Outsourcing an externen Dienstleister und dann Kündigung?

mario72
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Hallo,

ich, männlich/51 bin als IT Administrator tätig mit einer Betriebszugehörigkeit von >17 Jahren. Seit Beginn der Coronapandemie geht es in unserem Betrieb drunter und drüber. Mal Kurzarbeit, mal nicht, jetzt aktuell wieder in Kurzarbeit. Unser Betrieb umfasst ca. 200 Mitarbeiter. Einige Führungspositionen wurden in dieser Zeit schon entlassen, auch die Geschäftsleitung wurde ausgetauscht. Der neue Chef ist sehr unfreundlich und betreibt Bossing mit voller Wucht und allen nicht erdenklichen Mitteln. Mehrere Mitarbeiter aus den diversen Abteilungen haben bisher selbst gekündigt und einen neuen Arbeitnehmer aufgesucht, weil sie unter großer psychischer Belastung litten. Andere versuchen trotz der rauhen Umstände und des schlechten Arbeitsklimas weiterhin die Stellung zu halten. Aus unserer eigenen Abteilung aber auch durch viele Gespräche mit Kollegen aus den diversen anderen Abteilungen wird der Unmut, Frustration und die seelische Belastung klar. Unsere IT-Abteilung in der ich tätig bin besteht aus 5 Mitarbeitern, und derjenige mit der jüngsten Betriebszugehörigkeit wurde bereits gekündigt. Genaue Gründe hierzu sind uns nicht bekannt, es gab aber sonst keine Anzeichen wie verminderte Leistungsbereitschaft, unzureichende Qualität oder Krankheit oder ähnliches. Der Kollege war super und in allen Belangen hilfreich und nutzvoll.

Zu Neujahr wurde uns bekanntgegeben, dass ein nicht unerheblicher Großteil unserer Ressourcen zu einem externen Dienstleister übergeben werden soll. Dazu gehören Serverfarm, Mailkommunikation, SAP-System, und zig kundenspezifische Speziallösungen. Hierzu gab es bereits im Vorjahr mehrere Meetings mit dem externen Dienstleister, der eine Bestandsaufnahme und IST-Analyse durchführte. Wir mussten unsere gesamte Dokumentation und Prozessstruktur vorlegen und alle Glieder der Kette beleuchten. Ab Neujahr 2021 fing dann das Outsourcing schrittweise an. Laut internen Firmengerüchte sollen dieses Jahr noch etliche Stellen abgebaut werden. Da wir eins und eins zusammenzählen und mit dem Schlimmsten rechnen sind wir uns bewußt, dass die IT vermutlich bis auf max. einen Mitarbeiter schrumpfen soll. Unsere Motivation ist natürlich gegen null strebend. Wir werden regelrecht "ausgesaugt" und müssen obendrauf die gesamte Vorarbeit für die Umstellungen leisten. Der externe Dienstleister hat volle Deckung vom Chef und wir die direkte Anweisung dessen, alle geforderten Informationen und Vorbereitungen für die Umstellungen zu treffen. Kurzum schaufeln wir uns seit Neujahr Tag für Tag das eigene Grab.

Natürlich besteht die Option der Bewerbung in anderen Unternehmen mit all den damit verbundenen Vor- oder Nachteilen, das ist uns völlig klar. Es ist völlig klar, dass wir momentan ausgesaugt werden und dann fallengelassen werden, ob mit Abfindung oder nicht sei mal dahingestellt. Der Weg und die Linien dazu sind völlig klar, das sehen wir schon längerer Zeit und es zeichnet sich auch alles so ab. Wir sind es momentan leid, die Aufgaben servierfertig aufs Tablett zu überliefern.

Nun zu unserem Anliegen und eigentlichen Frage, da der Betriebsrat hierzu leider keine weiterführende oder wirkliche Antwort hatte

Haben wir denn überhaupt irgendeine Möglichkeit, uns gegen das Aussagen unser selbst erlangtes Wissen dieser Art zu wehren?

=> Gibt es da nicht irgendwas mit Alleinstellungsmerkmal und das Recht, das eigene Wissen nicht mal durch Druckmittel behalten zu dürfen? Einfach "Nein, mache ich nicht!" wird sicherlich nicht möglich sein, da es als Arbeitsverweigerung interpretiert würde. Welche Möglichkeiten hätten wir denn realistisch gesehen ?

Es ist nicht zu leugnen, dass wir derart frustriert und unmotiviert sind mit diesen Gegebenheiten. Uns wird die Pistole auf die Brust gesetzt und wir müssen all unser Wissen rausgeben, damit die externen Dienstleister überhaupt die Umstellung durchführen können. Das ist wirklich so, denn die Prozesse sind sehr komplex und vertieft, da stecken Informationen drin aus dutzenden Jahren.

Kennt sich da jemand von euch aus? Wir möchten gerne vorab Informationen sammeln, bevor wir weitere Schritte zur juristischen Untersuchung angehen würden. Wir würden uns über jeden ernstgemeinten und hilfreichen Tip sehr freuen!!!!

Grüße aus der Pfalz
Mario.

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Ausgedruckt am: 29.06.2022 um 10:06 Uhr

Mitglied: BirdyB
BirdyB 15.02.2021 um 14:19:59 Uhr
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Hallo Mario,
zunächstmal mein Beileid zu dieser vertrackten Situation.
Ich bin kein Anwalt und kann euch keine Rechtsberatung geben. Meinem Wissen nachvgehören die Dokumentationen, die Ihr erstellt habt erstmal eurem Arbeitgeber. Jede Verweigerung könnte eine Unterschlagung darstellen. Bei allem was nicht niedergeschrieben ist, kann euch natürlich eine Amnesie überkommen, aber auch das macht es nicht besser.
Auf garkeinen Fall solltet Ihr irgendetwas an Doku verschwinden lassen.
Ggf. würde ich mir hier eine Rechtsberatung durch einen Anwalt einholen.

VG
Mitglied: radiogugu
radiogugu 15.02.2021 aktualisiert um 14:26:56 Uhr
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Hallo.

Eine bescheidene Situation.

Man kann euch in jedem Fall nur die Daumen drücken, dass ein neuer Arbeitgeber schnell gefunden wird.

Allerdings würde ich behaupten, dass ihr kein Wissen besitzt, was nicht der Firma gehört (egal wie arschig diese sich verhält).

Ein Jurist (bin keiner) wird euch mit Sicherheit sagen, dass ihr keinerlei Grund habt zu klagen, was das Abgeben der fachlichen Expertise anbelangt.

Die personelle Schiene mit psychologischem Druck ist da schon eher etwas für einen Arbeitsrichter. Denn Mobbing geht nicht. Die Beweislast liegt dann bei euch und lass dir gesagt sein, dass es überhaupt nicht ausreicht, wenn ihr eure Leidensgeschichte emotional vortragt, es will bewiesen werden. Das ist der Punkt an dem auch dieses Vorhaben auf dünnem Eis steht.

Wenn der neue Dienstleister nun die Betreuung durchführen soll, dann ist das eine unternehmerische Entscheidung und dieser hat man sich als Arbeitnehmer zu beugen. Wir haben letztes Jahr im Mai unsere Produktion mit 68 Mitarbeitern an unseren Polnischen Standort ausgelagert. Daher weiß ich sehr genau, was dies beudetet.

Was ihr alle machen solltet euch schon einmal um eine neue Stelle bemühen. Denn das wird kein Spaß für den vielleicht einen, einsamen ITler, der dann noch übrig geblieben ist.

Wenn dem Chef nicht bewusst ist, dass ohne Spezialwissen alles immens langsamer und eventuell auch unzufriedenstellender gelöst wird, dann muss dieser das eben lernen.

Aber nochmal, da habt ihr im Grunde keine Handhabe, denn wenn der Chef jetzt alles in Pink gestrichen bekommen möchte, dann könnt ihr eure Bedenken fundiert äußern und Gegenargumente präsentieren, aber mehr auch nicht.

Gruß
Marc
Mitglied: Possibaer
Possibaer 15.02.2021 um 14:27:55 Uhr
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Hallo Mario,

auch mein tiefes Mitgefühl. Ich habe bereits eine ähnliche Erfahrung gemacht, Bei uns war es kein Dienstleister, sondern ein Verkauf an ein größeres Unternehmen, welches seinen eigenen IT-Stab hatte. Aber die Thematik war die selbe. Ich kann dir nur raten dich schnellstmöglich um einen neuen Arbeitsplatz zu kümmern. Die Situation wird nicht besser. Ich hatte das Glück in Berlin schnell einen neuen AG zu finden.
Die Aufgabe des Betriebsrates wäre sich darum zu kümmern, dass ihr nicht entlassen werdet, aber der wird mit der Situation wahrscheinlich überlastet sein.

Das hört sich jetzt vielleicht etwas arschig an, aber frag doch mal den Dienstleister ob er dich nicht übernehmen will. Das würde für ihn mit Sicherheit eine Bereicherung sein und das Projekt für Ihn rentabler machen.

Aber das das nur meine persönliche Meinung.
Mitglied: mario72
mario72 15.02.2021 um 14:30:02 Uhr
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Das ist selbstverständlich klar. Es ist nicht so, dass wir unfair spielen wollen und keinesfalls werden wir Dokumentationen verschwinden lassen oder absichtlich verunstalten. Wir haben auch bisher sehr detailliert und genau gearbeitet und unterstützt, mehr als das sogar. Die Mitarbeiter des externen Dienstleisters können auch nichts dafür, das sind nur Menschen die so wie wir die Arbeit erledigen zu versuchen.

Es geht viel mehr darum: wenn wir einfach die Dokumentation übergeben mit dem Zusatz "hier bitte, da steht alles drin was wir dokumentiert haben und wissen" dann würden die sehr bald auf Probleme stoßen. Das ist halt so, ganz realistisch betrachtet. Es gibt zig Stellschrauben, Feinheiten, Details, die sind niemals alle zu 100% dokumentiert worden, das ist schlichtweg auch unmöglich. Des Weiteren geht es auch nicht nur um Dokumentation sondern darum, dass man das eigene Wissen eingesetzt hat um die Aufgabe XYZ überhaupt erreicht zu haben. Stell dir das so vor (fiktives Beispiel): ich programmiere in C#, PHP und Python diverse Anwendungen, habe etliche Cisco Switches konfiguriert und zig Linux Server stehen auch noch in der Prozesskette. Nun kommt der Dienstleister und frägt wie ich A, B und C gelöst habe in dem PHP Programm, wo die Informationen im Python Code steht, ich soll doch auf dem Cisco switch R, S und T die Route umstellen weil die nicht wissen wie das geht, und und und ... verstehst du was ich meine?

wir geben denen so gut wie alles überliefert und fertig serviert auf dem Tablett. Für education und coaching werden wir aber nicht extra bezahlt. Müssen wir das also wirklich tun oder können wir uns da irgendwie rausmanövrieren?
Mitglied: Doskias
Doskias 15.02.2021 um 14:31:33 Uhr
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Hallo Mario,

vorweg wie immer, du wirst hier keine Rechtsberatung finden. Soweit ich weiß ist es allerdings so, dass du für deine Arbeit bezahlt wirst. Was du während der Arbeit machst (also auch die Lösungen, die ihr entwickelt) ist durch die Bezahlung praktisch Eigentum der Firma. Wenn der Chef nun der Ansicht ist, dass er dieses von euch erworbene Wissen an einen DL outsourcen will oder anderweitig verkauft, dann ist das sein Recht und du kannst nichts dagegen. Du kannst dich auch nicht weigern mit dem DL zusammen zu arbeiten, da du dann eine direkte Anweisung deines Chefs nicht ausführst, was dann Arbeitsverweigerung wäre. Ich kann eure Befürchtungen und Bedenken nachvollziehen und denke, dass ihr da auf dem richtigen Weg seit, was eure Einschätzung angeht.

Was ich euch nur empfehlen kann, dass ihr ggf. einmal mit dem DL Gespräche sucht. Wenn er eure komplette Umgebung (die ja komplex zu sein scheint) wirklich in Gänze übernimmt, dann kann er ggf. fähiges Personal brauchen und nimmt euch mit. Das habe ich selbst schon einmal miterlebt. Man ist dann zwar woanders, aber macht die gleiche Arbeit. manchmal für mehr, manchmal für weniger Geld.

Wogegen du hingegen juristisch vorgehen kannst (und da solltete ihr euren BR mit ins Boot holen) ist das Bossing. Wenn es das wirklich ist, dann ist es eine Straftat, die es zu beweisen gilt. Und auch eine Kündigung gegen den jüngsten Kollegen muss ja irgendwie gerechtfertigt sein, damit sie nicht juristisch Angreifbar ist. Da muss der BR mit im Boot sein, sonst kann/sollte der Br mal seinen Job machen und da Widerspruch oder Einspruch einlegen. Allerdings macht das ganze natürlich nur Sinn, wenn der Kollege auch zurück will, was deiner Schilderung nach eher unwahrscheinlich ist. So wie ich es aus deiner Schilderung aber einschätze ist es das worauf der Chef es anlegt, dass eine gewisse Anzahl an Mitarbeiter freiwillig geht indem er das Klima einfach ruiniert.

Viel Glück
Mitglied: mario72
mario72 15.02.2021 um 14:34:29 Uhr
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Oh da haben zwischenzeitlich einige geantwortet. Ich danke euch allen für die rege Teilnahme. Ich stimme all dem zu und wir sehen das auch nicht anders. Traurig aber wahr. Das Einzige was wir wirklich vermutlich machen können: Beweise sammeln und Unterstützung gegen das Bossing anfordern. Und natürlich um einen neuen Arbeitgeber bemühen.

Frustrierend und demotivierend, aber leider bittere Realität.

Ich danke euch !! für weitere Tips und Ratschläge haben wir ein offenes Ohr.
Mario
Mitglied: BirdyB
BirdyB 15.02.2021 um 14:35:39 Uhr
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Naja, wenn der Chef dich beauftragt, die Inhalte zu übergeben, dann ist das erstmal eine Anweisung, die du ausführen musst.
Ansonsten bist du schnell bei einer Kündigung wegen Arbeitsverweigerung.
Das ist bei Detailwissen welches nicht niedergeschrieben ist immer so eine Sache...
Mitglied: radiogugu
radiogugu 15.02.2021 um 14:36:58 Uhr
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Zitat von @mario72:
wir geben denen so gut wie alles überliefert und fertig serviert auf dem Tablett. Für education und coaching werden wir aber nicht extra bezahlt. Müssen wir das also wirklich tun oder können wir uns da irgendwie rausmanövrieren?

Ja, ihr müsst tun was verlangt wird, damit der Laden weiterläuft, auch ohne euch.

Denn ihr habt zwar eure Zeit und euer Fachwissen für die Entwicklung von Lösungen eingesetzt, aber ihr habt kein Patent auf diese Lösungen. Habt ihr die separat an den Arbeitgeber veräußert? Ich denke mal nicht und damit habt ihr auch kein Eigentum daran.

Steht im übrigen in fast allen (korrekten) Arbeitsverträgen, dass alles was ihr im Auftrag des Arbeitgebers herstellt in seinen Besitz übergeht.

Ihr seid ja Festangestellte und keine Freelancer, welche auf eigene Rechnung arbeiten und eben Patente besitzen.

Wenn ihr jetzt kündigt, dann geht ihr in jedem Fall mit einem klareren Kopf an die Geschichte. Es hat dann ein Ende und fühlt sich eher wie ein Projekt an und nicht wie das "Zu-Grabe-Tragen" eures Fachwissens an.

Gruß
Marc
Mitglied: NordicMike
NordicMike 15.02.2021 aktualisiert um 14:38:28 Uhr
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Sofort bewerben. Gerade bei Ü50 kann es eine Weile dauern, bis man was hat.

Mach dich nicht kaputt, indem du mit Gewalt drinnen bleibst.
Mitglied: maretz
maretz 15.02.2021 um 14:38:59 Uhr
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Moin,

willkommen in der Welt der grossen Firmen, da wird halt auch mal ne Abteilung verkauft. Ist generell nicht schön - gehört aber eben dazu.
Das DÜMMSTE was ihr jetzt machen könnt (aus meiner Sicht) ist das ganze trotzig zu blockieren. Natürlich ist das Wissen auch Firmen"eigentum" und hat entsprechend weitergegeben zu werden.

Ich würde hier eben gucken das ich mich JETZT bereits nach nem neuen Job umsehe weil die Chancen grad gar nich soo schlecht sind (da ja einiges durch Homeoffice usw. gemacht werden musste - und auch viel gemacht wird weil jetzt grad die Chance gut ist weil wenig Leute im Office sind). Und das alte dann eben nur sauber zum Abschluss bringen - denn du weisst nie wo welche Kontakte sind. Blöd wenn deine neue Stelle deinen aktuellen Boss irgendwo vom Biertresen kennt und da dann gleich solche Dinger hochkommen.

Die andere Sache ist: Den Verkauf wirst du damit so auch nicht wirklich verhindern können - du schadest höchstens den verbleibenden Kollegen weils eben etwas länger dauert bis die neue Firma das macht. So what... die bekommens sogar bezahlt, daher wird das die auch nich sonderlich stören. Und bei so grossen Firmen (nach dem es sich zumindest anhört) schadest du auch nicht wirklich dem Chef - der ist halt nur nen Geschäftsführer und wird trotzdem bezahlt. Ausser das es dann ggf. in den Vorstandsrunden heisst "hier, seht ihr, war nötig die Leute rauszuwerfen, siehst ja wie schlecht das alles dokumentiert war" wird es dich auch nich weiterbringen...

Und zum Schluss: Selbst wenn ihr den Verkauf stoppen könnt - dann wäre es trotzdem für euch selbst eher schädlich da jetzt zu blockieren (aus demselben Grund). Also werden dann 2-3 weitere gekickt weil ja die Übergabe gar nich geklappt hat, keine Doku da war,... -> und dann gehts an die externe Firma weil mans mit 1-2 verbleibenden einfach nich schaffen kann...
Mitglied: mario72
mario72 15.02.2021 um 14:44:59 Uhr
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Vielleicht kam das falsch rüber, deshalb zur Verdeutlichung: wir wollen keinen Schaden anfügen und wir wollen uns auch nicht absichtlich quer stellen und aus Trotz die Arbeit verweigern. Es ist völlig klar, dass die gesetzten Ziele so oder so erfüllt werden. Was uns vielmehr an der Sache stört ist die Tatsache, dass wir unser eigenes Grab schaufeln und absolut keine Motivation gegeben ist, im Gegenteil. Es ist sogar sehr belastend und wir versuchen das soweit es geht nicht zu zeigen und an die Oberfläche zu bringen.

wie es wohl aussieht, bleibt uns keine Wahl uns einer Antwort zu bedienen wie "Hier ist die Doku, steht alles drin was wir wissen. Wie das im Detail damals eingerichtet wurde, ob da irgendein Vorgänger das konfiguriert hatte, entzieht sich unserer Kenntnis. Tut mir leid, dass wir nicht weiterhelfen können. Dennoch viel Erfolg und falls wir helfen können, wir sind für Sie da"
Mitglied: Lochkartenstanzer
Lochkartenstanzer 15.02.2021 um 14:55:39 Uhr
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Zitat von @mario72:

Wir würden uns über jeden ernstgemeinten und hilfreichen Tip sehr freuen!!!!

Abteilung geschlossen kündigen mit eine Änderungskündigung (Gehalt und Abfindung verdoppeln und alle Kündigungen aneinanderkoppeln, so daß er nicht sich einzelne rauspicken kann ). :-) face-smile

Wenn der Boss wirklich so drauf ist, wäre das die einzig logische Konsequenz, weil ansonsten er Euch gegeneinander ausspielt und Ihr irgendwann sowieso "weg von Fenster" seid.

lks
Mitglied: maretz
maretz 15.02.2021 um 14:56:06 Uhr
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Naja - sorry, aber ich denke da sollte jeder IT-Mitarbeiter sich zurückhalten mit "sein eigenes Grab schaufelt" - IT ist nunmal einer der grössten Job-Killer (oder - freundlicher ausgedrückt - veränderer) überhaupt durch die Automatisierung,...

Das eine Doku nicht komplett ist dürfte jeden in diesem Job klar sein - spätestens wenn man nach Wochen in denen man gefragt hat ob der Rechner unterm Schreibtisch irgendwas macht, keine Antwort, ausmachen und der halbe Laden wird dunkel weiss man das recht sicher. Genauso wie natürlich spezielle Software idR. nie vollkommen dokumentiert wird - und auch nicht jede Frage der Anwender sauber dokumentiert wird und somit der neue Laden natürlich da erst mal bei einigen Fragen schlucken muss. Das ist so auch nix ungewöhnliches und gehört dazu.

Und natürlich ist das ganze auch demotivierend - aber es ändert nix, also kann man nur versuchen mit den Kollegen zur Zeit gut auszukommen und untereinander sich eben auch mal bei den Bewerbungen zu unterstützen. IdR. kennt ja immer mal jemand irgendwen der einen kennt,... Und dann halt sehen das man eben nich der letzte is der da sitzt - denn auch das ist im normalfall kein Geschenk wenn man da sitzt und auf die leeren Plätze guckt...
Mitglied: mario72
mario72 15.02.2021 um 15:07:23 Uhr
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das habe ich nicht ganz verstanden
Mitglied: NetzwerkDude
NetzwerkDude 15.02.2021 um 15:11:48 Uhr
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Würde so vorgehen: "Klar kenne ich den Prozess und kann ihn datailiert Dokumenteieren, braucht halt Zeit" --> bekommst 12 Monate und ein Einzelbüro um alles aufzuschreiben was du weisst, machst das in einem Monat und die restliche Zeit nutztst du um Bewerbungen zu schreiben.

Der Jobmarkt in der IT sieht für Arbeitnehmer aktuell gut aus, trotz/aufgrund Conrona, da bekommst auch mit Ü50 noch einen Job :) face-smile
Mitglied: Lochkartenstanzer
Lochkartenstanzer 15.02.2021 um 15:15:12 Uhr
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Zitat von @mario72:

das habe ich nicht ganz verstanden


Die IT-Abteilung kann sich absprechen und geschlossen eine Änderungskündigung aussprechen. Wenn die Kündigung so gestaltet ist, daß alle gehen oder alle bleiben, kann der Boss sich nicht einzelne rauspicken, bei denen er die Änderungsündigung annimmt und andere gehen läßt.

In die Änderungskündigung kann man dann Bedingungen aufnehmen, die Eure Abfindungen und auch die Beschäftigungsdauer zumindest eine zeitlang sichern. Wenn alle gehen wollen steht der Arbeitgeber unter Zugzwang, weil das wissen dann garantiert abwandert.

lks

PS: Welchen Detailierungsgrad eine Dokumentation haben muß ist nicht festgelegt. Wenn konkrete Fragen gestellt werden, müßt Ihr die natürlich nah bestem Wissen unf gewissen beantworten. Aber Wissen einfach so rausrücken müßt Ihr imho nicht.

Was ihr aber machen solltet: Geht zu einer Gewerkschaft oder einem Rechtsanwalt und laßt Euch beraten.
Mitglied: Lochkartenstanzer
Lochkartenstanzer 15.02.2021 um 15:18:06 Uhr
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Alternativ kann man natürlich kündigen und einen externen Beratervertrag anbieten für z.B. 1200€/d :-) face-smile

Dann hat der Boss auch sein Outsourcing. :-) face-smile

lks
Mitglied: brammer
brammer 15.02.2021 um 15:21:33 Uhr
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Hallo,

sieh zu das du dringend zu einem anderen AG kommst, das ist so nicht tragbar.

Egal zu was dein Chef Dich auffordert, mache es sauber und korrekt. aber nur als "Dienst nach Vorschrift" . d.h. 40 Stunden, oder was immer verinebart ist, danach ist Schluss. Nicht mehr als 10 Stunden am Tag.

Du arbeitest dich auf und bekommst es nicht gedankt.

brammer
Mitglied: it-frosch
it-frosch 15.02.2021 aktualisiert um 16:02:35 Uhr
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Hallo Mario,

ich habe genau das bei uns letztes Jahr durch auch wenn wir durch einen Verkauf dem externen Dienstleister von der Schippe gesprungen sind.
Bei mir waren es 21 Jahre. :) face-smile

Juristisch wehren kannst du dich m.E. nicht, da du dein Wissen übergeben musst.

Ich habe die Situation für mich so geklärt.
1.
Für mich den 31.12. als voraussichtlich letzten Arbeitstag in diesem Unternehmen angenommen. Damit hatte ich mental eine festen Termin und das ganze Informationswirrwar hat mich nicht mehr berührt.
2.
Wenn noch nicht vorhanden, Rücklage für einige Monatsgehälter angelegt. Du wirst staunen wie das beruhigt. ;-) face-wink
3.
Eigene Strategie. (Kündigen lassen oder evtl. Übernahme und das Jahr bis zur Anpassung das Gehalt noch mitnehmen.)
4.
Rechtsschutzversicherung zulegen (Achtung - die leisten erst nach einer Vorlaufzeit !!!) - ich hatte eine, war nicht das Thema.
5.
"Selbstverteidigungsmodus einschalten". D.h. nicht Dienst nach Vorschrift aber nicht mehr alles an sich heran lassen.
Ich weiß, ist viel schwerer als es sich schreibt.
6.
Auflisten: was kann ich (Hard- und Softskills)
Überlegen: was will ich (Branche, Aufgabe, Position)
7.
XING, LinkedIn Profile anlegen wenn noch nicht vorhanden.
8.
Nach vorn schauen. ;-) face-wink

grüße vom it-frosch
Mitglied: altmetaller
altmetaller 15.02.2021 um 23:04:25 Uhr
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Hallo,

ich würde mich krankschreiben lassen. Ein Burn-Out ist durchaus auch eine Diagnose. Die in diesem Fall vielleicht sogar das ganze Team betrifft. Je nachdem, wie solidarisch Ihr seid.

Gruß,
Jörg
Mitglied: StefanKittel
StefanKittel 16.02.2021 um 00:10:45 Uhr
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Zitat von @mario72:
wir geben denen so gut wie alles überliefert und fertig serviert auf dem Tablett. Für education und coaching werden wir aber nicht extra bezahlt. Müssen wir das also wirklich tun oder können wir uns da irgendwie rausmanövrieren?

Es haben hier einige Dienst nach Vorschrift genannt.
Das ist sehr allgemein gehalten und trifft es eigentlich nicht.

Solange Du bezahlt wirst, muss Du Deinen Job so gut wie möglich machen und solange er mit Deiner Stellenbeschreibung und Deinem Arbeitsvertrag vereinbar ist.

Wenn die Aufgabe also lautet schreibe, in Deiner normalen Arbeitszeit, eine Dokumentation für Prozess XY ist das halt die Aufgabe.
Wenn dann der Dienstleister kommt und sagt ich habe noch 20 Fragen, dann beantwortest Du dies brav.
Wenn er dann sagt, Du sollst ihn in der Konfiguration von Cisco Switchen eine Kurzschulung geben, dann machst Du auch das.
Alles in Deinen normalen Arbeitszeiten und unter normalen Bedingungen!

Jetzt kommt Dein Gewissen.
Wenn Du siehst, dass die etwas vergessen, kannst Du daneben stehen und Dir das Spektakel anschauen.
Oder Du informierst Die darüber und bleibst Professionel.

Die andere Firme interessiert es eigentlich nicht.
"Konnten wir nicht machen weil es nicht in der Doku stand".

Und den/die neue GF auch nicht weil die für solche Fälle einfach einen Finanz-Puffer eingeplant haben.

Warum machst Du Dir diese Gedanken.
Ja ist "doof". Denke was passiert wäre wenn die Firma schlicht pleite wäre.

Du kannst es nicht ändern.
Wie der Frosch schon meinte, schau nach Vorne.
Was wolltest Du eh schon machen? Jede IT-Firma die ich kenne jammert weil sie keine Leute findet.

Frag einen Anwalt wie man noch zu 3 Monaten bezahlten Urlaub und eine Abfindung kommt und das war es dann.

Btw: welches Bundesland?

Stefan
Mitglied: bastian23
bastian23 16.02.2021 um 07:29:19 Uhr
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Schon mal darüber nachgedacht Dich beim externen Dienstleister zu bewerben?
Mitglied: SachsenHessi
SachsenHessi 16.02.2021 um 07:47:52 Uhr
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Guten Morgen,
da gibt es nur eine Antwort, schnellst möglich zum Anwalt.
Egal was der BR sagt.
Da lohnt sich wieder mal die Gewerkschaftsmitgliedschaft.
Da ist diese Rechtsberatung (die dann auch fundiert ist) im Beitrag enthalten.
Der BR kann und darf Euch eh keine Rechtsberatung geben.
Er kann nur Hinweise geben, und Euch die diversen Vereinbarungen u.ä. zukommen lassen und evtl erläutern.
Doch auch der BR kann dabei Fehler machen. Also RA für Arbeitsrecht einschalten !
Das kann/sollte auch schon im Vorfeld (also ohne konkrete Klageabsicht) geschehen.
VG
Frank
Mitglied: Th0mKa
Th0mKa 16.02.2021 um 09:34:01 Uhr
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Zitat von @altmetaller:

ich würde mich krankschreiben lassen. Ein Burn-Out ist durchaus auch eine Diagnose. Die in diesem Fall vielleicht sogar das ganze Team betrifft. Je nachdem, wie solidarisch Ihr seid.

Und was soll das bringen? Genau, nichts! Naja, vielleicht ruiniert man sich so noch schnell seinen Ruf, die IT Welt ist ja bekanntlich klein. Den Übergang auf den Dienstleister hält man jedenfalls nicht auf und Sentimentalität ist ebenfalls nicht angebracht. Professionell mitarbeiten und sich bewerben wäre der richtige Weg.

/Thomas
Mitglied: J-N-S.K-N-R
J-N-S.K-N-R 16.02.2021 um 09:50:08 Uhr
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Hey,

miese Situation.
Auch von mir der Tipp, am besten heute noch auf Stellensuche gehen. Nicht dass du am Ende arbeitslos bist und erst dann auf die Suche gehst.

Pro-Tipp: Wenn der Dienstleister gut ist, wieso nicht mal da nach einer Stelle fragen. Fachwissen, vor allem über deinen jetzigen Arbeitgeber, ist ja vorhanden ;) Nett nach einem Job fragen schadet ja nicht.

Cheers
Mitglied: Doskias
Doskias 16.02.2021 um 09:54:53 Uhr
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Moin

Zitat von @Th0mKa:
Zitat von @altmetaller:
ich würde mich krankschreiben lassen. Ein Burn-Out ist durchaus auch eine Diagnose. Die in diesem Fall vielleicht sogar das ganze Team betrifft. Je nachdem, wie solidarisch Ihr seid.
Und was soll das bringen? Genau, nichts! Naja, vielleicht ruiniert man sich so noch schnell seinen Ruf, die IT Welt ist ja bekanntlich klein. Den Übergang auf den Dienstleister hält man jedenfalls nicht auf und Sentimentalität ist ebenfalls nicht angebracht. Professionell mitarbeiten und sich bewerben wäre der richtige Weg.
/Thomas

Wenn Burn-Out da ist, dann ist eine Krankschreibung durchaus gerechtfertigt. Ich selbst war auch einmal Opfer vom Mobbing durch den Vorgesetzten. Mein Körper hat darauf mit Mandelentzündungen reagiert. Es gab keinen viralen oder bakteriellen Infektionsgrund. Mein Arzt meinte damals es sei psychosomatisch, nachdem ich mit der 8ten Mandelentzündung in 3 Monaten ankam. Nach der Kündigung (ohne was neues zu haben) ging es mit dann deutlich besser und hatte seither keine Mandelentzündung mehr.

Wenn es nicht mehr auszuhalten ist, dann kündigen. In der IT-Welt wirst du immer schnell einen Job finden, nur ob es das richtige ist, das ist eine andere Frage. Ein oder zwei Monate sollte man auch ohne Gehalt auskommen. Krankschreiben lassen wenn man nicht krank ist, sollte man nicht, aber sich (generell) krank zur Arbeit schleppen um andere nicht hängen lassen ist auch keine Lösung. Ich möchte nur daran erinnern, wie vor einem Jahr ein Mitarbeiter eines Automobilzulieferers krank zur Arbeit gegangen ist und er der erste offiziell gemeldete Corona-Fall in Deutschland wurde. Daher ganz kar:

Bist du krank, dann bleib zuhause
Bist du gesund, dann geh zur Arbeit.
Hältst du es auf der Arbeit nicht mehr aus, bist gesund und willst nicht hingehen, dann kündige.
Ist dir die Kündigungsfrist zu lange, sag deinem Chef dass du einen Aufhebungsvertrag möchtest.

Man sieht sich immer zweimal im Leben und (auch wenn es schwer fällt) lass dich nicht auf sein Niveau herab. Bleib in deinem Verhalten sauber und unangreifbar.
Mitglied: Stefan007
Stefan007 16.02.2021 um 13:08:33 Uhr
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Hi Mario,

meine Tipps:

1. spielt das Spielchen mit. Gebt dem Drachen keine Chance euch irgendwie zu belangen. Das wird ihn definitiv mehr ärgern als wenn er euch fristlos kündigen darf.

2. Immer schön mit einem Lächeln auf den Lippen, Büro ist Krieg oder wie war das?;)

3. Schaut euch unbedingt nach einem anderen Arbeitgeber um. Das Ende vom Lied ist euch jetzt doch bekannt und ihr könnt und solltet die Initiative ergreifen.

Alles Gute

Gruß,
Stefan
Mitglied: altmetaller
altmetaller 16.02.2021 um 13:38:29 Uhr
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Hallo,

Zitat von @Th0mKa:

Und was soll das bringen?

Gegenfrage: Was bringt es, in so einer Situation "den Helden" zu spielen und sich x-beliebig schikanieren und unter Druck setzen zu lassen? Ich meine - außer einer handfesten depressiven Erkrankung.

Ich behaupte mal, dass ich da durchaus mitreden kann. Gehöre ich letztendlich auch zu denjenigen, die so bescheuert waren, ihre psychische Gesundheit für einen regionalen Plathirsch-Konzern (6000 Mitarbeiter) zu ruinieren - vergleiche: Tja, so kanns kommen

Das endete bei mir zwar 2012 mit einer "Aufhebung" (erfundene Betrugsvorwürfe vom AG), erholt habe ich mich davon allerdings nie wieder. Selbst mein letzter Bester-Chef-von-der-Welt-Chef konnte nichts weiter tun, als hilflos zuzusehen, wie ich langsam zerbreche.

Achja - Ich bin übrigens nicht der Einzige aus meinem Umfeld, der systematisch "krankgequält" wurde und afaik gab es sogar ein oder zwei Suizide.

Aber Hauptsache, "Chef" ist glücklich, gell?

Gruß,
Jörg
Mitglied: Th0mKa
Th0mKa 16.02.2021 um 13:53:37 Uhr
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Zitat von @altmetaller:
Gegenfrage: Was bringt es, in so einer Situation "den Helden" zu spielen und sich x-beliebig schikanieren und unter Druck setzen zu lassen? Ich meine - außer einer handfesten depressiven Erkrankung.
Warum arbeitet man dann weiter da? Das ist doch auch eher ein Problem der persönlichen Einstellung.
Aber Hauptsache, "Chef" ist glücklich, gell?
Nein, was soll diese Unterstellung? Wenn man krank ist ist man krank. Dein Kommentar
ich würde mich krankschreiben lassen. Ein Burn-Out ist durchaus auch eine Diagnose. Die in diesem Fall vielleicht sogar das ganze Team betrifft. Je nachdem, wie solidarisch Ihr seid.
zielte aber doch eher auf darauf ab sich unabhängig davon ob man wirklich krank ist oder nicht (sogar kollektiv) krank schreiben zu lassen, oder?

Wenn es mir nicht mehr gefällt, oder nicht merhr gut tut, bin ich frei mir einen neuen Arbeitgeber zu suchen, in anderen Firmen gibt es auch nette Kollegen.

/Thomas
Mitglied: altmetaller
altmetaller 16.02.2021 um 14:21:46 Uhr
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Hallo,

Zitat von @Th0mKa:

zielte aber doch eher auf darauf ab sich unabhängig davon ob man wirklich krank ist oder nicht (sogar kollektiv) krank schreiben zu lassen, oder?

Nein, diese Interpretation ist eine Erfindung von Dir.

Es zielte eher darauf ab, die systematische Zerstörung der Mitarbeitergesundheit nicht durch Heldenspielereien zu kompensieren. Hier sind ja bereits Begriffe wie "Bossing" (was übrigens einen Straftatbestand darstellt!) gefallen.

Wenn man erst einmal mit einem kleinen Schritt beginnen möchte, könnte man den AG natürlich erst einmal auf die Situation aufmerksam machen und ihn - ggf. auch mit Unterstützung - nachhaltig an seine gesetzliche Fürsorgepflicht erinnern. Vielleicht stehen in Zukunft ja mal irgendwann weitere Forderungen (Schmerzensgeld, Behandlungskosten o.Ä.) im Raum. In dem Fall ist eine sorgfältige Dokumentation sehr hilfreich.

Gruß,
Jörg

Übrigens: Die Entscheidung, ob jemand krank ist oder nicht und was der Genesung am ehesten hilfreich ist, sollte man einem Arzt überlassen.
Mitglied: Th0mKa
Th0mKa 16.02.2021 um 17:34:07 Uhr
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Zitat von @altmetaller:
Nein, diese Interpretation ist eine Erfindung von Dir.
Nein, das ist keine Erfindung von mir sondern meine Interpretation von
Zitat von @altmetaller:
ich würde mich krankschreiben lassen.
Krankschreiben lassen kann man sich aus eigener Überzeugung nicht, entweder ein Arzt schreibt einen arbeitsunfähig, oder halt nicht.
Zitat von @altmetaller:
Übrigens: Die Entscheidung, ob jemand krank ist oder nicht und was der Genesung am ehesten hilfreich ist, sollte man einem Arzt überlassen.
Da bin ich ganz bei dir

/Thomas
Mitglied: WienersC
WienersC 16.02.2021 aktualisiert um 20:49:46 Uhr
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Ich habe das alles hinter mir, inklusive der Herangehensweise der GF, einfach keine Investitionen mehr zu machen und das ganze Zeug, dass man da aufgebaut hat, einfach verkommen zu lassen.

Xing Profil anlegen, sämtliche Kenntnisse rein, neuen Job suchen (natürlich auch mit Eigeninitiative). Alles andere macht einen fertig, wenn man mit Leidenschaft in diesem Beruf ist. Ich habe zum Schluss 100 Clients, 2 Hosts und 50 virtuelle Server wegen Einsparungen alleine geschmissen. Ich musste das Ganze dann nach meiner Kündigung innerhalb von 6 Monaten 10 verschiedenen Spezialisten übergeben.

Heute bin ich superglücklich, dass ich den Schritt in eine andere Firma gemacht habe und schaue nicht zurück.
Mitglied: WienersC
WienersC 17.02.2021 um 06:40:57 Uhr
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Zitat von @NordicMike:

Gerade bei Ü50 kann es eine Weile dauern, bis man was hat.


Halte ich im Moment aus eigener Erfahrung für ein Gerücht. ;-) face-wink
Mitglied: Lochkartenstanzer
Lochkartenstanzer 17.02.2021 um 09:20:56 Uhr
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Zitat von @WienersC:

Zitat von @NordicMike:

Gerade bei Ü50 kann es eine Weile dauern, bis man was hat.


Halte ich im Moment aus eigener Erfahrung für ein Gerücht. ;-) face-wink

Ich würde eher sagen, daß das von den Gehaltsvorstellungen und den Abstrichen die man bereit ist hinzunehmen, abhängt. Jemanden wie mich, der erwartet 8-10k€ zu bekommen (und der es auch Wert ist!), wird keiner ohne weiteres anstellen wollen. Und wenn derjenige wirklich bereit wäre, auch für weniger zu arbeiten, um einen Job zu haben, wird angenommen, daß der bei der ersten Gelegenheit weg ist und daher gar nicht erst eingestellt.

Daß man also mit Ü50 noch genommen wird, passiert meist nur dann, wenn man mit dem Gehalt noch "entwicklungsfähig" ist, d.h bisher unterbezahlt war und bleibt.

lks
Mitglied: maretz
maretz 17.02.2021 um 09:34:04 Uhr
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Zitat von @Lochkartenstanzer:

Zitat von @WienersC:

Zitat von @NordicMike:

Gerade bei Ü50 kann es eine Weile dauern, bis man was hat.


Halte ich im Moment aus eigener Erfahrung für ein Gerücht. ;-) face-wink

Ich würde eher sagen, daß das von den Gehaltsvorstellungen und den Abstrichen die man bereit ist hinzunehmen, abhängt. Jemanden wie mich, der erwartet 8-10k€ zu bekommen (und der es auch Wert ist!), wird keiner ohne weiteres anstellen wollen. Und wenn derjenige wirklich bereit wäre, auch für weniger zu arbeiten, um einen Job zu haben, wird angenommen, daß der bei der ersten Gelegenheit weg ist und daher gar nicht erst eingestellt.

Daß man also mit Ü50 noch genommen wird, passiert meist nur dann, wenn man mit dem Gehalt noch "entwicklungsfähig" ist, d.h bisher unterbezahlt war und bleibt.

lks

Sorry, aber so pauschal is das einfach Unsinn. Es kommt auch da noch auf die Erfahrung, den Job selbst und die Umgebung an. Klar, wenn man als "Turnschuh-Admin" anfangen will dann ggf. -> aber da gehts ja auch oft z.B. in den Bereich Projektleitung usw. und da zählt dann die Erfahrung mehr...

Von daher passen so pauschale Aussagen nicht... aber zumindest schön wenn man von sich selbst überzeugt ist, ich lasse es dann doch lieber andere beurteilen ob ich "mein Geld" wert bin (da ich es bekomme scheint der Chef das zumindest so zu sehen...)
Mitglied: Cyberurmel
Cyberurmel 17.02.2021 um 10:24:18 Uhr
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Zitat von @altmetaller:

Und was soll das bringen? Genau, nichts! Naja, vielleicht ruiniert man sich so noch schnell seinen Ruf, die IT Welt ist ja bekanntlich klein. Den Übergang auf den Dienstleister hält man jedenfalls nicht auf und Sentimentalität ist ebenfalls nicht angebracht. Professionell mitarbeiten und sich bewerben wäre der richtige Weg.

/Thomas


Was ist an Dienst nach Vorschrift nicht professionell? Nicht mehr als man muss und bezahlt wird?
Außerdem schon mal der Gedanke gekommen, dass die Kollegen dort alle vielleicht die ganze Zeit weiterarbeiten, obwohl Sie krank sind ( Burnout , Mobbing etc?

Genau die schei** ist heutzutage ... sind wir doch ehrlich .. die Kosten an extern werden sogar höher sein als das eigene Personal, kann aber ganz anders buchhalterisch verpackt werden... ganz großes Kino.

Aber der Tipp mit Veränderung ist der Beste.. wer will bei so einem +#w! Laden arbeiten?

m2cents
Mitglied: Th0mKa
Th0mKa 17.02.2021 um 10:36:32 Uhr
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Zitat von @Cyberurmel:
Was ist an Dienst nach Vorschrift nicht professionell? Nicht mehr als man muss und bezahlt wird?
Hab ich das irgendwo behauptet?
Außerdem schon mal der Gedanke gekommen, dass die Kollegen dort alle vielleicht die ganze Zeit weiterarbeiten, obwohl Sie krank sind ( Burnout , Mobbing etc?
Dann gehe ich zum Arzt und der stellt dann fest ob ich arbeitsunfähig bin oder nicht.
Genau die schei** ist heutzutage ... sind wir doch ehrlich .. die Kosten an extern werden sogar höher sein als das eigene Personal, kann aber ganz anders buchhalterisch verpackt werden... ganz großes Kino.
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Alles nur Glaskugel lesen, irgendeinen Grund wird die GF schon haben. Aber da gibt es ja unendlich viele Möglichkeiten die man schon mit Innensicht nur schwer bewerten kann, von außen nahezu unmöglich.
Aber der Tipp mit Veränderung ist der Beste.. wer will bei so einem +#w! Laden arbeiten?
Niemand. Wie schon gesagt, in anderen Firmen gibt es auch nette Kollegen.

/Thomas
Mitglied: emundem
emundem 17.02.2021 um 11:48:07 Uhr
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Zitat von @Th0mKa:

Zitat von @altmetaller:

ich würde mich krankschreiben lassen. Ein Burn-Out ist durchaus auch eine Diagnose. Die in diesem Fall vielleicht sogar das ganze Team betrifft. Je nachdem, wie solidarisch Ihr seid.

Und was soll das bringen? Genau, nichts! Naja, vielleicht ruiniert man sich so noch schnell seinen Ruf, die IT Welt ist ja bekanntlich klein. Den Übergang auf den Dienstleister hält man jedenfalls nicht auf und Sentimentalität ist ebenfalls nicht angebracht. Professionell mitarbeiten und sich bewerben wäre der richtige Weg.

/Thomas
Doch er verzögert das Projekt wird länger bezahlt und kann sich Rücklagen bilden und sich nach einem besseren Job umschauen in der Zeit. Und dass er sich den Ruf ruiniert glaubst du ja selber nicht wenn der Chef die Leute mobbt und schon einige Mitarbeiter aus dem Unternehmen geekelt wurden als ob so ein Arsch gute Worte für jemanden sagt der noch fleißig hilft den Ast abzusägen auf dem er sitzt denn genau das macht er ja im Moment. Für ihn gibt es keinen Grund motiviert daran zu arbeiten sich selbst abzuschaffen. Ich würde mich auch krank schreiben lassen das ist in Corona Zeiten einfacher denn je und wenn es dazu noch solchen Psycho Terror gibt sowieso. Falls das nicht reicht strikt Dienst nach Vorschrift machen. Soll der Chef mit seinem Outsourcing und seinen perversen Mobbingmethoden auf die Schnautze fliegen er wäre nicht der erste. Outsourcing ist schon mies aber davor noch so unmenschlich mit seinen Mitarbeitern umgehen ist echt das letzte !
Mitglied: Th0mKa
Th0mKa 17.02.2021 um 11:56:45 Uhr
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Zitat von @emundem:

Doch er verzögert das Projekt wird länger bezahlt und kann sich Rücklagen bilden und sich nach einem besseren Job umschauen in der Zeit.

Du verzögerst damit gar nichts, das ist doch nur so ein Märchen. Und wie schon mehrfach gesagt, man läßt sich nicht krankschreiben sondern wird krank geschrieben wenn man arbeitsunfähig ist.

/Thomas
Mitglied: Cyberurmel
Cyberurmel 17.02.2021 um 12:08:00 Uhr
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Zitat von @Th0mKa:

Du verzögerst damit gar nichts, das ist doch nur so ein Märchen. Und wie schon mehrfach gesagt, man läßt sich nicht krankschreiben sondern wird krank geschrieben wenn man arbeitsunfähig ist.

/Thomas

Natürlich wird damit verzögert..noch mehr wenn mehr als er krank geschrieben sind.
Und im umgangssprachlichen heißt es .."ich lasse mich krank schreiben"... dass das ein Arzt machen muss ist denke ich allen klar...
Mitglied: altmetaller
altmetaller 17.02.2021 um 12:16:56 Uhr
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Hallo,

Zitat von @Th0mKa:

>Und wie schon mehrfach gesagt, man läßt sich nicht krankschreiben sondern wird krank geschrieben wenn man arbeitsunfähig ist.

Vom Grundsatz her falsch. Weil: Die Entscheidung, ob dein persönliches Empfinden so dramatisch ist dass Du überhaupt zum Arzt gehst, liegt ja bei Dir.

Gruß,
Jörg
Mitglied: Th0mKa
Th0mKa 17.02.2021 um 12:19:58 Uhr
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Zitat von @Cyberurmel:
Natürlich wird damit verzögert..noch mehr wenn mehr als er krank geschrieben sind.
Nein, das führt eher dazu das die Übernahme durch den Dienstleister früher beginnt. Been there, done that...
Mein früherer Chef pflegte immer zu sagen "Der Friedhof ist voller unersetzbarer Menschen". Wenn die interne IT nicht mitmacht wirds für die Firma zwar teurer denn der Dienstleister erhöht schlicht seinen Personaleinsatz, aber verzögert wurde der Prozess durch solche Aktionen nie.
Und im umgangssprachlichen heißt es .."ich lasse mich krank schreiben"... dass das ein Arzt machen muss ist denke ich allen klar...
Du suggerierst mit
Ich würde mich auch krank schreiben lassen das ist in Corona Zeiten einfacher denn je
das der Mitarbeiter entscheiden kann wann er krank geschrieben wird, das kann er aber nur indem er den Arzt anlügt, wenn Mitarbeiter so handeln und sich "krank schreiben lassen" ohne wirklich krank zu sein ist es vielleicht auch nicht die schlechteste Idee sich von ihnen zu trennen.

/Thomas
Mitglied: Th0mKa
Th0mKa 17.02.2021 um 12:25:00 Uhr
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Zitat von @altmetaller:
Vom Grundsatz her falsch. Weil: Die Entscheidung, ob dein persönliches Empfinden so dramatisch ist dass Du überhaupt zum Arzt gehst, liegt ja bei Dir.

Das ist natürlich richtig, aber das kannst du ja dem Arbeitgeber nicht anlasten.

/Thomas
Mitglied: emundem
emundem 17.02.2021 um 12:46:41 Uhr
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Zitat von @Th0mKa:

Zitat von @emundem:

Doch er verzögert das Projekt wird länger bezahlt und kann sich Rücklagen bilden und sich nach einem besseren Job umschauen in der Zeit.

Du verzögerst damit gar nichts, das ist doch nur so ein Märchen. Und wie schon mehrfach gesagt, man läßt sich nicht krankschreiben sondern wird krank geschrieben wenn man arbeitsunfähig ist.

/Thomas
Was für ein Märchen? Was will der Dienstleister bei vielen schlecht dokumentierten Eigenlösungen denn machen als auf den kranken Kollegen zu warten oder sich selbst einzuarbeiten? Das ist zum Vorteil des gekündigten Kollegen und zum Nachteil des Outsourcing Mobbing Chefs

Zitat von @Th0mKa:
Du suggerierst mit
Ich würde mich auch krank schreiben lassen das ist in Corona Zeiten einfacher denn je
das der Mitarbeiter entscheiden kann wann er krank geschrieben wird, das kann er aber nur indem er den Arzt anlügt, wenn Mitarbeiter so handeln und sich "krank schreiben lassen" ohne wirklich krank zu sein ist es vielleicht auch nicht die schlechteste Idee sich von ihnen zu trennen.

/Thomas

Ich war das zwar nicht doch wir meinen das Gleiche aber jetzt frage ich dich was das mit dem Thema hier zutun hat?! Es ist keine Rede davon dass ein böser Mitarbeiter einem guten Chef grundlos Schaden hinzufügen will in dem er sich krank schreiben lässt ohne krank zu sein! Im Gegenteil der Chef hat die Mitarbeiter ja erst mal krank gemacht mit Mobbing & co. Und selbst wenn er sich unberechtigt krank schreiben lässt so ist der Vorwurf immer noch haltlos weil der Chef dem Mitarbeiter längst gekündigt hat es ist doch klar dass der in ein paar Monaten eh gekündigt wird wenn die Migration rum ist wurde ja auch schon angekündigt daher verstehe ich deinen Gutmenscheneinwurf hier gar nicht
Mitglied: WienersC
WienersC 17.02.2021 um 14:03:49 Uhr
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Zitat von @Lochkartenstanzer:

Zitat von @WienersC:

Zitat von @NordicMike:

Gerade bei Ü50 kann es eine Weile dauern, bis man was hat.


Halte ich im Moment aus eigener Erfahrung für ein Gerücht. ;-) face-wink

Ich würde eher sagen, daß das von den Gehaltsvorstellungen und den Abstrichen die man bereit ist hinzunehmen, abhängt. Jemanden wie mich, der erwartet 8-10k€ zu bekommen (und der es auch Wert ist!), wird keiner ohne weiteres anstellen wollen. Und wenn derjenige wirklich bereit wäre, auch für weniger zu arbeiten, um einen Job zu haben, wird angenommen, daß der bei der ersten Gelegenheit weg ist und daher gar nicht erst eingestellt.

Daß man also mit Ü50 noch genommen wird, passiert meist nur dann, wenn man mit dem Gehalt noch "entwicklungsfähig" ist, d.h bisher unterbezahlt war und bleibt.

lks

Nö.
Mitglied: altmetaller
altmetaller 17.02.2021 aktualisiert um 15:38:52 Uhr
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Zitat von @Th0mKa:

Das ist natürlich richtig, aber das kannst du ja dem Arbeitgeber nicht anlasten.

Aber natürlich. Wenn die Erkrankung externe Einflüsse hat (Mobbing, Bossing usw.) und der Arbeitgeber zudem noch (vorsätzlich) seine Fürsorgepflicht verletzt, dann latzt der, das glaub' mal! Zumal hier ja durchaus ein monetäres Interesse und ein damit verbundener Vorsatz erkennbar ist.

Gruß,
Jörg
Mitglied: Codehunter
Codehunter 01.03.2021 um 14:40:38 Uhr
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Zuerst mal: Kopf hoch! Dass man nach langer Betriebszugehörigkeit sich schlecht behandelt fühlt, ist absolut nachvollziehbar.

Ich habe jetzt nicht alle Antworten hier gelesen, darum nicht übel nehmen wenn ich was wiederhole. So wie du die Situation beschreibst, würde ich vermuten: Der Firma geht es ohnehin nicht gut. Daher würde ich dir raten, zweigleisig zu fahren.

1. Vom aktuellen AG ein qualifiziertes Zwischenzeugnis verlangen und damit andernorts bewerben.

2. Der Arbeitsmarkt für ITler ist aktuell gut. Manchmal ist eine Veränderung das beste was einem passieren kann. Das weiß man aber erst hinterher zu schätzen. Dann fragt man sich: Warum zur Hölle hab ich nicht 10 Jahre früher...?!

3. "Geheimtip" speziell für Ü50er: Öffentlicher Dienst. Da hat Corona gnadenlos den Bedarf nach erfahrenen ITlern aufgedeckt. Die Bezahlung ist im Vergleich zur freien Wirtschaft eher bescheiden. Aber die weichen Faktoren wie Kündigungsschutz und Altersvorsorge sind top.

4. Parallel dazu aktiv an den Veränderungen im jetzigen Unternehmen mitarbeiten. Das fällt umso leichter, je besser die Aussichten an anderer Stelle sind. Schwierigkeiten machen fällt immer auf einen selbst zurück, denn man weiß nie, wer wen kennt wenn man sich woanders bewirbt.