canlot
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Terminalserver AMD Epyc 7401p oder 2 x Xeon E5-2640 v4

Hallo,

ich habe ein paar Fragen, ich stehe vor der Entscheidung einen Server zu kaufen und kann mich nicht zwischen zwei CPUs entscheiden.
Eigentlich tendiere ich zum Epyc aber ich habe eine Anwendung namens Lexware für die ich einen Terminalserver aufsetzten möchte und die Benutzer sollen dort über RemoteApps drauf arbeiten.
Jetzt habe ich gelesen dass RDP-Sessions mit dem Codec h264 kodiert bzw dekodiert werden: Link und der Xeon soll diesen unterstützen und der Epyc dagegen nicht: Link. Ich weiß gar nicht ob es so eine große Rolle spielt und ob es sich in der Praxis bemerkbar macht.

Eine andere Frage ist, ob man vielleicht die GPU zum Rendern durchreichen kann, ich habe letztens ein Artikel gelesen dass das nicht gehen würde, es gäbe zwei Techniken, eine davon wäre RemoteFX und die andere DDA. RemoteFX soll mit den RemoteApps sowieso nicht gehen, nur mit ganzen RemoteSessions und DDA könnte unter gewissen Umständen funktionieren, ich habe aber nicht behalten mit welchen. In dem Artikel war es die Rede von Hyper-V. Würde es in Vmware Esx eventuell funktionieren?

Einen andere Frage am Rande, welche CPU würdet ihr präferieren? Bitte handfeste Argumente nennen.

Ein paar Eckdaten zum Betrieb des Servers.

für ca. 10 Mitarbeiter.
ca 6 VMs, VM für Lexware und Terminalserver für 6 Benutzer.
DC, DNS, Print, File, CA und weitere Windowsserverdienste.
1 Vereinsoftware, 1 SQLExpress Datenbank, Mailstore und eventuell noch andere Anwendungen bzw. Dienste.

Liebe Grüße

J

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Ausgedruckt am: 03.10.2022 um 22:10 Uhr

Mitglied: Dani
Dani 26.03.2019 um 22:59:48 Uhr
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Moin,
Jetzt habe ich gelesen dass RDP-Sessions mit dem Codec h264 kodiert bzw dekodiert werden: Link und der Xeon soll diesen unterstützen und der Epyc dagegen nicht: Link. Ich weiß gar nicht ob es so eine große Rolle spielt und ob es sich in der Praxis bemerkbar macht.
Gehst bzw. vermutest du, dass Lexware flüssiger läuft, weil die RDP Sitzungen mit H264 kodiert werden? Da komm ich gerade nicht ganz mit.

ca 6 VMs, VM für Lexware und Terminalserver für 6 Benutzer.
DC, DNS, Print, File, CA und weitere Windowsserverdienste.
1 Vereinsoftware, 1 SQLExpress Datenbank, Mailstore und eventuell noch andere Anwendungen bzw. Dienste.
Das ist doch so alles relativ. Das ist fast so als würde ich fragen, ob für eine SQL-Datenbank ein RAId10 mit 6 Festplatten ausreichend ist. Nicht aber dazuschreibe, dass es der SAP SOL Manager ist...

ca 6 VMs, VM für Lexware und Terminalserver für 6 Benutzer.
DC, DNS, Print, File, CA und weitere Windowsserverdienste.
1 Vereinsoftware, 1 SQLExpress Datenbank, Mailstore und eventuell noch andere Anwendungen bzw. Dienste.

1. VM: DC, DNS und Printserver
2. VM: Fileserver (+ evtl. Mailstore)
3. VM: Zertifizierungstelle
4. VM: Lexmark RDS-Host
5. VM: SQL Datenbank + Vereinssoftware (wobei das widerrum ein RDS-Host wäre)
6. VM: Andere Anwendungen

Ein paar Gedanken dazu:
- Stromverbrauch über 24/7 und x Jahre
- Windows Server Lizenzierung unter Beachtung der Cores.
- Abwärmeerzeugung
- Durschnittliche Beanspruchung der CPU bzw. Cores.
- Entsprechende Ressourcen für weitere 2-3 VMs.


Gruß,
Dani
Mitglied: ukulele-7
ukulele-7 27.03.2019 aktualisiert um 00:11:29 Uhr
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Ich würde auch darauf hinweisen das die CPU-Core Lizensierung hier sehr unterschiedliche Kosten verursachen wird, selbst wenn du jetzt noch eine 2012er Lizenz hast. 2022 läuft der Support aus und dann wird immernoch 2019 und vermutlich das aktuelle Lizenzmodell gelten.

Von der Hardware würde ich den Epyc stärker einschätzen, genug parallele Workloads hast du ja.
Mitglied: Dr.EVIL
Dr.EVIL 27.03.2019 um 08:42:32 Uhr
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Ich würde mir zuerst die Frage nach den Kosten stellen...
Hyper-V uznd auch jede auf VMWare laufende Windows VM unterstützt z.B. 16 Kerne (auf dem Hypervisor!), unabhängig von der Anzahl der Sockel.
Jede weiteren 4 Kerne müssen nachlizensiert werden.
Daher würde ich entweder einen 16Core Epyc mit mögl. hoher Taktfrequenz (7351 oder 7301), oder zwei Intel Gold 6134 bzw. Silver 4110 verwenden (Der E5-2640 ist bereits ausgelaufen und wird nur noch in veralteten Servern eingesetzt)
Ein Kostenvergleich dürfte hier recht schnell den Ausschlag geben...
Für die Videobeschleunigung benötigst Du in jedem Fall eine Grafikkarte mit Hyper-V Terminalserver Unterstützung.
Mitglied: ukulele-7
ukulele-7 27.03.2019 um 11:13:59 Uhr
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Wenn du einen groben Leistungsvergleich suchst: Ich bin auch im Auswahlprozess neuer CPUs und habe mir lange den Kopf zerbrochen. Als groben Leistungsvergleich zwischen alten und neuen CPUs habe ich den SPEC2006 bzw. für den Vergleich Intel und AMD den SPEC2017 herangezogen. Dort veröffentlichen Serverhersteller konkrete Referenzbenchmarks auf ihren Serversystem mit nahezu allen erhältlichen CPUs in einer 2-Socket Konfiguration.

Die Lizenzkosten lassen sich leicht ausrechnen. Bei Anschaffungskosten ist das meist schwieriger weil die Serverhersteller da nur mit dem Vertrieb reden und kein vernünftiges Preisschild dran machen.
Mitglied: canlot
canlot 28.03.2019 um 23:21:19 Uhr
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Zitat von @Dani:

Moin,
Jetzt habe ich gelesen dass RDP-Sessions mit dem Codec h264 kodiert bzw dekodiert werden: Link und der Xeon soll diesen unterstützen und der Epyc dagegen nicht: Link. Ich weiß gar nicht ob es so eine große Rolle spielt und ob es sich in der Praxis bemerkbar macht.
Gehst bzw. vermutest du, dass Lexware flüssiger läuft, weil die RDP Sitzungen mit H264 kodiert werden? Da komm ich gerade nicht ganz mit.
Nein, ich denke dass die TS Sitzungen auf dem Xeon besser laufen, weil er einen integrierten Encoder hat und ich bin mir nicht sicher ob es stimmt.

ca 6 VMs, VM für Lexware und Terminalserver für 6 Benutzer.
DC, DNS, Print, File, CA und weitere Windowsserverdienste.
1 Vereinsoftware, 1 SQLExpress Datenbank, Mailstore und eventuell noch andere Anwendungen bzw. Dienste.
Das ist doch so alles relativ. Das ist fast so als würde ich fragen, ob für eine SQL-Datenbank ein RAId10 mit 6 Festplatten ausreichend ist. Nicht aber dazuschreibe, dass es der SAP SOL Manager ist...
Ja, der Rest bereitet mir eher weniger Sorgen, das Sorgenkind ist Lexware, die Software ist einfach schlecht optimiert, und nur auf dem Rechner der jetzt als Server herhält läuft der Schrott flüssig. Die Datenbank dahinter ist SQLAnywhere. Hat in der Tat glaube ich was mit SAP zu tun.
Die Vereinsoftware ist auch keine gute Software, da auf Access 2010 Basis und die SQLExpress Datenbank brauchen wir für eine Software die die Schnittstelle zwischen Lexware und den Webshop bietet.

ca 6 VMs, VM für Lexware und Terminalserver für 6 Benutzer.
DC, DNS, Print, File, CA und weitere Windowsserverdienste.
1 Vereinsoftware, 1 SQLExpress Datenbank, Mailstore und eventuell noch andere Anwendungen bzw. Dienste.

1. VM: DC, DNS und Printserver
2. VM: Fileserver (+ evtl. Mailstore)
3. VM: Zertifizierungstelle
4. VM: Lexmark RDS-Host
5. VM: SQL Datenbank + Vereinssoftware (wobei das widerrum ein RDS-Host wäre)
6. VM: Andere Anwendungen

Raid 1 für Lexware + RDS mit 2 x 400 GB SSD Platten, ich dachte da an Enterprise Platten die ca. 97.000 IOPs schaffen.
Ich liebäugele sogar mit Platten die 440.000 IOPs können, allerdings frage ich mich ob das Overkill sein könnte.

Raid 1 für den Rest mit 2 x 2 TB SSD Platten, mit 97.000 IOPs.

Raid 5 als Storage für Fileserver mit 4 x 6 TB Platten.

Raid Controller ist: Adaptec RAID 8805 mit 1 GB Cache und und Cache Protection.
Ich hätte dazu auch noch eine Frage, packt der Controller die 3 verschiedenen Raid Konfigurationen mit nur 1 GB?

Ein paar Gedanken dazu:
- Stromverbrauch über 24/7 und x Jahre
- Windows Server Lizenzierung unter Beachtung der Cores.
- Abwärmeerzeugung
- Durschnittliche Beanspruchung der CPU bzw. Cores.
- Entsprechende Ressourcen für weitere 2-3 VMs.
Habe ich mir auch entsprechend Gedanken dazu gemacht und ein Backup Konzept überlegt.


Gruß,
Dani
Vielen lieben Dank für die Antwort Dani und entschuldige die späte Antwort meinerseits.

Gute Nacht
Mitglied: canlot
canlot 28.03.2019 um 23:29:21 Uhr
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Zitat von @ukulele-7:

Ich würde auch darauf hinweisen das die CPU-Core Lizensierung hier sehr unterschiedliche Kosten verursachen wird, selbst wenn du jetzt noch eine 2012er Lizenz hast. 2022 läuft der Support aus und dann wird immernoch 2019 und vermutlich das aktuelle Lizenzmodell gelten.
Hi, ich nehme die 2016 Lizenz, natürlich für 24 Kerne.

Von der Hardware würde ich den Epyc stärker einschätzen, genug parallele Workloads hast du ja.
Ja, die Frage dir sich mir stellt ist aber, ob der Xeon besser für RDP Sessions ist oder nicht.
Bei dem Rest mache ich mir keine Sorgen.
Mitglied: canlot
canlot 28.03.2019 um 23:48:23 Uhr
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Zitat von @Dr.EVIL:

Ich würde mir zuerst die Frage nach den Kosten stellen...
Hyper-V uznd auch jede auf VMWare laufende Windows VM unterstützt z.B. 16 Kerne (auf dem Hypervisor!), unabhängig von der Anzahl der Sockel.
Jede weiteren 4 Kerne müssen nachlizensiert werden.
Daher würde ich entweder einen 16Core Epyc mit mögl. hoher Taktfrequenz (7351 oder 7301), oder zwei Intel Gold 6134 bzw. Silver 4110 verwenden (Der E5-2640 ist bereits ausgelaufen und wird nur noch in veralteten Servern eingesetzt)
Ein Kostenvergleich dürfte hier recht schnell den Ausschlag geben...
Für die Videobeschleunigung benötigst Du in jedem Fall eine Grafikkarte mit Hyper-V Terminalserver Unterstützung.
Was heißt hier Videobeschleunigung? Heißt das, dass ich für RDS auf jeden Fall eine Grafikkarte brauche, oder nur wenn ich Grafikanwendungen übertragen möchte, die gerendert werden?
Und wie reiche ich die Grafikkarte durch, wie ich schon geschrieben habe, kann man RemoteFx gar nicht für RemoteApps benutzen, wie sollte es anders gehen?
Mitglied: Dr.EVIL
Dr.EVIL 29.03.2019 aktualisiert um 08:37:12 Uhr
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Kommt auf die Anwendungen an!
Bei "normalen" Textlastigen Office Anwendungen reichen die im Prozessor "eingebauten" Videokapazitäten aus.
Wenn Du aber mit H265 oder ähnlich anspruchsvollen Anwendungen im UHD Bereich bereit stellen möchtest, machen selbst "High-End CPUs" nach wenigen Sessions schlapp. Dann benötigst Du einen "Offload" in Form einer "Remote-FX" fähigen Grafikkarte...
Je nach Anzahl der parrallel betriebenen Sessions kann diese dann auch gern das mehrfache des Servers kosten...
Zum Einstieg empfehle ich aber die rel. preiswerte (< 2.000€) AMD FirePro S7150
Mitglied: ukulele-7
ukulele-7 29.03.2019 um 17:01:50 Uhr
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Also wir haben hier auch Terminal Server auf Xeon laufen aber das da (auserhalb von Video) h264 zum Einsatz kommt um die Bildinformation zu übermitteln ist mir neu. So wie ich das jetzt auf die Schnelle gelesen und verstanden habe (oder auch nicht) kommt das nur bei Video und ggf. Bildern zum Einsatz, nicht aber bei Text und vermutlich auch nicht bei der Darstellung von normalen Aplikationen und Fenstern.

Handelt es sich hier also um ein reines Office-Scenario würde ich die Wahl der CPU nicht von irgendeiner Videobeschleunigung abhängig machen. Ist Video tatsächlich ein Thema oder irre ich mich da komplett dann sollte man tiefer in die Technik von RDP einsteigen, dann müsste MS ja auch Empfehlungen diesbezüglich ausgeben.