Arbeitsplätze PCs+NBs, SMIME Zertifikate für alle Mitarbeiter ausgestellt und eingerichtet (Unser Dienstleister wollte dafür 50 Stunden verrechnen da 2 Arbeitsplätze pro MA und Mobile Geräte benutzt werden) usw. Also einen ganzen Haufen an Sachen wo wir sonst ordentlich geblächt hätten da solche Geschichten nicht im Basisvertrag abgedeckt sind.
Mitglied: maretz
maretz 04.05.2022 um 08:00:06 Uhr
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Moin,

kurz nebenbei: 100 Stunden sind 2,5 Wochen. D.h. entweder hast du sehr wenig Urlaub oder sehr viel Freizeit in deinem Job wenn du damit auskommst ;). Du musst also mindestens schonmal deine Urlaubszeit einplanen - da ja vermutlich in der Zeit auch die Firma weitermacht. Wenn wir also mal von 25 Tagen ausgehen wären das 5 Wochen a 40h -> 200h NUR als Urlaubsvertretung. Du kannst natürlich sagen das im Urlaub halt einige Dinge liegenbleiben - spielt aber keine grosse Rolle. Denn wenn du die dann nach deinem Urlaub weitermachst fehlt dir ja trotzdem die Zeit für die Routine-Jobs -> die aber ja auch gemacht werden müssen (oder du machst die Bugwelle und türmst dann immer mehr vor dir auf).

NICHT Eingerechnet ist sowas wie Krankheit, Abfeiern von Überstunden (z.B. wenns mal wieder das grosse Win-Update am Wochenende auf allen Rechnern gibt),...

Zum Vergleich: Bei uns ist - durch die Art der Arbeit bedingt - üblicherweise Jan-März der grosse Spass mit viel Arbeit. Allein in den 3 Monaten würde ich die 100h allein durch meine Überstunden schon wegreissen (ist nicht weiter schlimm da es dafür im Sommer mehr Freizeit gibt ;) - an sich also nen guter Deal bei sch... Wetter mehr Arbeiten, wenns draussen gut is mehr Frei...). Oder: Wenn du nur ein Wochenende durcharbeitest weil eben Win-Updates eingespielt werden müssen sind das bereits 20h (der So zählt idR. mit Faktor 1,5). Und das nur wenn du wirklich GENAU 8h/Tag machst. Auch diese Zeiten müssen aber ja irgendwie aufgefangen werden...

Von daher würde ich es nicht an den Stunden festmachen. Was natürlich korrekt ist das man unabhängig davon ggf. sich mal den Vertrag angucken und anpassen sollte...
Mitglied: Doskias
Doskias 04.05.2022 um 09:20:02 Uhr
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Moin,

und du darfst die Rahmenbedingungen auch nicht vergessen. Die kannst du nicht in Euros fassen, sind aber doch nicht unwichtig. Ich zum Beispiel weiß, dass ich deutlich mehr verdienen könnte in einem anderen Unternehmen in unserer Region, aber: Ich bekomme hier Urlaubs-, Weihnachtsgeld und eine Gewinnbeteiligung. Das kann ich jetzt noch in Zahlen fassen, aber es gibt auch Dinge, die schwerer zu erfassen sind. Einige Beispiele:
- Zinsfreier Arbeitgeberkredit
- Ich hab keine 20 Minuten Fahrtzeit nach Hause (sehr wichtig, bei Kita und Schulkind oder Eltern im höheren Alter)
- Es ist kein Problem wenn ich spontan weg muss oder früher weg muss (und ich bin mehr oder weniger IT-Einzelkämpfer hier)
- wir haben keine Schichtarbeit, nur 07:00 bis 18:00 Uhr. Außerhalb der Zeit arbeitet keiner und auch nur Montag bis Freitag. Daraus folgt: Keine Rufbereitschaft, keine Wochenendarbeit (auch sehr wichtig, für Familie).
- Kollegialer Zusammenhalt
- großzügige Gleitzeitregelung

Zitat von @lukas91:
Jetzt würde mich interessieren was den so ein durchschnittlicher Systemadmin verdient? Zurzeit habe ich ein Brutto/Jahr einkommen von ca. 39k ( mittlerweile Vollzeit). Mir ist schon klar das ich nicht verlangen kann das die gesparten 35k auf einmal auf mein Gehalt aufgeschlagen werden. Aber wie weit kann ich da gehen?
Die Frage ist auch: Wann gab es die letzte Gehaltserhöhung bei dir und wie hoch ist diese ausgefallen? Es ist immer schwierig, daher bin ich froh, das es bei uns jährlich eine Gehaltsanpassung gibt ohne das man nachfragen muss (ja, auch während Corona). Forderst du jetzt 100 €, dann wird dein Chef da vielleicht zustimmen, aber bringt dich 100 € wirklich weiter? Forderst du 500 € blockt dein Chef vielleicht komplett ab und das Arbeitsklima und deine Begeisterung sinkt, du wirst unglücklich und wechselst. Aus psychologischer Sicht ist es nicht wichtig, wie viel du verdienst, sondern ob du mit dem was du bekommst glücklich bist und vor allem damit leben kannst. Wenn du bei deiner Arbeit nicht glücklich bist, dann wird dich eine Gehaltserhöhung nur kurzfristig befriedigen, und was dann?

Außerdem schreibst du:
Zitat von @lukas91:
Unternehmen bei Microsoft als non-profit Registriert und Genehmigt gekriegt da der Dienstleister nicht wusste das sowas geht.
Ist da überhaupt Spielraum für Gehaltsanpassung. Ich meine nicht finanziell sondern eher Tarifrechtlich. Die meisten non-profit Organisationen, die ich kenne sind an Tarifverträge gebunden. Da kannst du noch so gute Arbeit leisten, aus dem Tarifvertrag kommt man nicht raus. Ja ich weiß theoretisch kann man außertariflich bezahlt werden, kommt aber sehr sehr selten vor.

Also einen ganzen Haufen an Sachen wo wir sonst ordentlich geblächt hätten da solche Geschichten nicht im Basisvertrag abgedeckt sind.
Das heißt aber nicht, dass dir das Geld zusteht, wie du schon selbst sagst. Grade bei Non-Profit Organisationen kann dieses Geld deutlich besser für die ganze Organisation eingesetzt werden. Sei doch froh, dass du deinem Unternehmen die Kosten ersparen konntest. Möglicherweise führen diese Ersparnisse aber auch dazu, dass man dich nicht kündigen muss und du deswegen deinen Job behältst. ;-) face-wink

Unterm Strich kann dir niemand sagen, wie viel du wirklich fordern kannst oder solltest, da niemand außer dir deine Situation genau kennt. Wir können dir nur helfen die Faktoren, die du in deine Überlegung einbeziehen solltest mit zu berücksichtigen.

Gruß
Doskias
Mitglied: Cheops
Cheops 04.05.2022 um 09:21:59 Uhr
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Hallo Lukas,

gibt es für dich denn eine Stellenbeschreibung? Wenn ja, muss diese jetzt mal langsam angepasst werden und als Anlass für Gehaltsverhandlungen dienen.

Wenn nicht, gleiches Vorgehen. Mit deinem Chef über eine Stellenbeschreibung sprechen und dabei erwähnen, welche Arbeiten du noch zusätzlich übernommen hast. Hast du Projekte erfolgreich zum Abschluss gebracht, würde ich das im Gespräch erwähnen.
Wenn es bei euch keine Stellenbeschreibungen gibt, würde ich eine Liste anfertigen, mit den Tätigkeiten die du früher gemacht hast und diese um die neuen Tätigkeiten erweitern, damit dein Chef sehen kann, was dazu gekommen ist.

Grundsätzliches zum Thema Gehaltsverhandlungen:
  • Bitte deinen Chef um einen Termin zu genau diesem Thema. Nicht einen neutralen Termin vereinbaren und ihn dann mit der Gehaltsforderung überfallen. Das kommt nicht gut.
  • Überlege dir vorher, wieviel du gerne mehr hättest. Wieviel bist du bereit nachzugeben!
  • Du kannst das auch splitten. Jetzt eine Erhöhung von bzw. 3% und nach Erreichung eines Zieles weitere 2 - 3% Erhöhung.

Dazu kommt natürlich noch die menschliche Komponente. Was bist du für ein Typ und wie ist dein Chef drauf. Ist er ein Sparfuchs ist jede Argumentation schwer. So Leute schauen nur auf das Geld.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Grüße
Mitglied: LeReseau
LeReseau 04.05.2022 um 09:27:21 Uhr
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Standorte sind Pasau und Umgebung
In welchem Bundesland oder wo genau liegt denn das geheimnisvolle Pasau ?
Mitglied: LauneBaer
LauneBaer 04.05.2022 um 09:38:48 Uhr
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Zitat von @LeReseau:

Standorte sind Pasau und Umgebung
In welchem Bundesland oder wo genau liegt denn das geheimnisvolle Pasau ?

Hier
Mitglied: nachgefragt
nachgefragt 04.05.2022 aktualisiert um 11:37:24 Uhr
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Zitat von @lukas91:
durchschnittlicher Systemadmin
Durchschnittliche oder gar unterirdisch Verwalter welche sich dennoch "Systemadministratoren" schimpfen verstecken sich gern im öffentlichen Dienst, Entgelt Richtung TVÖD E10. Das könntest du als Richtwert für das Mindestgehalt nehmen: Aufgaben und Vielfalt überschaubar, geringe Komplexität (weitere Dienstleister können hinzugezogen werden wenn es zu schwer wird), kein Druck,... was in der freien Wirtschaft meist ganz anders ist.

Wenn du 5 Jahre dabei bist kassierst du ~4950€ pro Monat + Zusatzleistungen an Steuergeldern.
https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/bund?id=tvoed-bund-2 ...

PS: 2-3% Gehaltserhöhung/-anpassung pro Jahr kommen auch dazu.
Mitglied: DerMaddin
DerMaddin 04.05.2022 um 11:59:13 Uhr
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Zitat von @nachgefragt:

Wenn du 5 Jahre dabei bist kassierst du ~4950€ pro Monat + Zusatzleistungen an Steuergeldern.
https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/bund?id=tvoed-bund-2 ...

Ähm, ich denke nicht, dass man nach 5 Jahren in der letzten (6) Stuffe ankommen wird. In der Regel mit genug Erfahrung im Job landet man in Stuffe 3. Um dann von 3 nach 4 zu kommen, muss ich 3 Jahre warten und dann 4 und 5... Stuffe 6 also normalerweise (von 3 ausgehend) erst nach mindestens 12 Jahre warten. Daher sind sehr oft die TVöD Gehälter E10-12 für gut ausgebildete ITler weniger interessant. Klar die "Computer-BILD-Admins" sind da gut aufgehoben, wenn sie denn überhaupt die vielen "Fantasie-Qualifikationen" erfüllen.
Mitglied: Doskias
Doskias 04.05.2022 um 12:12:41 Uhr
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Zitat von @DerMaddin:
Ähm, ich denke nicht, dass man nach 5 Jahren in der letzten (6) Stuffe ankommen wird. In der Regel mit genug Erfahrung im Job landet man in Stuffe 3.
Genau so. Höher als Stufe 3 ist ein Einstieg nicht möglich. Allerdings...
Um dann von 3 nach 4 zu kommen, muss ich 3 Jahre warten und dann 4 und 5... Stuffe 6 also normalerweise (von 3 ausgehend) erst nach mindestens 12 Jahre warten.
Das muss nicht stimmen. Es kann durchaus sein, dass du zwar nach Gehaltsstufe 3 eingruppiert wirst, dann aber als Zeitstufe bei 1 anfängst. Das heißt du musst erstmal 1 Jahr Stufe 1 abarbeiten, 2 Jahre Stufe 2 und 3 Jahr Stufe 3 bis du von Stufe 3 in Stufe 4 kommst. Da hast du dann 6 Jahre (abgesehen von den Tariferhöhungen) keine Gehaltssteigung mehr. Ist selten, kann aber vorkommen.

Gruß
Doskias
Mitglied: nachgefragt
nachgefragt 04.05.2022 aktualisiert um 12:34:21 Uhr
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Danke, habe es wirklich unglücklich formuliert.
@lukas91
Das könnte ein Vergleich sein: https://www.kommunalforum.de/e_10_tvoed.php
unbenannt
Mitglied: lukas91
lukas91 04.05.2022 aktualisiert um 14:45:51 Uhr
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@Doskias
Zitat von @Doskias:

Moin,

und du darfst die Rahmenbedingungen auch nicht vergessen. Die kannst du nicht in Euros fassen, sind aber doch nicht unwichtig. Ich zum Beispiel weiß, dass ich deutlich mehr verdienen könnte in einem anderen Unternehmen in unserer Region, aber: Ich bekomme hier Urlaubs-, Weihnachtsgeld und eine Gewinnbeteiligung. Das kann ich jetzt noch in Zahlen fassen, aber es gibt auch Dinge, die schwerer zu erfassen sind. Einige Beispiele:
- Zinsfreier Arbeitgeberkredit
- Ich hab keine 20 Minuten Fahrtzeit nach Hause (sehr wichtig, bei Kita und Schulkind oder Eltern im höheren Alter)
- Es ist kein Problem wenn ich spontan weg muss oder früher weg muss (und ich bin mehr oder weniger IT-Einzelkämpfer hier)
- wir haben keine Schichtarbeit, nur 07:00 bis 18:00 Uhr. Außerhalb der Zeit arbeitet keiner und auch nur Montag bis Freitag. Daraus folgt: Keine Rufbereitschaft, keine Wochenendarbeit (auch sehr wichtig, für Familie).
- Kollegialer Zusammenhalt
- großzügige Gleitzeitregelung
Arbeitsklima passt hervorragend, Arbeitszeiten auch von Mo bis Fr mit Gleitzeitregelung, weg zur Arbeit ist cca. 10min zu fuß, sonstige Vorteile von der Firma habe ich nicht.

Zitat von @lukas91:
Jetzt würde mich interessieren was den so ein durchschnittlicher Systemadmin verdient? Zurzeit habe ich ein Brutto/Jahr einkommen von ca. 39k ( mittlerweile Vollzeit). Mir ist schon klar das ich nicht verlangen kann das die gesparten 35k auf einmal auf mein Gehalt aufgeschlagen werden. Aber wie weit kann ich da gehen?
Die Frage ist auch: Wann gab es die letzte Gehaltserhöhung bei dir und wie hoch ist diese ausgefallen? Es ist immer schwierig, daher bin ich froh, das es bei uns jährlich eine Gehaltsanpassung gibt ohne das man nachfragen muss (ja, auch während Corona). Forderst du jetzt 100 €, dann wird dein Chef da vielleicht zustimmen, aber bringt dich 100 € wirklich weiter? Forderst du 500 € blockt dein Chef vielleicht komplett ab und das Arbeitsklima und deine Begeisterung sinkt, du wirst unglücklich und wechselst. Aus psychologischer Sicht ist es nicht wichtig, wie viel du verdienst, sondern ob du mit dem was du bekommst glücklich bist und vor allem damit leben kannst. Wenn du bei deiner Arbeit nicht glücklich bist, dann wird dich eine Gehaltserhöhung nur kurzfristig befriedigen, und was dann?

@Doskias
Außerdem schreibst du:
Zitat von @lukas91:
Unternehmen bei Microsoft als non-profit Registriert und Genehmigt gekriegt da der Dienstleister nicht wusste das sowas geht.
Ist da überhaupt Spielraum für Gehaltsanpassung. Ich meine nicht finanziell sondern eher Tarifrechtlich. Die meisten non-profit Organisationen, die ich kenne sind an Tarifverträge gebunden. Da kannst du noch so gute Arbeit leisten, aus dem Tarifvertrag kommt man nicht raus. Ja ich weiß theoretisch kann man außertariflich bezahlt werden, kommt aber sehr sehr selten vor.
Das ist sehr wohl relevant für eine Gehaltsanpassung. Ich weiß nicht in wie fern du dich auskennst, aber uns kostet nun eine M365 Business Standard ca. €30 im Jahr anstatt ca. €130, dann haben wir 10 M365 Business Premium Lizenzen kostenlos anstatt ca. €240 und das für die nächsten 10 Jahre. Danach müssen wir Microsoft lediglich aktuelle unterlagen zuschicken damit die Verifizieren können das man immer noch zu den Non-Profit Organisationen gehört.
Das ganze kann man sich dann für 70 User ausrechnen.

@Doskias
Also einen ganzen Haufen an Sachen wo wir sonst ordentlich geblecht hätten da solche Geschichten nicht im Basisvertrag abgedeckt sind.
Das heißt aber nicht, dass dir das Geld zusteht, wie du schon selbst sagst. Grade bei Non-Profit Organisationen kann dieses Geld deutlich besser für die ganze Organisation eingesetzt werden. Sei doch froh, dass du deinem Unternehmen die Kosten ersparen konntest. Möglicherweise führen diese Ersparnisse aber auch dazu, dass man dich nicht kündigen muss und du deswegen deinen Job behältst. ;-) face-wink
Mir ist klar das mir das Geld nicht zusteht, jedoch scheint es mir vernünftig für eine Gut erbrachte Leistung auch mehr zu verlangen, die Argumente sprechen ja dafür. Da musst du noch wissen das die Gemeinnützige Firma noch eine Gewerbliche Tochterfirma hat. Ich bin eben Angestellter der Tochterfirma (die eine Ordentliche Geldmaschiene ist) jedoch bin ich für beide zuständig.

@Doskias
Unterm Strich kann dir niemand sagen, wie viel du wirklich fordern kannst oder solltest, da niemand außer dir deine Situation genau kennt. Wir können dir nur helfen die Faktoren, die du in deine Überlegung einbeziehen solltest mit zu berücksichtigen.

Gruß
Doskias

Vielen Dank! Damit ist mir schon geholfen. Solche Gespräche hatte ich nicht oft, und wollte mal nach Fachmeinungen fragen... Dann ist da noch die Sache das ich laut Arbeitsvertrag immer noch Mitarbeiter im Reporting und Entwicklung- Bereich bin, was ich auch noch weiterhin mache, aber es sind eben sehr viele Aufgaben aus der IT dazugekommen.

Jedenfalls vielen Dank für deine Bemühungen!
Liebe Grüße Lukas
Mitglied: lukas91
lukas91 04.05.2022 um 15:04:03 Uhr
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Zitat von @Cheops:

Hallo Lukas,

@Cheops
gibt es für dich denn eine Stellenbeschreibung? Wenn ja, muss diese jetzt mal langsam angepasst werden und als Anlass für Gehaltsverhandlungen dienen.

Meine Stellenbeschreibung ist immer noch die mit der ich in der Firma angefangen hab -Mitarbeiter im Reporting und Entwicklung. Das ganze mache ich ja weiterhin nur ist eben die ganze IT Geschichte dazugekommen, der Vertrag wurde nie Angepasst...

Wenn nicht, gleiches Vorgehen. Mit deinem Chef über eine Stellenbeschreibung sprechen und dabei erwähnen, welche Arbeiten du noch zusätzlich übernommen hast. Hast du Projekte erfolgreich zum Abschluss gebracht, würde ich das im Gespräch erwähnen.
Wenn es bei euch keine Stellenbeschreibungen gibt, würde ich eine Liste anfertigen, mit den Tätigkeiten die du früher gemacht hast und diese um die neuen Tätigkeiten erweitern, damit dein Chef sehen kann, was dazu gekommen ist.

Grundsätzliches zum Thema Gehaltsverhandlungen:
  • Bitte deinen Chef um einen Termin zu genau diesem Thema. Nicht einen neutralen Termin vereinbaren und ihn dann mit der Gehaltsforderung überfallen. Das kommt nicht gut.
  • Überlege dir vorher, wieviel du gerne mehr hättest. Wieviel bist du bereit nachzugeben!
  • Du kannst das auch splitten. Jetzt eine Erhöhung von bzw. 3% und nach Erreichung eines Zieles weitere 2 - 3% Erhöhung.

@Cheops
Dazu kommt natürlich noch die menschliche Komponente. Was bist du für ein Typ und wie ist dein Chef drauf. Ist er ein Sparfuchs ist jede Argumentation schwer. So Leute schauen nur auf das Geld.

Mit meinem direkten Vorgesetzten habe ich ein sehr gutes- Richtung freundschaftliches Verhältnis. Das ganze werde ich dan mit ihm bereden jedoch muss er sich dann auch ein okay vom Geschäftsführer holen mit dem ich nicht wirklich viel zu tun habe.

@Cheops

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Grüße

Vielen Dank für deine Meinung, hat mir schon geholfen!
Liebe Grüße
Lukas
Mitglied: sklchris
sklchris 09.05.2022 um 12:21:55 Uhr
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Hallo Lukas,

sei mir bitte nicht böse bei der Frage. Bist Du sicher, dass Du da der richtige Mann dafür bist? Mir sind bei Dir die Rechtschreib- und vor allem Tippfehler in Deinem Kommentar und Antworten aufgefallen. Die können für einen Admin zu einem echten Problem werden, gerade bei Servern usw., kann man sich da nette Fehler einhandeln.

Deine Frage grundsätzlich, ist schon interessant - also was ein "leistungsgerechtes" Gehalt für einen ITler als Systembetreuer oder Administrator dann ist. Oder eben auch wie bei uns, was ein aktueller und fairer Stundensatz für Kunden ist.

Ich glaub in unserer Gegend, ist da alles vertreten. Vom "Aldi ITler" oder Selbstständigen, der 20 Euro die Stunde berechnet bis zu Stundensätzen über 220 Euro alles vertreten. Allerdings auch alles was die fachliche Qualifikation betrifft :-) face-smile