CentOS 8 Support endet Ende 2021

heilgecht
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Heute hat mich traurige Nachricht für alle aus der OpenSource Gemeinde erreicht.
Centos 8 ist unerwartet 31.12.2021 EOL.
Centos7 wird immerhin bis 30.06.2024 unterstützt aber das macht die Situation nicht viel besser.
Es wird keine stabile Centos Versionen mehr geben, nur Centos Stream was eigentlich ein Beta Kanal für RedHat ist.
Wieso wir eine 2. Fedora brauchen versteht bis jetzt keiner.
Centos RIP.

https://blog.centos.org/2020/12/future-is-centos-stream/

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Ausgedruckt am: 17.08.2022 um 05:08 Uhr

Mitglied: radiogugu
radiogugu 09.12.2020 aktualisiert um 22:06:36 Uhr
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Hallo.

Sehr traurig. Hatte erst vor ca. 1 Jahr die erste Installation davon unternommen und seit dem einige Webserver installiert und mit einer Ausnahme laufen die Dinger seit dem 24/7.

R.I.P. ace-sad"

Gruß
Radiogugu
Mitglied: it-fraggle
it-fraggle 12.12.2020 um 12:19:29 Uhr
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Centos7 wird immerhin bis 30.06.2024 unterstützt
Immerhin ausreichend Zeit umzustellen.
Mitglied: NetzwerkDude
NetzwerkDude 14.12.2020 um 16:23:52 Uhr
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Danke für den Hinweis, immerhin kann man sich so den Umstieg von 7 > 8 sparen :D
Mitglied: Sheogorath
Sheogorath 14.12.2020 um 21:17:23 Uhr
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Moin,

ich glaube hier wird ein bisschen übervereinfacht.

Ja, vieles ändert sich im CentOS Projekt, aber es ist nun auch nicht so als müsste man jeden Tag mit zerbrochener Produktion rechnen. Also lasst uns nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.

Meine Meinung zum Thema habe ich gestern schon mal auf meinem Blog zusammen gefasst. Aber ich möchte das Ganze hier nochmal etwas objektiv/konstruktiv untermalen.

Also was ist mit CentOS passiert? CentOS 8 wird ab Ende nächsten Jahres in der aktuellen Form nicht mehr weiter gebaut. Sprich, die aktuelle Variante, in der man den RHEL source code nimmt, branding entfernt und dann einfach als CentOS ins Internet wirft, fällt weg. Ja, entgegen aller früheren Statements und versprechen.

Was passiert stattdessen? CentOS 8 wird als CentOS 8 Stream weiter laufen. Einer "Rolling Release" oder, um beim CentOS wortlaut zu bleiben, "Continous Delivery" Distribution. Das bedeutet, Statt CentOS von RHEL zu bauen, baut man RHEL jetzt von CentOS Stream. Im Fall von RHEL 8 wird dies durch CentOS 8 Stream passieren, sobald RHEL 9 von Fedora 34 geforkt wird, wird dies in Form von CentOS 9 Stream passieren. Aber es bedeutet nicht, dass man nun plötzlich lauter breaking changes in die Distribution bekommt. CentOS Stream hat als Ziel minor-releases zu entwickeln. Somit erhält man nicht mehr und nicht weniger als ohnehin auch in den nächsten 6 Monaten in RHEL landen würde.

Was passiert mit CentOS 8 Streams wenn CentOS 9 Stream auftauchen? Nichts. Die laufen weiter, bis die 5 Jahre versprochener Support durch sind. In diesen 5 Jahren sollte man seine Systeme auf CentOS 9 Stream oder CentOS 10 Stream migrieren. Die schlechte Nachricht ist also, anders als früher, wo man bis zu 10 Jahre CentOS bekam, werden es jetzt nur noch 5 Jahre sein.


Jetzt lasst uns aber mal über Option sprechen:

1. Kann man sich auf Stream einlassen und einfach mal schauen wie es wird. Die Variante ist aktuellen schon verfügbar die Migration ist kinderleicht.
2. Wer dem ganzen Stream Kram nicht vertraut aber bei Red Hat bleiben will, kann etwas Geld in die Hand nehmen und sich RHEL kaufen. Hierzu soll es ein entsprechendes Angebot von Red Hat geben. Ob dem wirklich so ist, ich weiß es nicht, aber fragen kostet ja nichts face-wink
3. Auf eine der vielen existierenden CentOS rebuilds gehen. Oracle Linux zum Beispiel. Man reibt sich vielleicht die Augen, aber Oracle Linux ist durchaus eine brauchbare Distribution und hat sogar einen aktuelleren Kernel.
4. Auf einen der Community Rebuilds warten, die mit dem Announcement gestartet wurden: Rocky Linux und Linex
5. Wer noch eine Tonne RPM build specs rumfliegen hat und diese nicht von Grund auf neuschreiben will, findet vielleicht bei OpenSUSE ein neues zuhause.
6. Alles in die Tonne treten und Ubuntu oder Debian Jünger werden.
7. Das mit der IT sein lassen und was mit Holz machen.

Es ist also sicher nicht alles verloren, natürlich kann man eine Migration zu CentOS 8 sein lassen, das wird nichts mehr. Aber vielleicht zu CentOS 8 Stream, Oracle Linux oder schlicht Ubuntu? Letztere beiden, bieten übrigens auch Support an ohne dass man extra das OS umstricken muss.

Wie schon in meinem Blogbeitrag erwähnt, gibt es gute Gründe CentOS sein zu lassen, aber ich glaube man würde dem Projekt dennoch unrecht tun, wenn man so tut als würde es das nächste Fedora oder gar Arch Linux werden, nur weil es "rolling release" ist. Es wird natürlich Änderungen geben, aber diese werden nicht deutlich größer ausfallen als das, was es aktuell in RHEL und damit in CentOS schafft.

Ich hoffe damit konnte ich etwas bessere Klarheit schaffen.

Gruß
Chris
Mitglied: tagol01
tagol01 22.12.2020, aktualisiert am 27.01.2021 um 15:36:48 Uhr
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Zitat von @Sheogorath:
Ich hoffe damit konnte ich etwas bessere Klarheit schaffen.

Hallo Chris,

sehr gut erklärt!

Da meine Kunden ständig danach fragen, werde ich auf deinen Blog verweisen und einen Link setzen.

Danke