Neuer WLAN-Gesetzentwurf: Mehr Sperren weniger Störerhaftung

magicteddy
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und wieder versuchen sie den Grundstein für eine Zensurinfrastruktur zu Legen, Welcher Vollkorntrottel berät diese, von keinerlei Sachkenntnis belasteten, Schnarchhähne?

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Neuer-WLAN-Gesetzentwurf-Mehr-Sp ...

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Mitglied: SarekHL
SarekHL 27.02.2017 um 19:33:53 Uhr
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Zitat von @magicteddy:

und wieder versuchen sie den Grundstein für eine Zensurinfrastruktur zu Legen,

Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein, wenn dort Straftaten begangen werden, muss es möglich sein, dagegen vorzugehen!
Mitglied: magicteddy
magicteddy 27.02.2017 um 22:03:42 Uhr
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Damit habe ich kein Problem, aber da wir wissen die die Misere und seine Glaubensbrüder ticken wird das auch ganz schnell zum Unterdrücken unerwünschter Inhalte eingesetzt. Ich bin dafür die Quelle des illegalen Inhalts zu beseitigen.
Mitglied: SarekHL
SarekHL 27.02.2017 aktualisiert um 22:14:52 Uhr
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Zitat von @magicteddy:

Ich bin dafür die Quelle des illegalen Inhalts zu beseitigen.

Der Bundesinnenminister wäre sicher sehr dankbar für einen Hinweis, wie man im nicht kooperierenden Ausland ansässige Tauschbörsen-Server (egal ob nun für urheberrechtlich geschützte Filme oder für Kinderpornographie) beseitigt. Oder wie man störrische amerikanische "soziale" Medien dazu bringt, Hasskommentare zu löschen.
Mitglied: Sheogorath
Sheogorath 28.02.2017 um 00:42:30 Uhr
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Moin,

Oder wie man störrische amerikanische "soziale" Medien dazu bringt, Hasskommentare zu löschen.

Hier wäre doch eine deutsche Alternative weit wünschenswerter. Allerdings aufgrund der verkorksten Datenschutzgesetze nahezu unmöglich. Jeder der wirklich irgendwie Sinnvoll Daten erheben und auswerten möchte, kann dies in Deutschland vergessen.

Nichts gegen Datenschutz, ich finde Datenschutz durchaus richtig, allerdings die Art und Weise wie er hier in Deutschland und teilweise der EU umgesetzt wird, ist einfach nur fortschrittsbehindernd.

Und das man die Anbieter von illegalem Material mit irgendwelchen Sperren einschränken kann, sollte auch jedem Bewusst sein. Außer wir fangen jetzt an wie China und verbieten VPNs, jagen alles über staatliche Firewall und alles was nicht offiziell vom Staat lizensiert und registriert ist, ist per Definition illegal im Netz... Man sollte sich dann halt nicht wundern, wenn wir als nächstes auch die Meinungs- und Pressefreiheit über Bord werfen.

Und selbst hier, wie gerade China mit seinen vielen Netzsperren zeigt, finden die Menschen Wege und Mittel an diese gesperrten Informationen heran zu kommen. Mit Sperren gewinnt man also definitiv gar nichts.

Ich wäre stattdessen dafür, dass man mehr infiltriert, demontiert und verfolgt. Sicher keine schöne Arbeit, aber leider etwas, was gemacht werden muss.

Gruß
Chris
Mitglied: SarekHL
SarekHL 28.02.2017 um 05:50:52 Uhr
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Zitat von @Sheogorath:

Nichts gegen Datenschutz, ich finde Datenschutz durchaus richtig, allerdings die Art und Weise wie er hier in Deutschland und teilweise der EU umgesetzt wird, ist einfach nur fortschrittsbehindernd.

Hm, an dem Wort "fortschrittsbehindernd" störe ich mich sehr. Mit dem gleichen Argument protestieren entsprechende Lobbyisten gegen die deutschen Einschränkungen beim Thema Gentechnik, bis hin zum Verbot des Eingriffs in die menschliche Keimbahn, das manche Wissenschaftler gern abschaffen würde. Aber ist wirklich jede technisch machbare Neuerung auch ein Fortschritt im gesellschaftlichen oder ethischen Sinne?


Und das man die Anbieter von illegalem Material mit irgendwelchen Sperren einschränken kann, sollte auch jedem Bewusst sein.

Ich nehme an, Du meinst hier nicht einschränken. Das stimmt nur bedingt. Man baut zumindest eine Hürde auf, die dann auch bewusst überwunden werden muss. Es kann dann zumindest niemand mehr sagen, er hätte nicht gewusst, was er tut. Das ist nämlich gerade bei Urheberrechtsverletzungen oft der Fall, viele Jugendliche wussten gar nicht, dass sie sich keine Filme auf kino.to anschauen durften.


Man sollte sich dann halt nicht wundern, wenn wir als nächstes auch die Meinungs- und Pressefreiheit über Bord werfen.

Auch ein nettes Thema: Meinungs und Pressefreiheit sind wichtig, dürfen aber keine Ausrede für Verleumdungen und Beleidigungen sein. Satire darf eben nicht alles, ich bin sehr dankbar, dass ein Gericht das jetzt im Fall Böhmermann festgestellt hat. Und auch die religiös verletzenden Mohammed-Karrikaturen halte ich für sehr sehr grenzwertig.


Und selbst hier, wie gerade China mit seinen vielen Netzsperren zeigt, finden die Menschen Wege und Mittel an diese gesperrten Informationen heran zu kommen. Mit Sperren gewinnt man also definitiv gar nichts.

Rein gar nichts würde ich nicht sagen. Gerade beim Thema Kinderpornographie würde ich sagen, auch wenn nur 10% der Kunden dieser Filmchen durch die Netzsperren abgehalten werden (weil sie vielleicht nicht wissen, wie man die Sperren umgeht), ist das ein Erfolg, weil dann vielleicht ein paar weniger von diesen Filmen gedreht werden und das eine oder andere Kind nicht mißbraucht würde.


Ich wäre stattdessen dafür, dass man mehr infiltriert, demontiert und verfolgt. Sicher keine schöne Arbeit, aber leider etwas, was gemacht werden muss.

Und wie? Wie soll man einen Anbieter, der in irgendeiner nnicht kooperativen Bananenrepublik sitzt, im Rahmen des deutschen Rechts infiltrieren und demontieren? Das ist ja gerade das Problem, dass das nicht möglich ist.
Mitglied: wiesi200
wiesi200 28.02.2017 um 07:58:23 Uhr
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Zitat von @SarekHL:
 
>  Oder wie man störrische amerikanische "soziale" Medien dazu bringt, Hasskommentare zu löschen.

Aus meiner Sicht ist das sogar Blödsinn sowas zu versuchen. Das kaschiert die Realität, löst jedoch keine Probleme. Frei nach Pipi Langstrumpf:"Ich mach mir die Welt so wie sie mir gefällt".

Mann muss sich auch mit solchen Kommentaren beschäftigen und herausfinden warum Menschen solche Meinungen bilden und in welchem Umfeld die leben um etwas vernünftiges dagegen zu tun.

Wenn mein Auto laute Geräusche macht kann ich entweder das Radio lauter drehen damit ich es nicht mehr höre, oder ich kann das Problem analysieren und versuchen das mein Auto eben diese Geräusche nicht mehr macht.
Mitglied: SarekHL
SarekHL 28.02.2017 aktualisiert um 08:46:40 Uhr
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Zitat von @wiesi200:

>  Oder wie man störrische amerikanische "soziale" Medien dazu bringt, Hasskommentare zu löschen.

Aus meiner Sicht ist das sogar Blödsinn sowas zu versuchen. Das kaschiert die Realität, löst jedoch keine Probleme.

Jein! Sicher hast Du recht, dass man herausfinden warum Menschen solche Meinungen bilden und in welchem Umfeld die leben um etwas vernünftiges dagegen zu tun. Dennoch muss man auch gegen solche Kommentare vorgehen, denn sie vermehren den Hass nach dem Schneeballprinzip. Sie tragen dazu bei, dass sich auch andere radikalisieren und bilden damit den Nährboden zum Beispiel für die nächsten Übergriffe auf Flüchtlinge oder deren Unterkünftige - oder für das Wegschauen bei solchen.

Davon abgesehen gibt es leider auch einen gewissen Satz an Menschen, wo "herausfinden warum Menschen solche Meinungen bilden" rein gar nichts bringt, weil es keine rationalen Gründe gibt. Menschen im nationalistischen oder auch im religiösen Wahn bilden "solche Meinungen" nicht wegen irgendwelcher Gründe, sondern weil sie meinen, dass entweder ihre Religion oder ihre Nation, im schlimmsten Falle sogar "ihr Blut" anderen überlegen ist. Gut, das sind auch Gründe - aber gegen diese "Gründe" kann man kaum etwas tun, außer dem, was man sowieso immer an erste Stelle setzen sollte: Bildung, Bildung und noch mal Bildung! Aber selbst mit noch so viel Bildung gibt es eine Motivation, die sich nicht wird ausrotten lassen: Egoismus! Meines Erachtens ist das ohnehin der Hauptgrund für die derzeitige Fremdenfeindlichkeit in Deutschland.
Mitglied: Kraemer
Kraemer 28.02.2017 um 12:36:52 Uhr
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Moin,
Zitat von @SarekHL:
Oder wie man störrische amerikanische "soziale" Medien dazu bringt, Hasskommentare zu löschen.
warum soll man die "Medien" dazu bringen? Der Verfasser ist ja wohl der Urheber und somit Ansprechpartner.

Es ist im Moment in Deutschland echt komisch. Da erfindet man mal eben schnell ein neues Wort wie "Hasskommentar" und behauptet, dass das völlig außer Kontrolle geraten ist. Und schon wird nur noch von neuen Gesetzen und härteren Strafen gesprochen. Dass Strafen und Gestze schon vorhanden sind und nicht grundlos durch sog. Rechte reglementiert werden übersehen irrwitziger Weise viele.

Gruß Krämer
Mitglied: SarekHL
SarekHL 28.02.2017 um 12:49:29 Uhr
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Zitat von @Kraemer:

Dass Strafen und Gestze schon vorhanden sind und nicht grundlos durch sog. Rechte reglementiert werden übersehen irrwitziger Weise viele.

Diese Gesetze durchzusetzen und die Strafen tatsächlich gegen die Autoren verhängen zu können setzt aber Kooperation seitens der "sozialen" Netzwerke voraus, über die diese Verleumndungen oder Beleidigungen oder Aufrufe zu Straftaten verbreitet werden - oder man muss wirklich eine Infrastruktur wie in China aufbauen, wo Anonymität nicht mehr möglich ist und man die Herkunft jedes Kommentars auch ohne Kooperation der Plattformen nachvollziehen kann.
Mitglied: Sheogorath
Sheogorath 28.02.2017 um 13:09:04 Uhr
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Moin,

Aber ist wirklich jede technisch machbare Neuerung auch ein Fortschritt im gesellschaftlichen oder ethischen Sinne?

Das kann ja eine lange Debatte werden...

Grundsätzlich fällt mir da erstmal direkt der Satz aus Sherlock Staffel 2 Folge 2 ein, der Gewiss auch woanders genannt wurde, dessen Ursprüngliche Quelle ich allerdings nicht im Kopf habe:

Alles was technisch machbar ist, wird irgendwo auf der Welt auch gemacht. Einschränkungen hierbei bilden nur das Gesetz und die Moral.

Insofern wird man den technischen Fortschritt nicht wirklich aufhalten. Aber die Frage war ja, ob es ein "Fortschritt im gesellschaftlichen oder ethischen Sinne" sei. Sicher ist nicht jeder technische Fortschritt in dieser Hinsicht vorteilhaft, allerdings halte ich die Datensitzerei insgesamt eher für ein Problem, welches über kurz oder lang zu einer abgehängten Gesellschaft führt. Das merkt man bereits jetzt, wenn man sich ansieht, wie die Innovation abwandert. Und dann wundert man sich halt, wenn Unternehmen wie Facebook, Google und Microsoft nach diesen Regeln spielen und sich erfolgreich jeder sinnvollen Regulierung entziehen. Möchte man wirklich die aktuellen Datenschutzgesetze so durchsetzen, müsste man vermutlich weite Teiler dieser Unternehmen bzw. ihrer angebotenen Dienste verbieten/sperren. Aber wir wissen vermutlich alle wie das enden würde.

Von daher wäre es doch sinnvoller die eigenen Datenschutzpraktiken zu überdenken und eine etwas föderlichere Situation für Firmen zu schaffen, die dann vielleicht auch eine echte Chance auf dem Weltmarkt haben.

Das ist nämlich gerade bei Urheberrechtsverletzungen oft der Fall, viele Jugendliche wussten gar nicht, dass sie sich keine Filme auf kino.to anschauen durften.

Da unterschätzt du die Jugend leider. Ich kann dir versichern, den allermeisten ist es bewusst, dass es sich dabei um Filme handelt, die nicht von den Studios dort veröffentlicht wurden. Das man sowas vielleicht nicht ins Protokoll schreiben lässt, wenn man vernommen wird, ist sicher auch verständlich.

Von daher sehe ich da wirklich wenig Sinn.

Es stellt sich ja so oder so die Frage, wie man es sinnvoll sperren will?

Meinungs und Pressefreiheit sind wichtig, dürfen aber keine Ausrede für Verleumdungen und Beleidigungen sein.

Richtig, deswegen ist die Gesetzeslage ja so wie sie ist. Anwenden würde ausreichen, da braucht es keine neuen Gesetze.

Gerade beim Thema Kinderpornographie würde ich sagen, auch wenn nur 10% der Kunden dieser Filmchen durch die Netzsperren abgehalten werden (weil sie vielleicht nicht wissen, wie man die Sperren umgeht), ist das ein Erfolg, weil dann vielleicht ein paar weniger von diesen Filmen gedreht werden und das eine oder andere Kind nicht mißbraucht würde.

Die Tiefen der Darknets sind ein hässlicher Ort... Glaub mir, man sieht vieles was man nicht sehen will. 10% ist eine sehr hochgegriffene Zahl für clearweb Inhalte.

Und wie? Wie soll man einen Anbieter, der in irgendeiner nnicht kooperativen Bananenrepublik sitzt, im Rahmen des deutschen Rechts infiltrieren und demontieren?

Es gibt Wege und Mittel, das hat zumindest das ein oder andere Kollektiv in den letzten Jahren gezeigt. Ob man sich dabei immer im rechtlichen Rahmen aufhält lasse ich mal dahin gestellt. ;)

Gruß
Chris
Mitglied: SarekHL
SarekHL 28.02.2017 um 13:23:00 Uhr
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Zitat von @Sheogorath:

Von daher wäre es doch sinnvoller die eigenen Datenschutzpraktiken zu überdenken und eine etwas föderlichere Situation für Firmen zu schaffen, die dann vielleicht auch eine echte Chance auf dem Weltmarkt haben.

Damit es keine lange Debatte wird - die hier völlig off topic wäre - greife ich mir mal nur diesen einen Punkt heraus. Und da möchte ich scharf widersprechen. Auf keinen Fall will ich die Gesetzeslage den Bedürfnissen der Wirtschaft anpassen. In einer Demokratie braucht es den Primat der Politik. Die Politik hat (und zwar im Interesse des Wohles der gesamten Bevölkerung, nicht nur der Unternehmen) zu entscheiden, was Wirtschaft darf und was nicht. Die Ethik und das Gemeinwohl müssen den Rahmen begründen, nicht das Wohl der Aktionäre. Die Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Wirtschaft. Chancen auf dem Weltmarkt zu haben, ist für mich nicht oberste Priorität.


Das ist nämlich gerade bei Urheberrechtsverletzungen oft der Fall, viele Jugendliche wussten gar nicht, dass sie sich keine Filme auf kino.to anschauen durften.

Da unterschätzt du die Jugend leider. Ich kann dir versichern, den allermeisten ist es bewusst, dass es sich dabei um Filme handelt, die nicht von den Studios dort veröffentlicht wurden.

Nur am Rande: Ein Bekannter von mir ist Lehrer. Ich fürchte, Du überschätzt die Jugend - zumindest in bestimmten Stadtteilen und Bildungsschichten.
Mitglied: Kraemer
Kraemer 28.02.2017 um 13:32:36 Uhr
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Zitat von @SarekHL:
Damit es keine lange Debatte wird - die hier völlig off topic wäre - greife ich mir mal nur diesen einen Punkt heraus. Und da möchte ich scharf widersprechen. Auf keinen Fall will ich die Gesetzeslage den Bedürfnissen der Wirtschaft anpassen. In einer Demokratie braucht es den Primat der Politik. Die Politik hat (und zwar im Interesse des Wohles der gesamten Bevölkerung, nicht nur der Unternehmen) zu entscheiden, was Wirtschaft darf und was nicht. Die Ethik und das Gemeinwohl müssen den Rahmen begründen, nicht das Wohl der Aktionäre. Die Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Wirtschaft. Chancen auf dem Weltmarkt zu haben, ist für mich nicht oberste Priorität.

sehe ich genau so
Mitglied: wiesi200
wiesi200 01.03.2017 um 21:47:09 Uhr
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Da geht es nicht primär um Egoismus.

Das sind Existenzängste und Unsicherheit, das Gefühl nicht war genommen zu werden bzw. alleine zu sein. Somit schließen sich die Massen in solchen Gruppen zusammen.
Nur die "Leitpersonen" sind Egoistisch und streben nach Macht. Wenn diese Personen keine "Opfer" finden haben die ein Problem. Wenn man ihnen die Mittel entzieht ihren Einfluss auszuweiten solchen sie sich einfach andere Wege die man nicht so einfach kontrollieren kann und das Problem bleibt bestehen.
Wenn man die "dummen" Jungescherze mal außer acht lässt.