Ketzerrische Frage 2: SAS mit BBU vs SSD ohne BBU
Hallo,
ich plane gerade einen kleine Server für ein Projekt.
Die Anwendung ist nicht kritisch.
Es wird wohl ein Fujitsu TX1320 (Xeon, ECC, Hardware RAID) mit APC Smart UPS 1500VA werden.
Typischerweise würde ich 3x 600GB 10k SAS HDDs mit BBU im RAID 5 verwenden.
Aber wenn ich die BBU weglasse bekomme ich 3x Enterprise SSD (Read optimiert) mit der gleichen Kapazität zum gleichen Preis.
Ich benötige das Mehr an Performance nicht, aber schaden kann es auch nicht.
Bei den SAS macht die BBU durch aktivierung der Caches einen deutlichen Unterschied.
Bei SSD kann ich mir das kaum vorstellen.
Hast das mal Jemand ausprobiert?
Viele Grüße
Stefan
ich plane gerade einen kleine Server für ein Projekt.
Die Anwendung ist nicht kritisch.
Es wird wohl ein Fujitsu TX1320 (Xeon, ECC, Hardware RAID) mit APC Smart UPS 1500VA werden.
Typischerweise würde ich 3x 600GB 10k SAS HDDs mit BBU im RAID 5 verwenden.
Aber wenn ich die BBU weglasse bekomme ich 3x Enterprise SSD (Read optimiert) mit der gleichen Kapazität zum gleichen Preis.
Ich benötige das Mehr an Performance nicht, aber schaden kann es auch nicht.
Bei den SAS macht die BBU durch aktivierung der Caches einen deutlichen Unterschied.
Bei SSD kann ich mir das kaum vorstellen.
Hast das mal Jemand ausprobiert?
Viele Grüße
Stefan
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9 Kommentare
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Ketzerische Gegenfrage: wenn man nach Fujitsu BBU sucht findet man eine "Battery Backup Unit".
Könntest du bitte mal erläutern, was da konkret drin ist? Und von was für einem Cache reden wir?
Es gibt eine Cache-Extension für Fujitsu Storage (nennt sich dann Cache memory module), da kommt man aber mit den 199 Euro nicht hin, für die man die BBU kriegt.
Könntest du bitte mal erläutern, was da konkret drin ist? Und von was für einem Cache reden wir?
Es gibt eine Cache-Extension für Fujitsu Storage (nennt sich dann Cache memory module), da kommt man aber mit den 199 Euro nicht hin, für die man die BBU kriegt.
Moin,
die BBU dient dem Schutz der Daten auf dem (RAID) Cache, falls es zu einem Stromausfall kommen sollte und der Cache noch nicht weggeschrieben wurde. Ja nachdem sind ein paar Stunden oder Tage Überbrückung möglich. Ist die BBU leer, sind die Daten gelöscht.
Anderer Ansatz ist der CacheVault, hier wird bei einem Stromausfall der Cache auf einen Flashspeicher geschrieben, was sicherer erscheint. Keine Ahnung ob es das auch für Platten oder nur Controller gibt.
Gruss
die BBU dient dem Schutz der Daten auf dem (RAID) Cache, falls es zu einem Stromausfall kommen sollte und der Cache noch nicht weggeschrieben wurde. Ja nachdem sind ein paar Stunden oder Tage Überbrückung möglich. Ist die BBU leer, sind die Daten gelöscht.
Anderer Ansatz ist der CacheVault, hier wird bei einem Stromausfall der Cache auf einen Flashspeicher geschrieben, was sicherer erscheint. Keine Ahnung ob es das auch für Platten oder nur Controller gibt.
Gruss
Hi Stefan,
wenn man die Worst-Cases mal durchgeht...
1.) Stromausfall, Abgesichert durch USV
2.) Plötzlicher Stromverlust, Putze rennt gegen die Kabel und alles Explodiert
. Dann kann es natürlich sein, das Datein die du gerade direkt im Zugriff hast inkonsistent werden, würde dir aber imho auch mit ner BBU passieren, weil Dateisystemproblem und kein Controller-Problem. Lass mich gerne korrigieren wenn ich falsch liege, aber ruft die SSD die Daten nicht mehr oder weniger direkt vom Flash ab? Dann dürfte man ja keine Probleme haben bei Stromverlusst, weil der Flashspeicher ja weiterhin "nichtflüchtig" bleibt. Vorausgesetzt das Caching am Raidcontroller ist aus.
Zwecks schreibraten müsste man das wahrscheinlich mal testen, würd mich auch interessieren
Gruß
PJM
wenn man die Worst-Cases mal durchgeht...
1.) Stromausfall, Abgesichert durch USV
2.) Plötzlicher Stromverlust, Putze rennt gegen die Kabel und alles Explodiert
Zwecks schreibraten müsste man das wahrscheinlich mal testen, würd mich auch interessieren
Gruß
PJM
Ketzerrrrische Antwort
Im Prinzip ja, aber .......
Wenn Du auf die BBU verzichten kannst, wie würde es mit kleineren (= billigeren) SSDs ausschauen? Wenn es sich platzmäßig ausgeht.
Ein Projekt mit einer unkritischen Anwendung ..... würde mich auf "produktiv" schließen lassen oder ist es doch ein "Testobjekt"?
Im Prinzip ja, aber .......
Wenn Du auf die BBU verzichten kannst, wie würde es mit kleineren (= billigeren) SSDs ausschauen? Wenn es sich platzmäßig ausgeht.
Ein Projekt mit einer unkritischen Anwendung ..... würde mich auf "produktiv" schließen lassen oder ist es doch ein "Testobjekt"?
Du benötigst nur dann eine BBU, wenn Du einen RAID Level, höher als RAID1 bzw RAID10 anstrebst, da es für das Schreiben der Parity Information einen "Überbrückungspuffer" benötigt.
Bei RAID1/10 sind die Schreibzugriffe synchron und deswegen kann auf eine BBU verzichtet werden.
Bei Festplatten ist diese Parity Information kein Problem, da Festplatten eine beinahe unbegrenzte Schreibkapazität aufweisen.
Bei SSDs hingegen ist diese Schreibkapazität "endlich". Soll heissen, das die Parity Informationen, auch wenn sie einzeln betrachtet rel. klein sind, die Lebensdauer einer SSD im Vergleich zu einer "einfach gespiegelten" SSD herabsetzen (Von Scheribhäufigkeit und Blockgrößen abhängig)
Daher würde ich empfehlen, bei einer solchen Konfiguration auf die BBU zu verzichten und stattdessen 4 SSDs im RAID10 einzusetzen. Dies dürfte als "Nebenprodukte" auch die höchste Geschwindigkeit und Fehlertoleranz liefern.
Bei RAID1/10 sind die Schreibzugriffe synchron und deswegen kann auf eine BBU verzichtet werden.
Bei Festplatten ist diese Parity Information kein Problem, da Festplatten eine beinahe unbegrenzte Schreibkapazität aufweisen.
Bei SSDs hingegen ist diese Schreibkapazität "endlich". Soll heissen, das die Parity Informationen, auch wenn sie einzeln betrachtet rel. klein sind, die Lebensdauer einer SSD im Vergleich zu einer "einfach gespiegelten" SSD herabsetzen (Von Scheribhäufigkeit und Blockgrößen abhängig)
Daher würde ich empfehlen, bei einer solchen Konfiguration auf die BBU zu verzichten und stattdessen 4 SSDs im RAID10 einzusetzen. Dies dürfte als "Nebenprodukte" auch die höchste Geschwindigkeit und Fehlertoleranz liefern.
Ich habe mehrer Tests mit dem IOMeter und HPE Controlern mit SSDs durchgeführt:
Eine SSD kann durch einenn Cache nicht spürbar beschleunigt werden.
Wie auch?. Die meisten Controller verwenden die gleichen Flash Bausteine, wie die welche bereits eh in die SSDs eingebaut werden...
Da das Cache somit ähnlich schnell arbeitet wie das zu puffernde Medium, gibt es kaum eine Beschleunigung.
Einen Controller mit z.B. NVRAM, welcher theoretisch NVMe Medien beschleunigen könnte habe ich allerdings noch nicht entdeckt.
Hier könnte ich mir einen Effekt auf "sehr hohem Niveu" vorstellen... (Allerdings nur, wenn mit genügend parallelen PCI Lanes gearbeitet wird)
Eine SSD kann durch einenn Cache nicht spürbar beschleunigt werden.
Wie auch?. Die meisten Controller verwenden die gleichen Flash Bausteine, wie die welche bereits eh in die SSDs eingebaut werden...
Da das Cache somit ähnlich schnell arbeitet wie das zu puffernde Medium, gibt es kaum eine Beschleunigung.
Einen Controller mit z.B. NVRAM, welcher theoretisch NVMe Medien beschleunigen könnte habe ich allerdings noch nicht entdeckt.
Hier könnte ich mir einen Effekt auf "sehr hohem Niveu" vorstellen... (Allerdings nur, wenn mit genügend parallelen PCI Lanes gearbeitet wird)