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Call ID Spoofing?

Servus, ich hätte mal eine Frage.

Wenn ich als Rufnummer 1234-123456- 100 bis 999 gebucht habe,
dann hingehe und eine oder mehrere vierstellige Durchwahlen einrichte und diese auch von außen erreichbar sind ...
Ist das bereits Call ID Spoofing?
Habe da was von "Manipulation von Rufnummern" auf der Webseite der Bundesnetzargentur gelesen, was darauf schließen lässt.
Und von meinem Verständnis her, darf man ja nicht einfach hingehen und eine vierstellige Durchwahl öffentlich erreichbar machen,
wenn man nur bis 999 gebucht hat.

Oder sehe ich hier etwas falsch?

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Member: BirdyB
BirdyB Sep 07, 2021 at 13:32:56 (UTC)
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Moin,

eine rechtssichere Auskunft wirst du dazu hier nicht erhalten können. Am besten fragst du direkt die Bundesnetzagentur dazu.
Bei meinem alten AG sind wir von zwei- auf dreistellige Durchwahlen gewechselt. Das war nie ein Problem.

VG
Member: brammer
brammer Sep 07, 2021 updated at 13:46:51 (UTC)
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Hallo,

Nehmen wir mal eine an die Realität angelehnte Rufnummer

+49 40 80 100 -999

eine Durchwahl +49 40 80 1000 gibt es bei dir nicht... Diese Rufnummer gehört im Zweifelsfall jemand anders..

Das heißt die Durchwahl 1000 mag erreichbar sein. Aber nicht bei dir ...

Dein Telefonsystem, bzw. spätestens das vom Provider wird diesen Eintrag nicht akzeptieren.

brammer
Member: Hubert.N
Hubert.N Sep 07, 2021 at 13:58:56 (UTC)
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Moin,

was Du konfigurierst ist in erster Linie eine Frage was Deine Telefonanlage Dir als Möglichkeit anbietet.

Zitat von @brammer:

Hallo,
Nehmen wir mal eine an die Realität angelehnte Rufnummer
+49 40 80 100 -999
eine Durchwahl +49 40 80 1000 gibt es bei dir nicht... Diese Rufnummer gehört im Zweifelsfall jemand anders..

Nein... Die gehört garantiert niemand anderem. Wenn Du den Block 100-999 hast, dann kann die -1000 nicht anderweitig vergeben werden. Das würde ja immer mit Deinem 100-999-Block kollidieren.

Es ist durchaus üblich, intern in der Anlage den Nummernblock zu erweitern. Da Du nur Nummern erweiterst, die Du ohnehin in deinem Nummernblock hast, handelt es sich auch kaum um Spoofing. Du täuschst ja nicht vor, dass Du nicht der bist, der Du bist. Selbst 4-stellige Durchwahlen sind einwandfrei Deinem Anschluss zuzuordnen.

Das heißt die Durchwahl 1000 mag erreichbar sein. Aber nicht bei dir ...
... was darauf ankommt, was in der TK konfiguriert wurde.

ABER: Wenn Du es sicher wissen willst, dann frage einen Anwalt face-smile

Gruß
Member: LordGurke
LordGurke Sep 07, 2021 at 14:30:00 (UTC)
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Zitat von @brammer:
Nehmen wir mal eine an die Realität angelehnte Rufnummer
+49 40 80 100 -999
eine Durchwahl +49 40 80 1000 gibt es bei dir nicht... Diese Rufnummer gehört im Zweifelsfall jemand anders..

Garantiert nicht. Rufnummern sind hierarchisch vergeben, längere Rufnummern führen also unweigerlich immer zu dir.
Nachdem eine verlängerte Rufnummer also zu dir gehört, ist es technisch auch kein Caller-ID Spoofing, da diese Caller-ID auch zu dir zurückverfolgbar ist.
Und mal so gesagt: Wenn dein Provider die Anrufe mit verlängerter Caller-ID durchlässt, sieht der das offenbar auch so face-wink
Member: mbehrens
mbehrens Sep 07, 2021 at 15:28:10 (UTC)
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Zitat von @gmozilla:

Wenn ich als Rufnummer 1234-123456- 100 bis 999 gebucht habe,
dann hingehe und eine oder mehrere vierstellige Durchwahlen einrichte und diese auch von außen erreichbar sind ...

Technisch kann dies durchaus möglich sein, eine Rechtsgrundlage gibt es nach BNetzA nicht.
Member: maretz
maretz Sep 07, 2021 at 16:47:07 (UTC)
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Zitat von @brammer:

Hallo,

Nehmen wir mal eine an die Realität angelehnte Rufnummer

+49 40 80 100 -999

eine Durchwahl +49 40 80 1000 gibt es bei dir nicht... Diese Rufnummer gehört im Zweifelsfall jemand anders..

Das heißt die Durchwahl 1000 mag erreichbar sein. Aber nicht bei dir ...

Dein Telefonsystem, bzw. spätestens das vom Provider wird diesen Eintrag nicht akzeptieren.

brammer

ähm - nein, es ist dabei egal ob du +49 80 100 99999999999999 wählst. Dein Anbieter wird ja einfach den Block durchschalten. Der interessiert sich aber nich dafür ob du nach +49 80 100 999 noch irgendwas wählst oder nich. Es wird in deiner Anlage landen. DIE muss dann entscheiden ob die was damit macht oder nicht. Aber die wird idR auch bei 999 aufhören zu testen und das an die (hoffentlich vorhandene) Nebenstelle 999 geben.

Ich denke auch mal das was hier falsch verstanden ist: Eine Caller-ID zu ändern ist weder verboten noch ungewöhnlich. Das macht fast jedes Call-Center oder auch div. grössere Firmen. Weil man eben nich will das ein Rückruf zum Sachbearbeiter direkt geht -> somit sende man immer die Nummer den Zentrale. Wenn man z.B. mehrere ausgehende Leitungen hat (man braucht ja nicht für jede Nebenstelle immer ne einzelne Durchwahl) will man ja ggf. auch nicht das der angerufene die Nummer der Leitung sieht (weil ich heute die erste, morgen die 8te getroffen habe) sondern es wird halt die Nummer der Zentrale übertragen. Das ist vergleichbar mit der Angabe des Namens bei Emails. Im HINTERGRUND wird trotzdem die korrekte Nummer übertragen (z.B. bei den Scherzanrufen bei der Polizei hat man da schnell dann trotzdem Besuch).

Weniger gern gesehen is halt wenn man ne Caller-ID von einer fremden Person ohne Erlaubnis nimmt oder die reale Caller-ID versucht zu überschreiben. Das wird dann schon eher mal Ärger mit den Herrn vom Amt geben ;)
Member: tikayevent
Solution tikayevent Sep 07, 2021 at 18:11:25 (UTC)
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Call-ID-Spoofing ist es, wenn du eine Rufnummer signalisierst, die nicht dir gehört. Da du bei Anlagenanschlüssen und SIP-Trunks eine Rumpfnummer und einen Block erhältst, ist alles OK, solange du dich in diesem Bereich befindest. Dabei ist es rechtlich erstmal egal, ob du bei einem zugewiesenem Block von 100 bis 999 einstellige bis zehnstellige Durchwahlen mischst. Am Ende ist die Rumpfnummer ausschlaggebend, da dir diese von deinem Telefonieprovider auf Grundlage einer Verordnung der BNetzA zugewiesen wurde.

Ebenso kannst du, wenn du mehrere Rufnummern hast, über CLIP No-Screening eine andere Rufnummer signalisieren lassen, solange du das Nutzungsrecht für die signalisierte Nummer hast. CLIP No-Screening kann aber schon dazu führen, dass beim B-Teilnehmer evtl. ein Hinweis auf eine gespoofte Call-ID angezeigt wird, weil die vom Netz signalisierte und die vom A-Teilnehmer signalisierte Nummer unterschiedlich sind.

Problematisch wird es, wenn du eine Rufnummer signalisierst, die nicht in deinen Zuständigkeitsbereich fällt. Das könnte rechtliche Probleme geben, was ein Fachanwalt genauer eruieren müsste.

Womit du eventuell Probleme bekommen könntest, wenn du die Durchwahlen verlängerst, ist dein Telefonprovider. Diese geben häufig im Vertragswerk vor, dass dieses unzulässig ist oder du die maximale Anzahl an Teilnehmernummern, die dein Rufnummernblock vorsieht, nicht signifikant überschreiten darfst. QSC/Plusnet hat es z.B. im Vertrag stehen, aber wir haben drei Rufnummernblocke, entgegen der Zuweisung, von drei auf fünf Stellen verlängert, bisher ohne Rüge seitens Plusnet.

Also in deinem Fall: Rein vom Gesetz her alles gut, zivilrechtlich sollte man es klären.
Member: farddwalling
farddwalling Sep 07, 2021 at 18:36:28 (UTC)
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Beim Vodafone SIP Trunk ist es so, das längere Durchwahlen ignoriert werden. Wenn ich nach dem Hauptblock also mit 4 Nebenstelle ankomme obwohl nur 3-stwllig zugewiesen wurde, verfällt die letzte Stelle und wird auf die Fallback Standardnummer signalisiert.
Member: gmozilla
gmozilla Sep 08, 2021 at 07:58:59 (UTC)
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Danke für den Input und die Denkanstöße!