Empfehlungen für Homelab Server

Mitglied: genau-der

genau-der (Level 1) - Jetzt verbinden

14.09.2020 um 10:41 Uhr, 533 Aufrufe, 5 Kommentare

Guten Morgen,

es gibt ja schon verschiedene Threads zum Thema Homelab Server. Da die Anforderungen aber sehr unterschiedlich sein können, möchte ich mal beschreiben, was ich vor habe und gerne wissen, was ihr mir dafür an Hardware empfehlen könnt bzw. einen Anhaltspunkt, welche Leistungsklasse ich dafür anpeilen sollte.

Ich habe beruflich eigentlich nichts mit "professioneller" IT zu tun, bin aber in unserer Filiale quasi der "kleine Admin", der sich aufgrund der privat erworbenen Kenntnisse um die täglichen Wehwehchen der Firmen-IT kümmert. Somit habe ich trotzdem ein paar Berührungspunkte in dem Bereich und will diese in einer privaten Umgebung gerne in verschiedenen Richtungen vertiefen und erweitern.

Grundsätzlich soll es ein Server werden, der mit einem Hypervisor (Proxmox oder ESXi) bestückt wird, um mehrere VMs sowohl für den Produktivbetrieb, als auch zu Testzwecken laufen lassen zu können.
Dafür darf es gerne auch ältere gebrauchte Hardware sein, die für den zweck noch potent genug ist, aber mich nicht unbedingt arm macht. Insgesamt würde ich maximal ca. 500-600€ für die Grund-Hardware (zzgl. SSDs, Netzwerkkarten, etc.) ausgeben wollen.

Folgende Anwendungen in Form von VMs oder Containern stelle ich mir für den Produktiv-Einsatz vor:

- OPNsense Firewall
- PiHole Adblocker
- Smart Home Verwaltung (iobroker)
- WLAN Verwaltung (evtl. Unifi Controller)
- TV-Server (VDR) mit 4 Sat-Inputs
- Windows Server
- OwnCloud / Nextcloud
- FreeNAS
- evtl. Telefonanlage (FreePBX)

Diese würden alle gleichzeitig laufen.

Darüber hinaus sollten auch noch 3-4 Test-VMs laufen können mit Windows (Server) und Linux Installationen. VPN würde sporadisch mal benötigt werden, aber nur 1-2 Verbindungen.

Bisher gibt es bei mir eine Fritz!Box 6591 Cable am Vodafone 1 Gbit Anschluss, welche als Router, WLAN (mit zusätzlichen Repeatern) und Telefonanlage dient. Diese soll auf kurz oder lang ersetzt werden (da Mietgerät), entweder durch eine Fritz!Box 6660 Cable wegen des 2,5 Gbit LAN-Anschluss oder durch ein entsprechendes Kabelmodem, wenn sowas mal auf dem Markt ist.

WLAN würde ich gerne mit mehreren richtigen Accesspoints umsetzen, wahrscheinlich Unifi, da hier schon ein AP vorhanden ist (LAN-Anschlüsse liegen in fast allen Räumen). Mit dem "Zwangs-Controller" kann ich gut leben, mir kommt es eher auf das Preis-Leistungs-Verhältnis an. Bin trotzdem auch gerne für Vorschläge offen. Der Rest vom Netzwerk läuft bisher über einen 24-Port Unmanaged Switch von HP, hätte aber noch einen 16-Port und einen 8-Port Unifi Switch mit PoE zur Verfügung. Grundsätzlich sollen per VLAN getrennte Netze eingerichtet werden (Privat Netz, Gast WLAN, IoT Geräte, etc.). Hänge nicht zu sehr an der der Unifi Hardware, wenn was anderes Sinn macht, würde ich die ggf. auch abstoßen, aber dank eines Umbaus in der Firma sind diese halt übrig geblieben und haben daher nix gekostet.

Die Festnetz Telefonie spielt eigentlich keine allzugroße Rolle bei uns, sollte aber trotzdem vorhanden bleiben, von daher würde ich evtl. der Einfachheit halber eine Fritz!Box (z.B. 7490) hinter der Firewall betreiben wollen oder, einfach um mich damit zu beschäftigen, eine FreePBX aufsetzen, wobei diese natürlich auch passende Hardware benötigt, um mit den DECT Mobilteilen arbeiten zu können. Vielleicht kann da ja auch der eine oder andere da mal seine Gedanken dazu mitteilen. Grundsätzlich würde ich die Consumer Hardware zwar verbannen wollen, aber nicht um jeden Preis.

Ansonsten läuft ein Windows Server mit ca. 10 Festplatten als Fileserver (Core i3 Sockel 1151 auf SuperMicro X11SAE-F Board). Dieser könnte zwar als Basis dienen und noch aufgerüstet werden, aber mehr als ein Xeon mit 4 Kernen und 64GB RAM sind da wohl nicht drin. Daher würde es vielleicht Sinn machen dessen Innenleben durch neue (bzw. "alte") Hardware zu ersetzen und den Storage z.B. über FreeNAS zu verwalten. Der Server darf aber grundsätzlich auch gerne bestehen bleiben.

Der TV-Server läuft bisher auf einem Celeron Mini ITX Board, das könnte evtl. auch so bleiben, aber der Übersicht und Vereinheitlichung halber würde ich ihn nach Möglichkeit integrieren wollen.

Der iobroker läuft bisher testweise auf einem SBC mit 1GB RAM, welcher aber schon an seine Grenzen stößt.

Die Hardware die ich bisher im Auge habe für das Projekt wäre ein ASUS Z10PA-D8 Mainboard mit 2 Xeon E5-2678v3 (12 Kerne, 24 Threads) Prozessoren, dazu 128GB RAM. Habe mir da schon einige Preise raus gesucht und das würde im oben genannten Budget liegen. Ich denke mal, es macht für die Performance grundsätzlich Sinn, wenn jede VM ihre eigenen CPU-Kerne fest zugewiesen hat, oder?

Wäre das in der Form völlig überdimensioniert oder eher gut ausreichend mit Reserven? Macht für die genannten Anwendungen ein anderer Ansatz vielleicht sogar mehr Sinn?

Ich weiß, das war jetzt viel Text, aber lieber zu viel Information als zu wenig. Daher schon mal danke wenn ihr bis hier gelesen habt.

Beste Grüße
Jens
Mitglied: aqui
14.09.2020, aktualisiert um 10:55 Uhr
Wie immer...:
https://www.heise.de/ratgeber/Bauvorschlag-Kompakter-Heimserver-2020-486 ...
Ein ESXi rennt auch auf einem einfachen Intel NUC Rechner für kleines Geld. Ein preiswertes Zyxel NAS per NFS angebunden hat man auch entsprechend Speicher. Oder gleich ein NAS was VMs und Container supportet. Zum Üben allemal ausreichend, sparsam und sehr wenig Stromverbrauch, denn wer will zuhause schon mit einem Xeon Boliden seinen Keller heizen...?!
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Mitglied: genau-der
14.09.2020 um 13:41 Uhr
Die NAS Funktionalität hat im Grunde keine Priorität, da mein bestehender Fileserver diesbezüglich meinen Bedarf eigentlich problemlos deckt. Würde daran eigentlich nur was ändern, wenn es sinnvoll wäre die gewünschten Anwendungen dort zu integrieren. Aber ich weiß halt nicht, ob die Performance dafür reicht. Der Fileserver ist die meiste Zeit Idle, aber desöfteren auch mal stärker ausgelastet, wenn ich aktiv darauf arbeite. Wenn die vorhandenen Resourcen dann geteilt werden könnte es für die anderen VMs eng werden. Deshalb der Gedanke von dedizierten Kernen für die einzelnen Anwendungen.

Natürlich wäre es am einfachsten und günstigsten die "Spielwiese" und auch die anderen Anwendungen auf irgendeinem sparsamen Rechner laufen zu lassen, teilweise ist das ja bereits der Fall. Aber genau diesen Zustand überlege ich ja abzuschaffen.
Separate Hardware für einzelne Zwecke kann natürlich durchaus Sinn machen, z.B. bei der Firewall, aber den Rest stelle ich mir "unter einem Dach" irgendwie übersichtlicher vor.

Vielleicht habe ich da auch falsche Vorstellungen, aber deshalb will ich hier ja auch gerne darüber diskutieren, um mir ein genaueres Bild machen zu können. Ich will nicht ausschließen, dass der "Haben will"-Faktor in mir die sparsame Hardware unberechtigterweise ausschließt, aber ein potenter Server für alles ist halt irgendwie das, was ich mir die ganze Zeit vorgestellt habe.
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Mitglied: tech-flare
14.09.2020, aktualisiert um 15:10 Uhr
schau dir mal den NUC 8. Gen mit i5 an

Dieser hat 4 Kerne mit Hyperthreading, wird von ESXI komplett unterstützt und läuft auch mit 64 GB RAM.

Ich habe dort derzeit 10 VM laufen (ähnlich zu deinen)

Aber mit dem NUC hast du keine Möglichkeit für eine PCIE Karte für die Sat Inputs. Wenn du das wirklich benötigst, würde ich mir einen kleinen Supermicro anschauen z.:B SYS-E300-9D den gibt es auch mit möglichen PCIE Slot
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Mitglied: GrueneSosseMitSpeck
14.09.2020 um 15:55 Uhr
Wem der NUC zu klein ist... man bekommt für kleines Geld Ryzen Boards mit vier Speicherslots für ca. 80 Euro, 64 GB Ram für 150 Euro, Gehäuse und Netzteil dazu weitere 100 Euro, ryzen5 mit 3,6-4 GHz gibts so ab 180 Euro (6 Cores, 12 Threads) Ich kenn zwar die Anfordeurngen der VMs nicht so genau, aber mit 4-8 GB pro VM wird man wohl meist hinkommen, dazu noch ein Terabytechen als SSD für 100 Euro und fertig ist die Whitebox für ca. 600 Euro ... Neuware mit Garantie... und diese Variante wird insgesamt kaum 100 Watt verbraucht wenn sie unter Volllast läuft und dabei noch ziemlichleise sein.

Wenn deutlich mehr Speicher und Kerne für noch mächtigere Aufgaben sucht wird man bei neuer Hardware arm, weil gemessen an dem Mehrwert an CPU-Leistung die Kurve steil nach oben geht so Richtung Epyc und TR, wo die CPUs als auch die Boards unfaßbar teuer sind. Ausrangierte Rackserver wiederum machen jede Menge Lärm und verbrauchen jede Menge Strom und sind in den allermeisten Fällen auch noch vollkommen überteuert... gebrauchte Workstations von HP, DELL oder Lenovn wären noch eine Alternative. Sind oft mit 2x Xeon bestückt und viel RAM, hin und wieder erwischt man mal sowas als Auktion bei Ebay und schlägt bei 150-300 Euro zu.

Ansonsten hätt ich meine alte Whitebox noch im Angebot... 2x Opteron 6386 (je 16 Integer Cores und 8 FPU Einheiten mit 2,8 GHz STandardtakt, Turboboost) mit 1 HE Lüftern, Supermicro Board, 16x4 GB DDR3 1333 ECC, 600W Netzteil, EATX Gehäuse und 146 GB HDD. Von der würd ich mich für 300 Euro VB trennen... ESX 6.7 und Server 2019 würden drauf laufen.
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Mitglied: Dr.Bit
14.09.2020 um 18:07 Uhr
Zitat von genau-der:

Der TV-Server läuft bisher auf einem Celeron Mini ITX Board, das könnte evtl. auch so bleiben, aber der Übersicht und Vereinheitlichung halber würde ich ihn nach Möglichkeit integrieren wollen.


Dabei wird´s wohl auch bleiben so denn TV Karten verbaut sind. ESXi reicht den PCI (e) nicht immer durch (ich habe schon von Karten gehört mit denen es funktionieren soll ich weiß aber nicht welche). Daher werden TV Karten wahrscheinlich nicht im Client laufen.


Die Hardware die ich bisher im Auge habe für das Projekt wäre ein ASUS Z10PA-D8 Mainboard mit 2 Xeon E5-2678v3 (12 Kerne, 24 Threads) Prozessoren, dazu 128GB RAM. Habe mir da schon einige Preise raus gesucht und das würde im oben genannten Budget liegen. Ich denke mal, es macht für die Performance grundsätzlich Sinn, wenn jede VM ihre eigenen CPU-Kerne fest zugewiesen hat, oder?


Hört sich gut an und kann vor allen Dingen auch was. Da solltest Du genügend Reserven zum "Spielen" haben.

🖖
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