Best Practice RAID-6: Wenige große vs viele kleine HDDs

cthluhu
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Hallo zusammen,

Bei Speichersystemen gibt es ja mehrere Wege, eine bestimmte Netto-Kapazität des verbauten RAID-Systems zu erreichen Z.B. wenige Festplatten mit hoher Kapazität und TB/EUR vs. viele Festplatten mit kleiner TB/EUR.
Der Gesamtpreis für eine bestimmte Kapazität ist gering wenn wenigen großen Festplatten verwendend werde, aber wie verhält es sich mit Ausfallwahrscheinlichkeit?
Beim Ausfall einer Festplatte werden durch den Rebuild des Raids die anderen Platten stärker als üblich belastet, was wiederum einen Ausfall einer weiteren Festplatte bewirken kann. Je größer die Platten desto länger dauert der Rebuild und desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass weiter Platten ausfallen. D.h., je weniger Platten im RAID, desto geringer die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls, aber umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass weiter Platten beim Rebuild ausfallen.

Meine Fragen:
Sind diese Überlegungen richtg?
Gibt es einen Sweet-Spot der Anzahl der Festplatten bzgl. Ausfallwahrscheinlichkeit?

Das Zielsystem wäre ein ein RAID-6 für Datenablage (Performance ist nebensächlich) in der Größenordnung von 20 TB Brutto.

mit freundlichen Grüßen

Thomas Wagner

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Ausgedruckt am: 20.05.2022 um 08:05 Uhr

Mitglied: Chonta
Chonta 12.11.2014 um 17:22:54 Uhr
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Hallo,

also die einzigen Fragen die sich stellen sind.

Wie hoch muss die performance sein?
Wieviel Platz brauche ich.
Wieviel Geld habe ich.
Wie lange soll ein Rebuild dauern dürfen?

Mehr Platten um so besser skaliert die Performance.
Mehr Platten = mehr Geld

Um so größer die Platten RAID 6 und Hotspare, weil ein Rebuild mal eben einen Tag oder mehr dauern kann.
Wenns wirklich wichtige wichtige Daten sind reicht ein RAID6 nicht sondern der ganze verbund muss Ausfallsicher ausgelegt sein.
Nicht um sonst sollte man bei einem HY Servercluster auch den Teil wo die Daten liegen doppelt vorhalten und nicht nur einen Speicher als SPOF.

Das KO-Kreterium ist am Ende immer das Geld.
Das Risiko das eine Platte beim Rebuild ausfällt sehe ich eher darin, das die Platte ggf aus der gleichen Charge kommt wie die Platte die eben ausgefallen ist, als das die Mehrbelastung dafür sorgt.

Gruß

Chonta
Mitglied: Huppiboy
Huppiboy 12.11.2014 um 17:27:13 Uhr
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Ich hoffe ich Verteile jetzt hier kein ungesundes Halbwissen.
Aber ich glaube eine Perfekte Lösung gibt es schlicht weg nicht.
Beide möglichkeiten haben Ihre Vor- und Nachteile, die man in beiden Fällen im Hinterkopf haben sollte.

Bei möglichst großen Platten dauert die Wiederherstellung einer einzelnen Platte ziemlich lange
und wie du ja selber schon geschrieben hast kommt es häufiger vor, dass gerade beim Rücksichern
eine Weitere Platte ausfällt.

Bei vielen kleine Platten ist die Warscheinlichkeit, das eine Platte ausfällt statistisch natürlich höher.
Aber die Wiederherstellung dauert nicht so lange. Auch die Kosten für eine neue Platte fallen dann nicht
zu hoch aus. Einen der größeren Vorteile ist natürlich das mit mehreren Platten die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten
um einiges besser ausfallen.

In deinem Fall geht es aber weniger um die Geschwindigkeit.
Ich würde versuchen Möglichst große Platten zu benutzen und
so die häuffigkeit der defekten Platten im besten Fall zu minimiren.
Auch würde ich darauf achten, dass die Platten nicht alle aus der gleichen Serie eines Hersteller kommen.
Vielleicht ist auch eine Hotspare das richtige für dich.

Schreib später auch mal für was du dich l entschieden hast.
Lg Jonas
Mitglied: Th0mKa
Th0mKa 12.11.2014 um 18:17:16 Uhr
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Zitat von @Cthluhu:

Sind diese Überlegungen richtg?

Moin,

zumindest unter Windows besteht auch noch die Moeglichkeit der Storage Spaces im Scale-Out File Server ohne klassisches RAID Level.
Ansonsten sind aus meiner Sicht Nearline SAS mit 2TB im Moment ein guter Kompromis aus Plattengroesse und Ausfallsicherheit.
15 Platten als RAID 60 + Hotspare, damit waere die Failure Domain nicht so gross.

VG,

Thomas