On Premise TK Anlage vs. NFON o.ä

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Moin und frohes Neues in die Runde!

Nur mal eine kleine Diskussionsrunde.

Ich bin seit Anfang 2021 Gesellschafter einer kleinen IT Firma mit Fokus auf Laserdrucker. Wir wollen aber auch durch meine Vorkenntnisse die Sparte Systemtechnik und TK weiter ausbauen.

Durch meinen ehemaligen Arbeitgeber bin ich mit den Telefonanlagen von AGFEO vorbelastet.

Hier in unserer Firma besteht momentan folgende Situation:
DSL Anschluss der Telekom Business Tarif mit 100 Mbit down / 40 Mbit Up, 2 Sprachkanälen VOIP und 3 Rufnummern.
NFON "Anschluss" mit 3 Nebenstellen + E-Fax.

Für den DSL Anschluss zahlen wir rund 50 Euro und die die NFON Nebenstellen auch ca. 50 Euro.

Da ich die TK Anlagen von AGFEO sehr mag (Bedienung, Programmierung und Stabilität), würde ich hier auch gerne eine Anlage einbauen.
Da ich aber keine 50 % Anteile habe, muss ich meinen Geschäftspartner überzeugen.

Bei NFON stört mich z.b. dass teilweise die Gesprächsqualität sehr bescheiden ist (Roboterstimme und sowas) und dass das Verbinden zwischen den Telefonen sehr lange dauert und teilweise gar nicht funktioniert. Die Programmierung ist, milde gesagt, bescheiden. Mal geht das Portal nicht, mal übernimmt der die Einstellungen nicht.
Das ist bei AGFEO um einiges schöner. Auch kann die Anlage in Sachen Ansagen und Warteschleifen viel mehr.

Wenn ich jetzt bei NFON kündige und bei dem Telekom Vertrag noch zwei Sprachkanäle dazu nehme, bin ich auch bei knapp 100 Euro.
Ersparnis leider kaum, aber ein ruhigeres Leben.

Eine Frage ist, warum sind die Businesstarife der Telekom so schweinemäßig teuer? Ja, gut, man hat 8 Std Entstörung. Die braucht man aber nur, wenn wirklich "von Draußen" was defekt ist. Da sind die aber auch bei Privatkunden sehr schnell (meine Erfahrung). Alles was Inhouse ist, mache ich selber. Wenn man sich die Magenta Tarife anschaut, kriegt man für 40 Euro All Net Flats und INet Flat, 3 Rufnummern und 2 Kanäle; Zusatzkanäle kosten 4,95 Euro oder so. Dann hat man hier sogar 250 MBit... Im Business Tarif bezahlen wir zur Grundgebühr schon 5,95 für die 100 MBit. Ein aktueller 250 MBit Tarif liegt locker bei 70 Euro. Klar, hab ne feste IP, aber ganz ehrlich, die bekomme ich mit MyFritz auch wenn ich eine brauchen würde...

Mein Geschäftspartner kommt noch damit, dass die Anlage vor Ort ja auch Strom braucht... OK die Anlage ist mit max. 30 Watt angegeben... 0,72 kWh pro Tag... Das macht den Kohl nun auch nicht fett.

Habt Ihr noch ein paar Punkte, die ich beachten sollte/könnte?
Danke!

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Ausgedruckt am: 23.05.2022 um 00:05 Uhr

Mitglied: Tezzla
Tezzla 03.01.2022 um 13:03:05 Uhr
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Wenn du dir Services wieder zurück ins Haus holst, hast du auch die Verantwortung dafür, dass es läuft. Das sollte man bei der reinen Kostenkalkulation durchaus mit bedenken: Wartung, Pflege, Updates, Troubleshooting, Downtimes, Ärger,...

Wir sind selbst IT Bude und lagern bewusst einige Core Services aus, weil wir uns nicht darum kümmern wollen und es beim Provider einfach stressfreier ist.

Meine Empfehlung wäre also es nicht nur aufgrund der Kosten zu beurteilen, da hängt noch ein längerer Rattenschwanz mit dran.

VG
Mitglied: it-hurts-when-ip
it-hurts-when-ip 03.01.2022 um 13:03:41 Uhr
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Auch Moin,

ich kenne dein Problem. Ich bin z. B. ein Auerswald-Liebhaber. Aber dein direkter Vergleich NFON und AGFEO wird immer hinken.

Es sollte erstmal eine Grundsatzfrage geklärt werden:
- Soll die TK-Anlage in der Cloud oder On-Premise sein? Mit allen Vor- und Nachteilen, die beide Technologien haben.

Als Zweites sollten die Funktionswünsche geklärt werden. Klar telefonieren kann man mit allen, aber wie sieht es mit folgenden Funktionen aus: Text vor Melden, Zentrale, Anrufsignaisierung, Voicebox, PC-Dailer, Präsenzinformation, Microsoft Teamsintegration, Außenliegende Nebenstelle (VPN), .... (die Aufzählung ist lange noch nicht vollständig)

Im dritten Schritt kannst du erst die Hersteller anschauen:
- für Cloud: NFON, Auerswald, easybell
- für On-Premise: Auerswald, Agfeo, etc.

Natürlich sollte ein grundsätzliches Budget vorhanden sein, wonach man die Hersteller aussucht. Aber die Preisdiskussion sollte erst geführt werden, wenn man zwei Lösungsangebote hat, die die Nutzerwünsche erfüllen.

An dieser Stelle sei noch darauf hingewiesen, dass Telefonie und Internet zwei Paar Schuhe sind. Du kannst natürlich bei der Telekom einen DSL-Anschluss nehmen (ohne großes Telefoniepakte) und dafür die Telefonie aus der Wolke, die du dann an deiner on-Premise-TK-Anlage konnektierst.

VG
Alexander
Mitglied: Visucius
Visucius 03.01.2022 aktualisiert um 13:29:26 Uhr
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Eine Frage ist, warum sind die Businesstarife der Telekom so schweinemäßig teuer?

Finde ich ja auch ... aber das musst Du Dir von @Xaero1982 erklären lassen. Der findet sie ja ausgesprochen "fair" ;-) face-wink

Zitat von @Xaero1982:

Kurze Anmerkung zur Flexibilität von Tarifen.

Die Telekom bietet da mMn immernoch die fairsten Konditionen.
~17€ für eine Europaflat zzgl. 18 weiterer Länder
Zahlung pro Kanal.

Spaß beiseite. Es wäre ja auch ne Option sich einen anderen "online-Anbieter" zu holen. Normalerweise haste da doch eh nur 4 Wochen Kündigungsfristen. Oder zumindest ne SW-Lösung wie 3cx, wie sie hier häufig eingesetzt werden.

Ob ich mir so nen HW-Teil noch ans Bein binden würde?! Ich haue die eigentlich überall raus, wo sie mir unterkommen. Alleine schon wegen der höheren Flexibilität mit HomeOffice und Smartphone und dem Support, den ich dann auch fordern darf. Und die VOIP-fähige HW ist ja eh schon vorhanden und das leidige Fax-Thema offenbar gelöst/beseitigt.

Ansonsten hast Du doch alle Für-/Wider oben genannt?!
Mitglied: beidermachtvongreyscull
beidermachtvongreyscull 03.01.2022 um 13:23:52 Uhr
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Zitat von @Net-ZwerK:
Moin und frohes Neues in die Runde!

Moin und dito!

Zitat von @Net-ZwerK:
Nur mal eine kleine Diskussionsrunde.

Ich bin seit Anfang 2021 Gesellschafter einer kleinen IT Firma mit Fokus auf Laserdrucker. Wir wollen aber auch durch meine Vorkenntnisse die Sparte Systemtechnik und TK weiter ausbauen.

Durch meinen ehemaligen Arbeitgeber bin ich mit den Telefonanlagen von AGFEO vorbelastet.

Hier in unserer Firma besteht momentan folgende Situation:
DSL Anschluss der Telekom Business Tarif mit 100 Mbit down / 40 Mbit Up, 2 Sprachkanälen VOIP und 3 Rufnummern.
NFON "Anschluss" mit 3 Nebenstellen + E-Fax.
Ich nehme mal an, keine TK on prem sondern deren Cloud-TK?

Zitat von @Net-ZwerK:
Für den DSL Anschluss zahlen wir rund 50 Euro und die die NFON Nebenstellen auch ca. 50 Euro.

Da ich die TK Anlagen von AGFEO sehr mag (Bedienung, Programmierung und Stabilität), würde ich hier auch gerne eine Anlage einbauen.

Also keine TK on prem.

Zitat von @Net-ZwerK:
Da ich aber keine 50 % Anteile habe, muss ich meinen Geschäftspartner überzeugen.

Bei NFON stört mich z.b. dass teilweise die Gesprächsqualität sehr bescheiden ist (Roboterstimme und sowas) und dass das Verbinden zwischen den Telefonen sehr lange dauert und teilweise gar nicht funktioniert. Die Programmierung ist, milde gesagt, bescheiden. Mal geht das Portal nicht, mal übernimmt der die Einstellungen nicht.
Das ist bei AGFEO um einiges schöner. Auch kann die Anlage in Sachen Ansagen und Warteschleifen viel mehr.

Ich hab bisher auch nur durch "Hören-Sagen" mitbekommen, dass NFON wohl sehr störanfällig sein sollte. Der Fairness geschuldet muss ich aber auch sagen, dass der Aufbau eines Inet-anschlusses und die Einwahl auf ne Cloud-TK auch nicht reichen. Du musst mit QoS und anderen Techniken arbeiten, um den Sprachverkehr zumindest innerhalb Deines Netzes und nach außen mit Vorrang zu behandeln. Da kann auch der Provider und der gewählte Anschluss eine Rolle spielen.

Zitat von @Net-ZwerK:
Wenn ich jetzt bei NFON kündige und bei dem Telekom Vertrag noch zwei Sprachkanäle dazu nehme, bin ich auch bei knapp 100 Euro.
Ersparnis leider kaum, aber ein ruhigeres Leben.
Mag sein.

Zitat von @Net-ZwerK:
Eine Frage ist, warum sind die Businesstarife der Telekom so schweinemäßig teuer? Ja, gut, man hat 8 Std Entstörung. Die braucht man aber nur, wenn wirklich "von Draußen" was defekt ist. Da sind die aber auch bei Privatkunden sehr schnell (meine Erfahrung). Alles was Inhouse ist, mache ich selber. Wenn man sich die Magenta Tarife anschaut, kriegt man für 40 Euro All Net Flats und INet Flat, 3 Rufnummern und 2 Kanäle; Zusatzkanäle kosten 4,95 Euro oder so. Dann hat man hier sogar 250 MBit... Im Business Tarif bezahlen wir zur Grundgebühr schon 5,95 für die 100 MBit. Ein aktueller 250 MBit Tarif liegt locker bei 70 Euro. Klar, hab ne feste IP, aber ganz ehrlich, die bekomme ich mit MyFritz auch wenn ich eine brauchen würde...

Ich tröste mich immer damit, dass ein Business-Anschluss in der entsprechenden Cloud eine Vorrangbehandlung genießt, auch für den Datenverkehr. Zumindest kann ich mich dieses Eindrucks nicht verwehren und durch diverse Messungen sehe ich das untermauert.

Ich hab mit iperf3 mal meinen privaten und unseren Firmenanschluss getestet. Ich hatte auch bei Wiederholung immer ein ähnliches Bild. Der Business-Anschluss stellte schneller und stabiler die Bandbreite bereit.

Zitat von @Net-ZwerK:
Mein Geschäftspartner kommt noch damit, dass die Anlage vor Ort ja auch Strom braucht... OK die Anlage ist mit max. 30 Watt angegeben... 0,72 kWh pro Tag... Das macht den Kohl nun auch nicht fett.

Da hast Du wohl Recht, aber wenn Du ne Anlage on prem hast, kriegst aber den Anschluss nicht in den Griff und hast abreißende Gespräche oder Roboterstimme, dann wird ne Erklärung schwerer und der TK-Anschluss-Anbieter muss nicht mal zwingend dran Schuld sein. Sogar im Gegenteil...
Du musst bei einer TK on prem aufpassen, dass die kompatibel zum Internetanschluss und zum TK-Anbieter ist!

Zitat von @Net-ZwerK:
Habt Ihr noch ein paar Punkte, die ich beachten sollte/könnte?

Ein Vorteil einer TK on prem: Siei läuft unabhängig. Wenn die Internetverbindung mal ausfällt, sind hausinterne Gespräche noch möglich.

Zitat von @Net-ZwerK:
Danke!

Gerne doch!
Mitglied: goscho
goscho 03.01.2022 um 14:44:47 Uhr
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Mahlzeit,
dein Geschäftspartner ist doch auch Gesellschafter dieser IT-Firma.
Hat er denn gar keinen IT/TK-Background?

Die Telekom Business DSL-Tarife als "schweineteuer" zu bezeichnen, ist übertrieben.
Der Vergleich mit den Magenta-Tarifen für zu Hause ist dabei überhaupt nicht zielführend.

Vergleiche Business-Tarife lieber mit anderen - richtigen - Business-Tarifen.

Ich bin kein Freund des rosa Riesen, kann dir aber aus eigener leidvoller Erfahrung sagen, dass deren Anschlüsse zumeist wesentlich stabiler verfügbar sind, als Anschlüsse der Mitbewerber.
Hier möchte ich mal Vodafone als negatives Beispiel nennen.
Ohne Zweitanschluss bei einem anderen Anbieter könnte ich meine Firma schließen, so oft schon gab/gibt hier es Ausfälle beim Business-Kabelanschluss. Leider habe ich mich im Sommer 2021 breitschlagen lassen, die Kündigung zurückzunehmen.
Mit dem nötigen Zweitanschluss sind meine Kosten auch über 100,- € monatlich.

Bei den von mir betreuten Kunden (KMU) gibt es immer auch Telefonanlagen. Wenn diese von meiner Firma kommen, dann Auerswald, einige haben aber auch Agfeo oder Siemens-Anlagen.
Mitglied: keine-ahnung
keine-ahnung 03.01.2022 um 17:11:21 Uhr
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@goscho

meine Kosten auch über 100,- € monatlich

Ich habe keinen Zweitanschluss, aber einen DeutschlandLAN IP Voice/Data L Premium - Tarif mit 100/50 Mbit via ftth und Flat in alle deutschen Netze, kostet brutto 91,50 Teuronen. Läuft stabil (dreimal Holzklopf) - und ist unterm Strich preiswerter als meine frühere Kombis aus OPAL-ISDN'er und public WLAN mit 10/6 Mbit. Allein die flat in die Mobilfunknetze macht da enorm viel aus. Dazu eine Compact 4000 ... reicht mir mehr als aus.

LG, Thomas
Mitglied: shadynet
shadynet 03.01.2022 aktualisiert um 22:21:41 Uhr
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Zitat von @Net-ZwerK:
Wenn man sich die Magenta Tarife anschaut, kriegt man für 40 Euro All Net Flats und INet Flat, 3 Rufnummern und 2 Kanäle; Zusatzkanäle kosten 4,95 Euro oder so.

Die gibts bei den Magenta-Tarifen gar nicht extra, bei 2 ist Schluss. Das ist Privatkundenkram, da sind solche Extras nicht vorgesehen. Und für 40€ gibts 50Mbit und keine All-Net-Flat :) face-smile