Wie würdet ihr eine Datenrettung machen?

Mitglied: pd.edv

pd.edv (Level 1) - Jetzt verbinden

22.04.2021 um 20:52 Uhr, 1596 Aufrufe, 13 Kommentare

Hallo,

ich arbeite gerade an einem Blog-Artikel zum Thema Datenrettung und würde mich brennend interessieren wie Ihr eine Datenrettung angehen würdet.

Sagen wir mal ein Kunde steht bei euch und hat eine HDD von der er Daten gerettet haben will. Was macht ihr dann genau?

Danke!
Mitglied: Lochkartenstanzer
22.04.2021, aktualisiert um 23:48 Uhr
Zitat von @pd.edv:

Sagen wir mal ein Kunde steht bei euch und hat eine HDD von der er Daten gerettet haben will. Was macht ihr dann genau?



Ich frage ihn, was seine Daten wert sind.

Abhängig von seiner Antwort rufe ich Kroll-Ontrack an oder werfe die Platte auf den Müll. :-) face-smile

Lkw

PS: Manchmal genügt es auch, sich die Platte mit einen USB-Adapter anzuschauen, ob man mit ddrescue, Testdisk, photorec oder recuva noch etwas retten könnte. Kostet aber trotzdem Geld.

Edit: Typos
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Mitglied: pd.edv
22.04.2021, aktualisiert um 21:06 Uhr
OK, danke. Und außer mit ddrescue, Testdisk oder Recuva versuchst du nichts? Legst du gleich mit den Tools los?
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Mitglied: Lochkartenstanzer
22.04.2021, aktualisiert um 23:50 Uhr
Zitat von @pd.edv:

Ich betreibe ein Labor und lebe davon Köpfe zu tauchen oder Firmware zu fixen. Ist mir alles klar. Nur einfach ddrescue anwerfen ist nicht optimal aber schon mal besser als TestDisk, PhotoRec oder gar Recuva. Aber scheinbar haben viele IT-Techniker da ein Defizit.

Ich weiß ganz genau, was alles passieren kann. Deswegen frage ich den Kunden, wieviel ihm seine Daten wert sind.

Wenn es wirklich wertvolle Daten sind, lasse ich meine Finger davon und schick die Platte an Spezialisten wie z.B. Kroll-Ontrack

Falls die Alternative Wegwerfen der Platte wäre, biete ich dem Kunden an, einfach mal ein Blick drauf zu werfen, ob sie sich überhaupt ansprechen läßt und was SMART sagt. Ist die HDD anprechbar, wird mit ddrescue ein Image gezogen und mit einer Kopie davon dann die Datenrettung versucht.

Mir ist bewußt, daß jede Inbetriebnahme und Betrieb der Platte die Gefahr des Datenverlustes steigert, z.B. durch materialabhebende Bearbeitung, aber deswegen ist ja für vorher die Frage, ob die Daten Geld wert sind.



Wenn es dich interessiert kann ich dir dann den Link schicken - dann siehst du was in der Platte passiert wenn Recuva läuft.


Nur zu. Kannst ja sogar hier öffentlich Posten.

lks
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Mitglied: C.R.S.
22.04.2021 um 21:35 Uhr
Hi,

ernsthaft, ich würde es gar nicht angehen, sondern das Geschäftsfeld wechseln. Ich habe vor vor vielen Jahren mit Datenwiederherstellung die ersten unternehmerischen Gehversuche gemacht. Ging damals noch in einer Nische, heute wäre das Geldverbrennung.

Grüße
Richard
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Mitglied: Deepsys
23.04.2021 um 09:39 Uhr
Hi,

irgendwie fehlt mir hier die Nachricht mit dem Labor ?????

Egal, ich schließe mich LKS an, sind die Daten wirklich wichtig, packe ich die Platte ein und schicke sie zu Leuten da was davon verstehen, also Kroll und Co. Die schließe ich nicht mehr an.
Ansonsten versuche ich es auch mit Tools, aber immer mit dem Risiko das damit mehr kaputtgehen kann.

Im privaten Bereich kam ich aber mit Recuva immer recht weit.
Mittlerweile verliert ja kaum noch jemand seine Bilder (private das allerwichtigste für die meisten), die sind ja in der Google oder Apple Cloud.
Was aus Backup Sicht ja gut ist, vom Datenschutz muss es jeder selber wissen.

VG
Deepsys
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Mitglied: pd.edv
23.04.2021 um 10:11 Uhr
Naja kann ich so nicht ganz unterschreiben sonst wär ich arbeitslos :D

PS.: Wenn du zumindest mal eine oberflächliche Diagnose machst dann ist das Risiko das was kaputt geht gering. Auch bei meinen Tools geht mal was kaputt - die überwachen den Vorgang aber entsprechend und verhindern schlimmeres.

Die absoluten Todsünden sind: Keine Diagnose, keine Überwachung und gleich mit Recuva & Co. drauf losarbeiten.
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Mitglied: Lochkartenstanzer
23.04.2021 um 10:16 Uhr
Zitat von @pd.edv:

Die absoluten Todsünden sind: Keine Diagnose, keine Überwachung und gleich mit Recuva & Co. drauf losarbeiten.

Das machen die unerfahrenen, die zu geizig sind, um zum Fachmann zu gehen.

Und um die smart-werte auszulesen und dann zu schauen, was man macht ist kein Hexenwerk. Das macht Dir jede gute Systemhaus.

Ob man sich in den wenigen Fällten, bei denen die Platine spinnt sich die Mühe macht, das selbst hinzubiegen (habe ich vor 20 Jahre noch gemacht), oder ob man das dann zu Spezialisten schickt muß jeder selbst entscheiden.

Aber die Vielzahl derer, die hier unterwegs sind, machen sich deswegen kaum einen Kopf, weil sie ja immer ein Backup haben. :-) face-smile

lks
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Mitglied: pd.edv
23.04.2021 um 10:33 Uhr
... wenn du wüsstest was ich von "IT-Technikern" so bekomme. Ich hatte allein dieses Jahr schon 8 Platten die zu Tode analysiert / durchsucht wurden.

Leider scheinen doch recht viele SMART + Klonen zu überspringen.
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Mitglied: Stefan007
23.04.2021 um 13:05 Uhr
Und kommst du jetzt zu einer Lösung für deinen Blogbeitrag oder ist der doch nicht mehr notwendig?
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Mitglied: pd.edv
23.04.2021 um 13:32 Uhr
Ich pers. hätte mir vor allem hier viele Antworten versprochen aber ich habe natürlich auch viele Bekannte gefragt und in diversen anderen Foren.

Scheinbar hätte ich mir das mit dem Blog verkneifen sollen denn irgendwie scheint es viele zu verschrecken.

Aber ich hab mittlerweile ein schönes Sammelsurium zusammen von Dingen die man besser nicht machen sollte und die dennoch gemacht werden. Von PCB-Swaps ohne transferieren des ROMs über chkdsk bis hin zu den genannten Todsünden ist mal alles dabei und ganz erstaunlich das vieles sogar von Firmen kommt.

Ein Bekannter hat mir sogar alte Unterlagen rausgesucht von einer Umschulung bei der empfohlen wurde die Platte über einen forensischen Writeblocker anzuschließen und falls r-Studio die nicht öffnen kann dann schön mit Scannen mit allen Optionen aktiviert damit der Kopf auch gut was zu tun hat.

Bei Privatleuten in irgendwelchen Foren meinetwegen aber ich wollte es echt nicht glauben, dass doch einige Dienstleister nicht mal eine Ahnung haben.
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Mitglied: Stefan007
23.04.2021 um 13:53 Uhr
Lass uns dann bitte den fertigen Blogartikel zukommen.
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Mitglied: sklchris
26.04.2021 um 11:19 Uhr
Bist Du da sicher? Klar, könnte auf der Platte was kaputt gehen, wenn Du sie ans Netzteil und ein Adapter hängst, aber beim Kunden war sie zuletzt ja auch angeschlossen - also denke ich wenn sie so einen Defekt hätte, würde ein 2. Mal nicht viel ändern.

Also würde ich sie zuerst mal mit der Stromversorgung verbinden, und schauen ob zb. (so es noch keine SSD ist) der Motor anläuft und die Platte selbst bootet. Wenn sie das macht, lese ich sie erst mal über S.M.A.R.T aus, also ob sie da überhaupt mit dem Controller "spricht", je nach dem lasse ich dann Diagnose Tools (allerdings nur lesend) drüber laufen, um den Fehler einzugrenzen - und erst wenn ich mir sicher bin, dass Daten rettbar sind, würde ich einen Versuch unternehmen.

Wenn ich mir jedoch nicht 100 prozent Sicher bin, und vorher kein Image von der Platte machen kann, würde ich den Kunden anrufen, und ihn entscheiden lassen, ob ich den Rettungsversuch durchführe, oder die Platte (bis dahin nur lesend betrieben) zu Ontrack schicken soll.

Aber in den meisten Fällen war es bisher so (leider haben bei mir einige Kunden noch keine Sicherung, obwohl ich das sogar Privatleuten empfehle), dass die Platte rettbar war - oder mit Tricks wiederbelebt werden konnte. Oder dann in sehr wenigen Fällen, war an wirklich nichts mehr zu machen, ohne sie zu öffnen - und da war es den Kunden aber dann doch zu teuer sie zu Ontrack einschicken zu lassen.

Und zumindest mir ist da in über 20 Jahren nie passiert, dass ich mit dem Rettungsversuch, dann was verschlimmert hätte.
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Mitglied: pd.edv
26.04.2021, aktualisiert um 12:28 Uhr
Doch. Stell dir vor der Kopf steckt und du schließt die Platte an. Wenn sich der Kopf loß reißt dann schleift der über die Oberfläche und da der Kopf dann nichts mehr ließt findet die dann auch nicht die Service Area und fährt kreuz und quer über die Oberfläche.

Da reichen 10 Sekunden und du hast 50 Kratzer auf der Oberfläche!

SMART ist schon mal gut. Aber die Diagnosetools kannst gleich mit einem Imaging-Vorgang ersetzen. Diagnosetools sagen dir nicht ob es Kratzer gibt oder ob die Daten verschlüsselt sind. Das macht also wenig bis gar keinen Sinn!

Hat die Platte einen kleinen Kratzer dann kommt der Kopf eventuell ein paar mal noch drüber bevor er ausfällt - dein Test-Tool kann also den letzten Rest "Leben" des Kopfes verbrauchen wenn das da 2 oder 3 mal über die beschädigte Stelle fährt.

Allein das Klonen selber kann die Situation verschlechtern. Hab da schon einige Platten erlebt die beim Klonen immer langsamer und instabiler wurden und das auch an spezieller Hardware.
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