2019 Datacenter, 1Blech, 2 Firmen Lizenztechnisch erlaubt?

kostas
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Hallo Zusammen,

bei einem Kunden läuft auf einem Blech ein 2019er DataCenter. Bisher war das nur eine Firma. Nach dem Moto "neues Jahr neues Glück" möchte der Kunde aus steuerlich- legalen Gründen seine Firma in mehrere kleine Firmen aufteilen. Aus IT-Sicht ändert sich nichts. Wie ist es jetzt mit der Lizenzierung der DataCenter. Der Blech-Server ist immer noch der gleiche, die VMs sind die gleichen. Darf ich VMs für unterschiedliche Firmen anlegen?

Gruß Kostas

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Ausgedruckt am: 29.06.2022 um 12:06 Uhr

Mitglied: Th0mKa
Th0mKa 07.01.2022 um 11:54:03 Uhr
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Wenn der Eigentümer der Firmen der gleiche ist wahrscheinlich ja, aber frag doch einfach mal bei Microsoft nach.

/Thomas
Mitglied: beidermachtvongreyscull
beidermachtvongreyscull 07.01.2022 um 11:54:36 Uhr
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Moin,

frag lieber nen Anwalt. :-) face-smile

Du kannst ja mal nen Blick hier rein werfen: https://www.microsoft.com/de-de/licensing/licensing-programs/spla-progra ...

Ich weiß nicht, ob das SPLA-Programm von MS hier angewendet werden muss oder sollte.

Gruß
bdmvg
Mitglied: em-pie
em-pie 07.01.2022 um 12:02:20 Uhr
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Moin,

ich - kein Jurist - behaupte, dass es kein Problem ist:
Bei uns werden die Vermögensgüter auch über Gesellschaft A bezogen und von Gesellschaft B genutzt.

In Konzernstrukturen ja ähnlich:
eine Dienstleistung GmbH & Co. KG betreut die IT-Infrastruktur und stellt die allen anderen "Schwestergesellschaften" zur Verfügung. Über die Kostenrechnung werden nicht selten dann die anfallenden Kosten auf die Schwestern umgelegt.

Solange ihr aktuell nicht die BMW AG seid und die neue Gesellschaft Daimler AG lautet...

Gruß
em-pie
Mitglied: SeaStorm
SeaStorm 07.01.2022 um 12:34:50 Uhr
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IANAL

IMHO muss die Besitzerin der Lizenzen Mehrheitseigner der Unterfirma sein, dann geht das.
Mitglied: Kostas
Kostas 07.01.2022 um 12:58:04 Uhr
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oh je, ich sehe schon, ich muss bei Microsoft wirklich nachfragen. Der Hintergrund: Der Junior übernimmt ein Teil der Firmen. Die Firmen gehören nicht zu einer Firmengruppe und sind rechtlich selbstständig, bleiben jedoch im gleichen Haus und nutzt die gleiche Infrastruktur. Nur werden weitere VMs für die Firmen angelegt. Die zweite DataCerter Lizenz würde somit zwar einkauft jedoch nie installiert werden. 4K€ in der Schublade liegen lassen. Und damit ist noch nicht Schluss. Exchange Office, CAL usw. kommt noch on top.
Mitglied: altmetaller
altmetaller 07.01.2022 um 14:43:01 Uhr
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Hallo,

letztendlich geht es ja nicht "nur" um die Lizenzen - im Grunde genommen ist es auch steuerrechtlich relevant.

Ich empfehle meinen Kunden in derartigen Fällen immer, "linke Tasche, rechte Tasche" zu spielen und sich ggf. selber Rechnungen für den Betrieb der VMs, Internetverbindungen usw. zu schreiben. Zum Beispiel über eine "Servicepauschale IT".

Was sagen denn die Mitarbeiter in der Buchhaltung und der Steuerberater dazu? Die Lizenzierung spiegelt ja letztendlich auch die buchhalterischen Entscheidungen wieder.

Gruß,
Jörg
Mitglied: ukulele-7
ukulele-7 07.01.2022 um 15:23:10 Uhr
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Das Beste, auch für die Gewinnermittlung bei unterschiedlichen Beteilungsverhältnissen, wäre es, das "Hosting" bzw. die Dienste, die eine Firma für eine andere erbingt, sauber zu berechnen. Umsatzsteuerlich hast du dann eine Organschaft (vermutlich), das ist aber erstmal unerheblich und auch nicht so wild. Wichtig ist, das die Kosten, die entstehen (Lizenzen, Betriebskosten, Aufwand), möglichst bei dem Unternehmen im Aufwand landen bei dem sie auch entstehen.

Daraus ergibt sich dann eine Dienstleistung von Firma A (die mit Lizenzen und Servern) für Firma B. Je nachdem wer die Wartung für das OS auf der VM dann zahlt dem sollte auch die Lizenz und die VM gehören.

Was du nicht wirst machen können ist eine Datacenter Lizenz selbst zu nutzen und gleichzeitig das Nutzungsrecht an eine andere Firma weiter berechnen. Das dürfte ja nicht teilbar sein, auch wenn die VMs natürlich teilbar sind. Dann besser Kosten für Wartung und Dienste weiter belasten.
Mitglied: Kostas
Kostas 08.01.2022 um 10:32:37 Uhr
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Bezüglich Steuerrecht, dafür ist das Unternehmen mit seinen Fachleuten dafür bestens aufgestellt.

Wenn ich eine einzelne Windows Lizenz kaufe, ist klar die gehört der Firma und fertig.

Die Datacenter habe ich immer so verstanden: Wenn ein Rechenzentrum 10 Hardware-Server betreibt, braucht er 10 DataCenter Lizenzen bei 2CPU x 8 Kerne=16 Kerne. Der Rechenzentrumsbetreiber kann so viele unterschiedliche Kunden auf seine Server betreiben wie seine 10 Server tragen können. Wie viele VM für welchen Kunden bereitgestellt werden ist egal. Anscheinend liege ich damit komplett falsch.

Ich betreibe kein Rechenzentrum in diesem Sinne. Wir haben bei dem Kunden die DataCenter im Einsatz da insgesamt 23 VM laufen. Bisher war das eben ein Kunde. Der Junior übernimmt ein Teil und macht sein Ding. Die Firmen gehören NICHT zu einer Firmengruppe und sind völlig selbstständig. Der Punkt ist, die gesamte Infrastruktur sowie die Server bleiben gleich und werden nun von zwei Firmen genutzt. Wenn ich einen neuen Hardware-Server einsetzen würde, würde sich die Frage nicht stellen da die DataCenter pro CPUs mit insgesamt 16 Kerne (gibt auch andere Versionen mit mehr Kerne) lizenziert wird. Somit ist klar, eine weitere DataCenter muss her.
Mitglied: Th0mKa
Lösung Th0mKa 08.01.2022 um 12:07:18 Uhr
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Nein, als Rechenzentrumsbetreiber nutzt man die oben schon erwähnten SPLA Lizenzen, die werden aber monatlich abgerechnet. Das ist nicht vergleichbar mit den normalen Lizenzen.
Mitglied: Kostas
Kostas 08.01.2022 um 13:30:24 Uhr
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ok, das ist eine völlig andere Baustelle. Vielen Dank jetzt ist alles klar soweit.
Euch noch einen schönen Tag.
Mitglied: Dani
Dani 08.01.2022 um 14:11:31 Uhr
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Moin,
Die Firmen gehören nicht zu einer Firmengruppe und sind rechtlich selbstständig, bleiben jedoch im gleichen Haus und nutzt die gleiche Infrastruktur
Wie sieht die Regelung mit Büros, Personal, etc.?

Bezüglich Steuerrecht, dafür ist das Unternehmen mit seinen Fachleuten dafür bestens aufgestellt.
Mag schon sein. Aber da spielen Lizenzen inzwischen auch eine wesentliche Rolle. Im schlimmsten Fall musst du die CALs für die eingesetzen Produkte doppelt vorhalten.

bei einem Kunden läuft auf einem Blech ein 2019er DataCenter.
Es geht vermutlich um mehr als nur eine MS Windows Server Datacenter Lizenz. Gibt doch mal einen groben Überblick der genutzten Lizenzen und CALs, deren Lizenzprogramm (Open Licsense, M365, EA, CSP, etc.) und die zukünftige Nutzung der beteiligten Firmen.


Gruß,
Dani
Mitglied: Dirmhirn
Dirmhirn 09.01.2022 um 23:45:58 Uhr
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Hi,
bei MS weiß ich es nicht, aber zb bei PTC gehören die Lizenz der Firma die sie kauft (bei gewissen Produkten). Bei "Konzer-Strukturen" muss ein Zusatzvertrag her, der die Nutzung durch Tochterfirmen gestattet. Der kostet wieder extra... oder man kauft kräftig Lizenzen dazu.

Legal hat auch schon bei einigen anderen nachgefragt ob das so passt. Sind eine Sammlung an gewachsenen und gekauften Firmen.

Sg Dirm
Mitglied: Dani
Dani 10.01.2022 um 00:09:13 Uhr
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@Dirmhirn
In diesen Fall ist es keine Holding, Group o.ä.
Laut dem Fragesteller sind es 100% eigenständigen Firmen, die nichts direkt miteinander zu tun haben.


Gruß,
Dani
Mitglied: Dirmhirn
Dirmhirn 10.01.2022 um 00:18:08 Uhr
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Zitat von @Dani:

@Dirmhirn
In diesen Fall ist es keine Holding, Group o.ä.
Laut dem Fragesteller sind es 100% eigenständigen Firmen, die nichts direkt miteinander zu tun haben.


Gruß,
Dani

War als Beispiel gedacht, dass nicht mal Tochterfirmen alles untereinander nutzen dürfen. Nach nochmaligem überfliegen, war das aber wohl eh schon klar.
Sg Dirm
Mitglied: ukulele-7
ukulele-7 10.01.2022 um 10:03:25 Uhr
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Wenn ein Unternehmen alle Lizenzen hält und alle Dienste und die ganze IT betreibt und nicht jeder seine eigenen Server betreibt sollte es mit einer Datacenter Lizenz kein Problem sein.
Mitglied: Kostas
Lösung Kostas 11.01.2022 um 20:50:49 Uhr
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Hallo Zusammen,

ja, es sollen alles alleinstehende Firmen sein die nichts miteinander zu tun haben. Ich lasse es jetzt so wie es ist. Ich schätze nach 1-2 Jahren wird vermutlich die Firma wachsen und eh einen eigene Blech-Server brauchen . Dann stellt sich die Frage eh nicht. Dann wird eine weitere DataCenter eingekauft und fertig. Anscheinend ist dieses Szenario so nicht definiert dass mehrere unabhängige Firmen die gleiche Hardware nutzen. Weder der Distri noch Microsoft konnten eine klare Aussage treffen.

Vielen Dank schon mal.
Gruß Kostas
Mitglied: em-pie
em-pie 11.01.2022 um 20:54:50 Uhr
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Moin,

Zitat von @Kostas:

Hallo Zusammen,

Anscheinend ist dieses Szenario so nicht definiert dass mehrere unabhängige Firmen die gleiche Hardware nutzen. Weder der Distri noch Microsoft konnten eine klare Aussage treffen.

Gut wäre, wenn du da was schriftliches hast, was du im Zweifel vorlegen könntest (auch wenn ich mir sicher bin, dass das kein Schwein interessieren wird)…
Mitglied: Kostas
Kostas 11.01.2022 um 22:01:37 Uhr
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:-) face-smile habe ich natürlich angefragt. Am Telefon die Info, ja ich sende ich gleich was dazu. Dann habe ich ein zig seitiges Dokument bekommen mit den allgemeinen Lizenzierungsbedingungen. Gelesen habe ich es nicht aber da steht eben mein Fall nicht drin. Ich habe jedoch meine Emailanfrage. Zumindest habe ich mich darum bemüht, zwar ohne Erfolg aber es ist so. Mal sehen möglicherweise braucht der Kunde schneller das Blech und somit ist es dann eh erledigt. Mein Distri meinte übrigens, wenn die gleiche Domäne benutzt wird, benötige ich keine weitere DataCenter. Das ist der Fall. Die Domäne ändert sich nicht, die Mailkonten ändern sich auch nicht. Wobei ich dieser Aussage auch nicht traue. Ich kann doch mit der DataCenter mehrere Domains in forest tree anlegen. Nach dieser Aussage wäre die DataCenter auf nur eine Domain limitiert.
Mitglied: ukulele-7
ukulele-7 11.01.2022 um 23:00:15 Uhr
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Zitat von @Kostas:

Nach dieser Aussage wäre die DataCenter auf nur eine Domain limitiert.
Das hat er aber auch nicht behauptet.

Natürlich darfst du beliebig viele Domains hosten, du darfst aber nicht zwei Domains so separieren und auf zwei Unternehmen aufteilen so das sie nichts mit einander zu tun haben. Es muss irgendwo ein Zusammenhang bestehen so das es als eine Umgebung zu betrachten ist.

Belasse doch einfach alle Lizenzen bei einem Unternehmen. Soll ein Unternehmen die Server betreuen, Hardware kaufen und Kosten anteilig weiter belasten. Wie ihr das ausgestaltet steht euch doch frei, schreibt es nur irgendwo auf. Oder willst du auch mit beiden Unternehmen einen Arbeitsvertrag schließen und die Administration strikt trennen? Es muss doch eine saubere Regelung her.
Mitglied: altmetaller
altmetaller 12.01.2022 um 09:56:53 Uhr
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Hallo,

sehe ich wie eingangs erwähnt genau so.

Manchmal ist aber auch ein erzieherisches Scheitern notwendig. Spätestens bei der Steuerprüfung oder bei Haftungsfragen.

Lass ihn mal machen - dir kann es ja letztendlich egal sein :-) face-smile

Gruß,
Jörg